Höhlenforscher suchen Durchbruch zur großen Halle

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Eng wurde es an dieser Stelle, durch die man nur mit einer Rutsche weiter kam.

Kierspe - Eng war der Eingang zum Höhlensystem Hülloch II. Dort musste man schon das erste Mal auf die Knie. Gebückt ging es bergab weiter durch ein Betonrohr. Vorsicht war geboten, denn es war rutschig und die Wände waren glatt.

Am Ende der Betonröhre warteten auf die Höhlenforscher schon zwei Loren, mit denen später die ausgehobene Erde nach oben gebracht werden sollte.

Wolfgang Hänisch, Geschäftsführer der Speläogruppe Sauerland, traf sich in diesem Jahr zum dritten Mal mit seinen Mitstreitern, um im Höhlensystem zu graben. Hin zu einer großen Halle sollte es gehen, die er nicht mehr in weiter Ferne vermutet. „Wir werden heute einen Anschnitt machen, um zu sehen, wie weit in den 1920er- und 1930er-Jahren gegraben und wie oft die Höhle seither überschwemmt worden ist“, erklärte Wolfgang Hänisch.

In dieser Zeit hatten die Höhlenforscher den Schutt rechts und links angehäuft und dieser musste erst einmal raus. So manche Lore voll hatten die ehrenamtlichen Helfer schon hoch geschickt und so mancher Lastwagen hatte diesen Schutt von dort weggebracht. Das Ziel der Höhlenforscher jedoch ist, in die große Halle zu kommen, die hier vermutet wird.

Mittlerweile haben sich die Höhlenforscher schon weit hineingegraben und der Weg zum Ende der Ausgrabungen ist nicht einfach. Mal ging es auf allen Vieren durch einen niedrigen Durchlass bis zur „Spinne“, von deren Stelle mehrere Wege abgingen. Dahinter konnten die Frauen und Männer jedoch wieder stehen und etwas verschnaufen. Enger wurde der Gang dahinter und mit einer Rutsche ging es herab, der großen Halle entgegen. „Die Richtung passt mit den alten Aufzeichnungen überein“, meint Wolfgang Hänisch.

Ist der Durchbruch zur großen Halle geschafft, stehen schon einige der besten Geologen aus dem In- und Ausland bereit, um sich dort umzusehen. Wann das jedoch sein wird, ist noch ungewiss. Der Geschäftsführer der Speläogruppe Sauerland und seine Helfer könnten im Hülloch nicht alle zwei Wochen graben. Die Arbeit sei doch sehr anstrengend. Außerdem warteten noch weitere Projekte auf die Höhlenforscher.

Nach den bisherigen Erkenntnissen sind die Grabungen in der Höhle dreimal abgebrochen worden. Das hatte seinen Grund: „Es kommen Töne aus der Halle“, konnte Wolfgang Hänisch berichten. „Es ist wie ein Stöhnen. Das haben zwei unserer jetzigen Helfer unabhängig voneinander gehört.“

Sich ein Bild von den unterirdischen Gängen können sich die Kiersper am Wochenende des 9. und 10. September machen. Dann findet in der Sparkassenarena wieder ein Schanhollenfest statt, bei dem die Höhle besichtigt werden kann.

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