Holz geht nach wie vor nach Asien

Holzexporte: Der Weltmarktpreis entscheidet

Inmitten der abgestorbenen Fichten, die aber noch stehen, türmt sich das geschlagene Holz am Parkplatz Handweiser, um dort in Container umgeladen zu werden, die nach wie vor nach China gehen.
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Inmitten der abgestorbenen Fichten, die aber noch stehen, türmt sich das geschlagene Holz am Parkplatz Handweiser, um dort in Container umgeladen zu werden, die nach wie vor nach China gehen.

„Wenn der Artikel erscheint, kann es sein, dass die Preise, die ich jetzt nenne, bereits wieder veraltet sind“, sagt der Kiersper Förster Uwe Treff.

Kierspe - Vor drei Tagen hatten sich die heimischen Holzverarbeiter und Zimmereiunternehmen zur problematischen Situation auf dem Holzmarkt in der MZ geäußert und bemängelt, dass derzeit nur Schnittholz zu hohen Preisen und mit langen Lieferzeiten zu bekommen sei.

All dem widerspricht Treff nicht, sagt aber auch, dass „sich alle nach dem Weltmarktpreis richten müssen. Das Holz geht dahin, wo am meisten dafür gezahlt wird“.

Zwei Faktoren ziehen derzeit das Geld vom heimischen Markt ab. Zum einen zahlen die heimischen Sägewerker derzeit zwischen 60 und 65 Euro für den Festmeter Holz, für Holz, das nach Asien geht, werden im Moment 70 Euro gezahlt. „Es ist aber nicht so, dass die heimischen Sägewerker nicht beliefert würden. Aber auch von dort geht das Holz eher in den Export. „Die Sägewerker verkaufen sehr viel Schnittholz in die USA. Das verteuert das Holz hier um bis zu 170 Prozent“, sagt Treff.

Wenn die Flugsaison der Käfer beginnt, dann sieht das wieder ganz anders aus. Dann wird wieder mehr frisches Holz geschlagen und die Preise werden fallen.

Uwe Treff, Förster

In der jüngeren Vergangenheit hätten die Preise nur eine Richtung gekannt – nach oben. Treff: „Die Preise sind fast wöchentlich gestiegen.“

Doch der Kiersper vermutet, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sich die Preise wieder nach unten entwickeln. „Wenn die Flugsaison der Käfer beginnt, dann sieht das wieder ganz anders aus. Dann wird wieder mehr frisches Holz geschlagen und die Preise werden fallen“, sagt Treff. Dass es bereits bald so sein könnte, hält der Forstfachmann für mehr als wahrscheinlich. Bereits am Sonntag klettern die Temperaturen auf bis zu 25 Grad Celsius. Und wenn die Temperaturen danach hoch bleiben, sind die Käfer unterwegs. Daran habe auch der kalte Winter nicht viel geändert. „Die Larven und auch die jungen Käfer sind zu großen Teilen dem Frost zum Opfer gefallen, wobei das regional sehr unterschiedlich ist. Aber die Altkäfer haben den Winter in unglaublich großer Zahl gut überlebt und werden bald ihre zerstörerisches Werk fortsetzen“, davon ist der Förster überzeugt.

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