Hohe Haftstrafe wegen Steuerhehlerei

KIERSPE/HAGEN ▪ Der 42-jährige Kiersper wirkte gestern sehr gefasst, als der Vorsitzende Richter der Wirtschaftskammer im Hagener Landgericht das Urteil gegen ihn verkündete: Zwei Jahre und vier Monate Haft wegen Steuerhehlerei und Steuerhinterziehung und Beihilfe zu beidem.

Seit dem 25. Juli musste sich der dreifache Familienvater vor Gericht verantworten. Im Laufe des Prozesses hatte er zugegeben in acht Fällen unverzollte und unversteuerte Zigaretten aus Osteuropa und Griechenland in seinem Haus und der angrenzenden Garage im Ortsteil Kierspe-Bahnhof gelagert und teilweise auch selbst weiterveräußert zu haben.

Drei weitere Vorwürfe werden noch eingestellt. Bei den übrigen acht Taten ist im In- und Ausland ein Gesamtsteuerschaden von mehr als 200000 Euro entstanden. Grund für das strafrechtliche Handeln, des bis dato nicht in Erscheinung getretenen Mannes waren mutmaßlich Schulden aus einem Hauskauf.

In seiner Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter gestern, der Kiersper sei intensiv mit dem Kreis der Zigarettenschmuggler vernetzt gewesen, was sich vor allem an der unterschiedlichen Anzahl seiner Lieferanten zeige. Gegen den Mann sprachen unter anderem der lange Tatzeitraum und die hohe Schadenssumme. Positiv wirkten sich hingegen sein Geständnis, sein leerer Bundeszentralregisterauszug und sein arbeitsames, sozial integriertes Leben aus. Während die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten für angemessen gehalten hatte, beantragte der Verteidiger des Mannes, Rechtsanwalt Jörg Placidus eine Bewährungsstrafe.

Am Ende zeigte sich der Kiersper mit dem verkündeten Urteil einverstanden und ließ es rechtskräftig werden. ▪ jape

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