Holidayland Kierspe: Mit Besonderheiten aus Reiseländern durch die Krise

Statt Strand gibt’s nun Wein

Wenn es schon nicht mit der Reise klappt, dann doch wenigstens mit etwas Besonderem aus dem Reiseland.
+
Wenn es schon nicht mit der Reise klappt, dann doch wenigstens mit etwas Besonderem aus dem Reiseland. Monika Lehmann bietet in ihrem Reisebüro Holidayland nun auch handverlesene „Reiseerinnerungen“ an.

Kierspe – „Ich rechne damit, dass das Thema Reisen noch längere Zeit schwierig bleibt. Mit einer Belebung rechne ich erst wieder im Frühjahr des kommenden Jahres“, sagt Monika Lehmann, Inhaberin des Kiersper Reisebüros Holidayland.

Viel Zeit habe sie in diesem Jahr damit zugebracht, Reisen, die zuvor bei ihr gebucht worden seien, zu stornieren. „Da habe ich überlegt, was ich tun kann, damit ich auch schöne Erlebnisse habe, vor allem aber auch, wie ich ein zweites Standbein schaffen kann, damit ich im nächsten Jahr noch da bin, wenn es mit den Reisen wieder losgeht“, sagt sie und zeigt auf ein großes Regal an der Wand ihres Geschäfts. Dort, wo vor dem Bild eines Kreuzfahrtschiffs einladende Stühle standen, in der Kunden warten konnten, stehen nun Taschen, Weinflaschen, Gewürzdosen und Olivenöle. „Memories – Schönes aus aller Welt“ hat sie die neue Geschäftsidee genannt. „Alles, was ich hier verkaufe, habe ich auf eigenen Reisen kennengelernt. Ich möchte aber auch meinen Kunden damit die Möglichkeit geben, sich an ihre Reisen zu erinnern, wenn sie die Dinge hier sehen und kaufen.“

Im August trafen die Taschen aus Portugal ein, gefertigt aus Korkleder und zu 100 Prozent vegan. Danach kam Olivenöl von einem kleinen Gut auf der Lassithi-Hochebene auf Kreta, Tücher, Schalks und Ledertaschen stammen aus Prato in der Toskana. Der Wein und die Gewürze, die das bisherige Angebot ergänzen, haben keine so weiten Wege hinter sich. Den Wein hat Lehmann selbst auf einer Verkostung in Franken kennengelernt und die Gewürze in Klingenberg am Main.

Alles, was ich hier verkaufe, habe ich auf eigenen Reisen kennengelernt.

Monika Lehmann

„Mit der Zeit soll da noch einiges zukommen. Denn dadurch werde ich wieder wahrgenommen, die Kunden kommen wieder in den Laden und mit mir ins Gespräch – auch über Reisen“, freut sich die Kiersper Unternehmerin.

Noch halte sich die Nachfrage zwar in Grenzen, doch sie sei erfreut über die bisherigen Erfolge. Vor allem Geburtstagsgeschenke oder Mitbringsel bei Einladungen seien gekauft worden, aber auch schon der Wein für eine große Geburtstagsfeier. „Jetzt hoffe ich natürlich auch auf das Weihnachtsgeschäft.“

Und worauf hofft sie bei den Reisen? Wohl vor allem auf das kommende Jahr. „Mittlerweile sind ja außer Griechenland, Malta, Italien und Portugal wieder alle Länder zu Risikogebieten erklärt worden. Das Reisen in Deutschland wird seit dieser Woche auch wieder schwieriger. Aber dort ist das Angebot aufgrund der Nachfrage und der stark gestiegenen Preise begrenzt.“

Die besten Erfahrungen habe sie bei den Buchungen in diesem Jahr mit Griechenland gemacht. Gerade hielten sich dort auch zwei Familien auf, von denen sich eine bereits voller Begeisterung gemeldet habe. „Ich kann aus Erfahrung sagen, dass sich die Menschen dort sehr viel Mühe geben, den Gästen einen perfekten Urlaub zu bereiten. Die Hygienemaßnahmen werden ernst genommen und die Besucher haben Platz – sowohl in den Restaurants als auch am Strand.“

Mittlerweile sind ja außer Griechenland, Malta, Italien und Portugal wieder alle Länder zu Risikogebieten erklärt worden.

Monika Lehmann

Lehmann muss es wissen, war sie in den vergangenen zwei Monaten schon dreimal auf Tour. Anfang Juli auf Kreta, danach in Split und schließlich noch auf einem Kreuzfahrtschiff, das ohne Landgang von Hamburg nach Norwegen und zurück fuhr. Lehmann: „Allein auf Kreta habe ich mir sechs Hotels angeschaut. Die Konzepte haben überall überzeugt. Dort wird alles getan, damit sich niemand infizieren kann.“ Da trifft es sich gut, dass dieses Land in ihrem Unternehmen auch derzeit die größte Nachfrage erfährt.

Doch auch, wenn die Kiersperin viel Hoffnung auf bessere Zeiten hat, die momentane Lage beschreibt sie als Dauerwelle: „Kaum hat man Hoffnung geschöpft, schon wird diese wieder zerstört. Das sieht man ja auch an den Reisebeschränkungen, die es jetzt schon innerhalb des Landes gibt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare