Hochzeitspaare pflanzen Bäume im Heiratswäldchen

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Anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit bekamen Arnhold und Inge Lück die Pflanzaktion im Heiratswäldchen von ihren Kindern geschenkt. ▪

KIERSPE ▪ Als Zeichen der Liebe und Hoffnung pflanzen Hochzeitspaare in Kierspe seit mehr als 20 Jahren Bäume. Mittlerweile ist das Heiratswäldchen stark angewachsen. Die Aktion soll aber weitergehen.

1983 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Heinz-Willi Potthoff entstanden, wächst das Heiratswäldchen zwischen Sportanlagen und Industriegebiet jedes Jahr um einige Bäume. Auch am Samstagmorgen fanden sich wieder acht Frischvermählte und Ehejubilare zur jährlichen Pflanzaktion des Heimatvereins ein.

Am 17. April 2009 gaben sich Marita und Peter Fuchs das Ja-Wort im Kiersper Standesamt. Auf der Wiese hinter der Firma Louvrette hoben sie jetzt gemeinsam das Pflanzloch für „ihre“ Eberesche aus und schlämmten sie anschließend mit Wasser aus der benachbarten Kerspe ein. „Für mich ist ein Baum Symbol für das Leben schlechthin“, erklärt Peter Fuchs, während seine Frau mit der wachsenden Eberesche auch die Hoffnung auf wachsende Liebe verbindet. Extra aus Köln waren Hildegard und Manfred Bieneck in Begleitung von Enkelin Michaela und Urenkel Nico angereist, um anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit am 8. April 2010 eine Wildkirsche in ihrem Geburtsort zu pflanzen. „Ich habe bisher noch keinen Baum in meinem Leben gepflanzt, das wollte ich unbedingt noch tun“, lacht Hildegard Bieneck.

Knapp ein Jahr sind Claudio und Lisa Burgarella aus Kierspe verheiratet. „Wir haben uns im Vorfeld alle möglichen Bäume angeschaut und uns aus optischen Gründen für eine Lärche entschieden“, berichteten die beiden. Arnhold und Inge Lück sind seit 50 Jahren miteinander verheiratet. Jetzt pflanzten sie „etwas Bleibendes“ als Geschenk ihrer Kinder zur Goldenen Hochzeit im letzten Jahr.

Auf 169 Bäume ist das Heiratswäldchen mittlerweile angewachsen. Räumlich nach Laub- und Nadelbäumen getrennt, finden Spaziergänger auf dem Wiesengelände zwischen Sportanlagen und Industriegebiet eine große Artenvielfalt aus Eichen, Ulmen, Buchen, Birken, Akazien, Kastanien, Ebereschen, Obstgehölzen, Lärchen, Kiefern und Schwarzwaldtannen. „Nach wiederholten Beschädigungen des Schildes mit den Namen der Paare, die bisher im Heiratswäldchen einen Baum pflanzten, wird in Kürze ein neues Schild an der Osemundstraße angebracht, wo es hoffentlich etwas besser unter Kontrolle ist“, erklärt Silvia Baukloh vom Heimatverein.

Einen Nachfolger sucht der Verein für Willi Hoffmann, der nicht nur die jährliche Pflanzaktion seit vielen Jahren begleitet, sondern auch ein wachsames Auge auf Schäden und Verunreinigungen hat. „Ich bin jetzt 80 Jahre alt und möchte meine Aufgaben an einen Jüngeren übergeben“, teilt Hoffmann mit. Interessenten können sich bei ihm unter der Ruf nummer (0 23 59) 23 45 melden. ▪ msh

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