Hörnerklänge in der Rönsahler Servatiuskirche

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Historische Blechinstrumente, so wie sei zum Teil schon vor Jahrhunderten gebräuchlich waren, brachten die Hornisten Wilhelm Junker und Matthias Pflaum zum Klingen.

Rönsahl - Dem Anspruch, den Besuchern der nun bereits in der 25. Spielzeit laufenden Rönsahler Kirchenkonzerte in der Servatiuskirche stets etwas Besonderes zu bieten, bleibt Intendant und Organisator Dr. Christoph Luyken auch diesmal treu.

So sollen die Gäste auch in der neuen Konzertsaison ein Stück weit ins weite Feld des musikalischen Schaffens großer Meister mitgenommen werden. Als besonderes Leitmotiv gilt dabei abermals unter anderem die Darbietung anspruchvoller Kammermusik wie vor allem auch die Präsentation alter Instrumente und ungewöhnlicher Formationen.

Eine solche war sogleich auch zum Auftakt der diesjährigen Spielzeit im Rönsahler Gotteshaus zu Gast. Mit Spannung und Neugier harrten die Zuhörer am Samstagabend der Dinge, die sich hinter dem als „Veranstaltung der exotischen Art“ angekündigten Konzertgeschehen unter dem Motto „Per corni e organo“ („Für Hörner und Orgel“) verbergen sollten.

Diesmal sollte es darum gehen, das Horn als archaisches Instrument vorzustellen, das den Menschen schon seit prähistorischer Zeit begleitet und in seinen bekannten Erscheinungsformen als Waldhorn, Naturhorn, Parforce(jagd)horn und Alphorn heute noch gebräuchlich ist.

Die Vorstellung dieser Instrumente zog sich als roter Faden durch das Programm. Dabei wurden die virtuosen Hornisten Wilhelm Junker und Matthias Pflaum in überaus gekonnter Weise durch den Organisten Heinz-Peter Kortmann begleitet, der es meisterhaft verstand, den Liebreiz, der dem breiten Klangspektrum der historischen Kleine-Orgel innewohnt, ins Konzertgeschehen einzubinden.

Dem eigentlichen Konzertbeginn stellte Dr. Luyken eine kurze thematische Einführung in die Materie voran. Er erwähnte dabei, dass das Horn bis heute als Signal- und Ritualinstrument dient und im 17. Jahrhundert unter Ludwig XIV. bei der Hofmusik zu Ehren kam und später durch Erweiterung der Spieltechnik und unter anderem die Erfindung von Ventilen immer weiter vervollkommnet wurde.

Gern ließen sich die Zuhörer mitnehmen auf einen musikalischen Parforceritt auf den Schwingen des Barock. Dem Entree (Sinfonie de chasse), dargeboten auf Naturhörnern und Orgel, ließ der Organist eine kraftvolle „Toccata prima“ aus dem 17. Jahrhundert folgen. Auch die als ein Höhepunkt im jagdmusikalischen Spektrum geltende „Messe de Saint Hubert“, das Duett No. 4 g- moll für zwei Hörner sowie erst recht die dann folgenden fünf Stücke für Alphörner standen für ganz besonderen Musikgenuss an diesem Abend. Abgerundet wurde das bisher Gehörte vom Choral „Mache dich, mein Geist, bereit“ aus der Feder von Johann Sebastian Bach, auf der Orgel vorgetragen, mit vier Variationen in verschiedenen Klangfarben und Tempi.

Mit dem „Concerto in D“ für Naturhörner und Orgel von Georg Philipp Telemann und einer Zugabe klang der Abend aus.

Rainer Crummenerl

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