Große Halle im Hülloch erscheint zum Greifen nah

Der Leiter der Speläogruppe, Wolfgang Hänisch, ist sicher, dass die große Halle im Grunde zum Greifen nah ist. Bald werde es soweit sein, dass zu diesem Höhlenteil durchgestoßen werden kann.

Kierspe - Schon vor Monaten schien die große Halle zum Greifen nah. Björn Wegen, der immer ganz vorne quasi die Speerspitze bei der Erforschung des Hüllochs bildet, glaubte schon, mit einer Sonde hineingestoßen zu haben. Gestützt wurde diese Annahme, weil aus dem Bereich große Mengen Wasser in den vorderen Teil flossen, denn in der Halle soll sich ein großer See befinden.

Von Rolf Haase

Auch der starke Luftzug wurde als untrügliches Indiz gesehen. Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass der Bereich, in den der Höhlenforscher vorgedrungen ist, wohl doch erst mal nur die Fortsetzung des Ganges war. Trotzdem sind die Mitglieder der Speläogruppe Sauerland um deren Leiter Wolfgang Hänisch sicher, dass die Halle sich kurz dahinter befinden muss.

In alten Berichten aus dem 19. Jahrhundert wird die Halle als 80 Meter lang und 30 Meter hoch beschrieben. Da die Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg im Hülloch Unterschlupf gesucht hat, gibt es viele Spekulationen über mögliche Fundstücke aus dieser Zeit oder anderen Epochen in dem Teil der Höhle unter dem Arney.

Die Erforschung des Hüllochs begann im Oktober des Jahres 2009 mit der Freilegung des Höhleneingangs. Bohrungen hatten über die Richtung des Gangverlaufs sowie Hohlräume Aufschluss gegeben. Da hatte es auch schon erste Hinweise auf die Lage der großen Halle gegeben. Herausragende Bedeutung, das hat sich mittlerweile gezeigt, hat das Hülloch besonders aus wissenschaftlichen Gründen und wegen des Naturschutzes als Lebensraum für die dort vorkommende seltene Fauna und Flora. Es zog im Zuge der Forschungen während der vergangenen Jahre sogar bereits internationales Interesse auf sich.

Die Wissenschaftler, vor allem die Biologen und Hydrologen, sind gespannt, was sich in den Tiefen des Hüllochs noch für Entdeckungen verbergen. Erste seltene Tierarten oder deren Spuren sind bereits gesichtet worden, wie verschiedene Arten von Fledermäusen, Amphibien, Krebsen und Würmern – weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen. Bislang sind über 130 Meter der Höhle erforscht, wie viele Meter noch im Verborgenen vor den Forschern liegen, darauf sind sie selbst gespannt.

In den vergangenen Monaten war die Arbeit besonders schwierig und mühevoll: Immer wieder musste Wasser abgepumpt werden, weil die Grabungsstelle volllief. Außerdem scheitere das Weiterkommen an der Stelle, wo die Sonde einen Hohlraum lokalisiert hatte, weil ein Einsturz und ein riesiger Felsblock den Weg versperrten. Die Forscher mussten mühevoll um das Hindernis herum graben. Außerdem verläuft parallel ein Bach.

Zwar sind mittlerweile auf der Lorenbahn nicht mehr nur eine, sondern zwei Loren im Einsatz und die Schienentrasse wurde auch verlängert, trotzdem besteht das Wegräumen des Erdmaterials weiterhin aus mühsamer Handarbeit. Teilweise geht das im weiter hinten liegenden Teil bloß mittels einer Eimerkette, was natürlich dauert.

Auch auf dem Außengelände hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten einiges getan, wie Eigentümer Peter Feltens aufmerksam macht: So sind die Mitglieder der Speläogruppe dabei, die aus zwei Baucontainern errichtete Hütte herzurichten. Gestrichen wurde sie schon, so dass sie von außen nicht mehr gelb ist, sondern grau und sich damit an der Farbgebung des Felsgesteins orientiert. „Wir haben zudem die Quelle an der Felswand eingefasst und Steinbänke aufgestellt, so dass alles jetzt ansprechend aussieht. Auch die beiden Höhleneingänge sind eingefasst und die gesamte Felswand unten absichert durch eine Felsreihe“, berichtet Feltens und zeigt, wie schön alles aussieht.

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