Höchster Punkt Kierspes: Gipfelkreuz, Gipfelbuch und Cache

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Markus Pempe auf der Bank, die die CDU 2017 aufgestellt hat.

Kierspe - Gipfelkreuz, Gipfelbuch und Geo-Cache. Was mit einer Idee der Kiersper CDU begann, hat sich mittlerweile ein wenig verselbstständigt. Am höchsten Punkt Kierspes haben nicht nur die ihre Freude, die sich ins Gipfelbuch eintragen wollen.

Auch an diesem Morgen sind es vor allem Radfahrer, die auf den Höhen des Sauerlandes unterwegs sind – und dabei den höchsten Punkt Kierspes passieren. Dass den meisten Besuchern überhaupt klar wird, dass sie sich am höchsten Punkt befinden, verdanken sie der CDU Kierspe, vor allem aber Markus Pempe.

Der Lokalpolitiker, der auch als Abgeordneter im Kreistag sitzt, hatte vor zwei Jahren die Idee, den Tourismus vor der eigenen Haustür zu fördern. Um den höchsten Punkt markieren zu können, setzte er sich mit Forstamt und Waldbesitzer in Verbindung. Letztlich gab es die Erlaubnis, unweit des höchsten Punktes eine Bank und einen „Briefkasten“ aufstellen zu dürfen.

Bereits von Weitem ist die weiße Sitzgelegenheit sichtbar. Gleich daneben ein Pfahl mit Karte und dem erwähnten Briefkasten. In den soll aber niemand etwas hineinwerfen, sondern eher herausnehmen. Denn dort lagert, in einer Plastiktüte vor der Witterung geschützt, das Gipfelbuch. Seit mittlerweile zwei Jahren hinterlassen Besucher ihre Gedanken, Einträge, Zeichnungen oder auch nur Unterschriften. Der erste Eintrag stammt vom 13. September 2017, der bislang letzte vom 17. August dieses Jahres. Am Briefkasten selbst findet sich, genau wie im Buch, ein Hinweis darauf, dass der tatsächlich höchste Punkt 60 Meter von der Bank entfernt in einer Fichtenschonung liegt. Mittlerweile steht in unmittelbarer Nähe dieses Punktes ein kleines Gipfelkreuz. „Wer das dort aufgestellt hat, wissen wir nicht. Aber es würde mich sehr interessieren. Vielleicht meldet sich der Aufsteller ja mal“, sagt Pempe.

Mit einer Eisenstange befestigt, steht das Kreuz, vom Weg aus gut sichtbar, am Anfang der Schonung. Ursprünglich hatte der Aufsteller die falsche Ortsbezeichnung, aber die richtige Höhe am Kreuz angegeben. „Neuer Hagen – 553,8 Meter“ und „Hier ist die höchste Erhebung von Kierspe“ war dort zu lesen. Mittlerweile wurde es dahingehend geändert, dass dort nun richtigerweise „Neuer Hahn“ steht.

Seit einiger Zeit steht am höchsten Punkt Kierspes, am „Neuen Hahn“, auch ein kleines Gipfelkreuz. Bislang ist vollkommen unklar, wer dieses dort aufgestellt hat


Pempe jedenfalls freut sich, dass seine Idee so viel Resonanz ausgelöst hat: „Ich freue mich besonders, dass in den beiden Jahren, in denen die Bank dort steht, noch nichts kaputtgemacht wurde.“ Im Gegenteil, so berichtet dr Lokalpolitiker, Unbekannte hätten dem Gipfelebuch einen festen Einband verpasst und auch die Tüte spendiert, der es vor Feuchtigkeit schützt.

Nach wie vor gibt es bei Pempe den Wunsch und die Überlegung, die bestehende weiße Kunststoffbank gegen eine Holzbank auszutauschen.

Mittlerweile gibt es auch einen Geo-Cache mit dem Namen „Kierspes höchster Punkt“ in dem Gebiet. Erstmals wurde dieser am 26. August 2018 gelogt, so zumindest ist es in dem Log-Buch des Caches zu lesen.

Einträge ins Gipfelbuch – und ein „Gruß an den Ebbewolf“

In den vergangenen beiden Jahren haben sich etliche Wanderer und vor allem Radfahrer in das Gipfelbuch eingetragen. Meist sind nur der Tag des Besuchs und der Name vermerkt. Viele drücken ihre Freude darüber aus, dass der Punkt markiert ist und sie sich ins Buch eintragen können. So auch der SGV Kierspe, der die „Gipfelbesteigung“ der Sonntags- und Dienstagswanderer in dem Buch festhielt. Ein paar Seiten weiter grüßt „Rotkäppchen den Ebbewolf“. Am 18. November bedankt sich ein Stefan bei der CDU und Markus Pempe für den Ruheplatz – und endet mit dem Satz „P.S. SPD ist auch geil“. Danach relativiert er seine Aussage mit dem Satz, „in Kierspe, Berlin naja“. Ein anderer Gipfelstürmer schreibt, dass er den Ort erst nach dem zweiten MZ-Artikel aufgesucht habe. Aber es gibt auch weniger schöne Einträge, so hat ein Unbekannter ein im besten Fall als „völkisch“ zu bezeichnendes Gedicht hinterlassen. Er verweist darauf, dass dieses Gedicht auch schon von einem Ad. H. zitiert worden sei. Von solchen Einträgen sind die Initiatoren natürlich wenig begeistert, da freuen sie sich schon eher über den Eintrag der Schüler der Klasse 1b der Pestalozzischule, die bereits am 2. November des vergangenen Jahres auf dem höchsten Gipfel ihrer Heimatstadt standen.

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