Der Holzpreis macht Förster Treff sorgen

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Selbst die Kultur auf der ehemaligen Weide leidet nicht an Trockenheit. Angepflanzt wurden die dreijährigen Laubbäume in diesem Frühjahr.

Kierspe - Die Trockenheit, die den Waldbesitzern in Süddeutschland zu schaffen macht, ist im Sauerland kein Thema. Stürme haben dem heimischen Wald auch nicht über die Maßen zugesetzt und der Borkenkäfer hält sich zurück.

Eigentlich könnte sich Revierförster Uwe Treff entspannt zurücklehnen und seinem Kerngeschäft widmen – der Pflege des Waldes und dem Verkauf des Holzes. Doch genau dort zeigen sich dunklere Wolken am Horizont.

In nur zwei Wochen deutlich gefallen

„Ende Juni hatten wir noch einen Verkäufer-Markt und erzielten rund 95 bis 96 Euro für den Festmeter Fichtenholz, das da noch als Mangelware galt. Zwei Wochen später gab es nur noch 92,50 Euro“, erklärt Förster Uwe Treff. Dramatisch klingt dieser Preisrückgang nicht – und im Geldbeutel wirkt sich die Entwicklung auch sicher nicht so deutlich aus. Aber: „Man muss jetzt schon schauen, wie man das Holz an den Mann bringt. Vor allem können wir uns nicht erklären, woher auf einmal das Holz kommt und wie sich der Preis weiterentwickelt.“

Überangebot an Holz als Ursache?

Eine Ursache für das Überangebot an Holz könnte Orkan Niklas sein, der am 31. März über Deutschland zog. Damals wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 192 Kilometern pro Stunde auf der Zugspitze gemessen und die Bahn stellte den Zugverkehr zeitweise ein. Doch im Sauerland gab es nur geringe Schäden. „Hier und da sind ein paar Bäume umgefallen, das hat uns nur in sofern Arbeit gemacht, weil wir uns darum kümmern mussten, das Holz so sinnvoll zusammenzustellen, dass sich ein Abtransport rechnete“, erinnert sich Treff, der allerdings jetzt vermutet, dass aus angrenzenden Bundesländern nicht die Schäden im gesamten Umfang gemeldet worden sein könnten. „Möglich ist aber auch, dass Waldbesitzer, die keiner Forstbetriebsgemeinschaft angehören, mehr Holz als in den Vormonaten auf den Markt bringen.“ Kritik schwingt dabei nicht mit, höchstens die Sorge, dass der Holzpreis irgendwann unter 90 Euro sinkt. „Wenn diese Marke fällt, dann geht es auch schnell noch tiefer“, weiß der Förster aus Erfahrung.

Waldbesitzer möchten mehr verkaufen

Aber es sind nicht nur die anderen, die mehr Holz verkaufen möchten, sondern auch die von Treff betreuten Waldbesitzer. „Nach langer Zurückhaltung hat sich der Einschlag wieder auf das normale Niveau eingependelt.“

Bäume leiden nicht unter Trockenheit

Mit dem Wald selber in seinem 2200 Hektar großen Revier ist Treff sehr zufrieden. Da die trockenen und heißen Phasen sich immer wieder mit Regengüssen abwechselten, leiden die Bäume nicht unter Trockenheit. „Selbst die Schonungen stehen gut da. Das gilt sogar in den Bereichen, in denen die Bäume auf einer ehemaligen Weide angepflanzt wurden. Und dort wird es bei Trockenheit besonders problematisch, weil das Gras viel Wasser aus Niederschlägen aufnimmt“, erklärt der Fachmann, der auch keine größeren Schäden durch den Borkenkäfern ausmachen kann. „Da ist allerdings noch keine abschließende Betrachtung für dieses Jahr möglich“, schränkt er ein.

Appell an Hundebesitzer und Biker

Einen Appell richtet Treff an die Besitzer von Hunden, die ihr Tier zu einem sogenannten Mantrailer, der bei der Suche vermisster Personen eingesetzt wird, ausbilden möchten. „Dabei ist es notwendig, dass die Hunde unangeleint über weite Strecken durch den Wald laufen, wenn sie eine Duftspur aufgenommen haben. Das ist aber nicht überall gewünscht und erlaubt, da wäre es schon hilfreich, wenn sich die Hundebesitzer zuvor mit dem Jagdpächter, dem Waldbesitzer oder dem Förster in Verbindung setzen würden.“ Grundsätzlich sieht er aber wenig Probleme mit Menschen, die ihre Freizeit im Wald verbringen. „Natürlich gibt es auch immer mal wieder Radfahrer, die abseits der Wege unterwegs sind. Und wenn quer durch den Wald gefahren wird, stört dass das Wild schon sehr. Deshalb sollten auch diese Sportler auf den Wegen bleiben.“

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