Holger Scheel will Rönsahls Ortsbürgermeister werden

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Die Rönsahler Christdemokraten haben ihre Angelegenheiten für die Kommunalwahl in drei Monaten geregelt: Holger Scheel soll Horst Becker, der nicht mehr kandidiert, als Ortsbürgermeister beerben und Jörg Fischer tritt in Beckers Wahlbezirk an.

RÖNSAHL - Die Christdemokraten des Grenzdorfes haben ihre Angelegenheiten für die Kommunalwahl am 25. Mai geregelt: Für Ortsbürgermeister Horst Becker, der seine Ankündigung wahr macht, dass er nicht mehr für den Stadtrat kandiert, tritt im Stimmbezirk 6 CDU-Neuzugang Jörg Fischer an und Holger Scheel, der wie bisher im Stimmbezirk 7 kandiert, soll Becker in seiner Funktion als Ortsbürgermeister beerben. Damit ist alles Wichtige geklärt.

Von Rolf Haase

Horst Becker hat sich entschlossen, auf der Höhe seiner politischen Laufbahn aufzuhören, und meint, dass 39 Jahre Kommunalpolitik einfach genug seien. „Ich werde älter und brauche für viele Dinge inzwischen mehr Zeit“, merkt der 72-Jährige mit einem Augenzwinkern an.

Zwar ist er nach der Wahl in drei Monaten nicht mehr im Rat, aber ganz verabschiedet er sich dann auch wieder nicht: Denn seine Partei rechnet nach wie vor fest mit ihm sowie seinen langjährigen Erfahrungen und will sich diese sichern, indem sie ihn zum sachkundigen Bürger beruft, wie Holger Scheel als CDU-Stadtverbandsvorsitzender ankündigt.

„Ich bin bereit, mich für das Amt des Ortsbürgermeisters zur Verfügung zu stellen“, erklärt Scheel dann weiter. Die Mitgliederversammlung am 20. Februar habe natürlich abschließend zusammen mit der gesamten CDU-Personalliste ebenfalls darüber zu entscheiden. Aber im Vorstand sei die Abstimmung schon erfolgt. Nach der Wahl hat die stärkste Fraktion, womit die CDU übrigens wie bisher auch diesmal wieder rechnet, das Vorschlagsrecht auch für den Ortsbürgermeister, der dann vom neuen Rat gewählt wird.

Berufsschullehrer Scheel ist in Rönsahl bekannt wie ein bunter Hund: Nicht nur, dass er regelmäßig im Karneval als Büttenredner auftritt, sondern zudem spielt er seit 1997 in der Servatiuskirche die Orgel. Der CDU-Politiker gehörte auch acht Jahre dem Presbyterium an.

Zwar wirkte Scheel bereits 1995 in der Jungen Union mit, trat dann aber erst 2000 in die Partei ein. 2004 kandidierte der heute 40-Jährige erstmals für den Stadtrat. Seine politischen Schwerpunkte sind zurzeit Sport, Jugend und Soziales, doch traut er sich auch zu, sich in den Bereich Stadtplanung einzuarbeiten. In Rönsahl möchte er dafür sorgen, dass die intakte Einzelhandelsstruktur erhalten bleibt und seniorengerechtes Bauen realisiert wird. Forcieren will er die interkommunale Zusammenarbeit mit Wipperfürth und Marienheide. „Die Erhaltung des Schulstandortes ist inzwischen ja gesichert“, bilanziert er.

Der 51 Jahre alte Jörg Fischer, stand der CDU zwar immer nahe, trat jedoch erst im vergangenen Jahr ein. In Rönsahl war und ist der selbstständige Kaufmann bereits ganz lange vielfältig aktiv, ob im TSV beim Kinderfußball, beim Faustball, im Strandbadverein oder im Brennereiverein. Er ist außerdem zusammen Stefan Becker verantwortlich für den Weihnachsmarkt.

Horst Becker konnte sich zuerst nicht entscheiden, als er 1975 vom damaligen Hauptamtsleiter Dieter Reinecke gerade drei Wochen vor der Listenschließung gefragt wurde, ob er für den Rat kandidieren würde. Er hatte Zweifel, ob sich die politische Arbeit mit seinem Beruf im Baugewerbe vereinbaren ließ. Aber dann sagte er zu. Er kam genau auf die gleiche Stimmenzahl wie sein SPD-Gegenkandidat Fritz Voswinkel, so dass das Los entscheiden musste. Becker zog in den Rat ein und nicht Voswinkel, der angesichts der Mehrheit der Sozialdemokraten trotzdem zum Ortsvorsteher gewählt wurde.

1980 verschoben sich die Mehrheiten zugunsten der CDU und in Folge erreichte Becker bei den Kommunalwahlen regelmäßig mehr als 60 Prozent. „Mein bestens Ergebnis waren 68 Prozent“, erinnert er sich. 1999 zog Becker mit einem sehr guten persönlichen Ergebnis auch in den Kreistag ein und rückte 2006 in den Regionalrat beim Regierungspräsidium in Arnsberg nach. „Irgendwann reizt es, auch auf höherer politischer Ebene tätig zu werden, weil man viel mehr bewegen kann“, stellt er fest. So konnte er Einfluss darauf nehmen, dass das Kiersper Einzelhandelskonzept durchging und die Serpentinen der L 528 saniert wurden.

Horst Becker leitete zwei Ratsperioden lang den Bauausschuss und zuletzt jetzt zweieinhalb Ratsperioden den Planungsausschuss. Nur wenige Sizungen, an denen er teilnahm, vergingen ohne den einen oder anderen lockeren Spruch oder Einwurf von ihm. Er erklärt: „Ich folgte immer dem Motto, die Politik mit Humor zu nehmen, dabei aber niemanden zu verletzen.“

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