Heiße Tage und zu kalte Monate

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Der Hobby-Meteorologe Marc Thiessenhusen an seiner Wetterstation im Garten des elterlichen Grundstückes. Im vergangenen Jahr wurde dort ein neuer Hitzerekord gemessen.

Kierspe - Es sind oft wenige Grad Celsius und nur einige Liter Niederschlag, die über die Veränderungen des Wetters gegenüber vorausgegangenen Jahren Aufschluss geben.

Letztlich unterscheidet sich dann stark die Wahrnehmung des Einzelnen von den Mittelwerten der Wetterbeobachter. Nur so ist zu erklären, warum für Marc Thiessenhusen 2019 ein eher durchschnittliches Jahr war.

Der 25. Juli ist für Wetterbeobachter ein ganz besonderer Tag, allen anderen wird er als extrem warmer Tag in Erinnerung bleiben. Und tatsächlich ist dieser Sommertag der wärmste, der jemals in Deutschland gemessen wurde – das ist bei dem Hobby-Meteorologen Marc Thiessenhusen nicht anders. Während an vielen Stationen Werte von deutlich mehr als 40 Grad Celsius gemessen wurden, kam er auf 37,4 Grad – „der höchste Wert, den ich in den 15 Jahren, seitdem ich aufzeichne, je gemessen habe“, sagt der Kiersper und erklärt, dass diese Temperaturmessung der Tallage seiner Station geschuldet gewesen sei. „An anderen Orten in Kierspe war es sicher noch wärmer.“

Doch trotz dieses Hitzerekords war der Juli nicht der wärmste Monat des vergangenen Jahres, diesen Titel sicherte sich der Juni – ungewöhnlicherweise, wie Thiessenhusen feststellt.

Grundsätzlich sei das vergangene Jahr zwar sehr warm gewesen, aber längst nicht so trocken und extrem wie 2018, sagt Thiessenhusen. Die Durchschnittstemperatur habe 9 Grad Celsius betragen – und damit „lediglich“ 0,6 Grad mehr als das 30-jährige Mittel, wobei diese Zahlen aus Meinerzhagen stammen, da Thiessenhusen seine Station erst seit 15 Jahren betreibt. Auf diesen Zeitraum und Kierspe gesehen beträgt das langjährige Mittel 8,7 Grad Celsius. 2018 lag die Durchschnittstemperatur übrigens bei 9,3 Grad in Kierspe. Auch an anderer Stelle lag das Jahr 2018 weit außerhalb aller Durchschnittswerte. So gab es damals 62 Sommertage (die Temperatur lag über 25 Grad Celsius), im vergangenen Jahr waren es 36 Tage. Und während 2018 kein einziger Monat nach unten vom Mittel abwich, waren es im vergangenen Jahr gleich vier Monate.

Beim Niederschlag erreichte Kierspe mit 1154,8 Litern auf den Quadratmeter genau 81,9 Prozent des Mittelwerts, der knapp über 1400 Litern liegt. Zum Vergleich: 2018 wurden gerade einmal 883,8 Liter pro Quadratmeter gemessen. Thiessenhusen beton, dass Regen regional in sehr unterschiedlichen Mengen fällt: „In Meinerzhagen wurden mehr als 1400 Liter pro Quadratmeter gemessen. Allerdings waren auch in diesem Jahr die Niederschlagsmengen im Sommer gering, es fing im Herbst aber deutlich früher an zu regnen als 2018.“

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 181 Niederschlagstage, 2018 waren es 161 Tage – und im Mittel sind es 205 bis 2010 Tage.

Die niedrigste Temperatur 2019 an der Station von Thiessenhusen betrug am 21. Januar übrigens minus 12,6 Grad Celsius, der kälteste Tag im Mittel war der 24. Januar mit minus 6,1 Grad Celsius. Insgesamt wurden 2019 genau 95 Frosttage gemessen, 2018 waren 89.

Hitzetage (mit mehr als 30 Grad Celsius) gab es nach den Aufzeichnungen von Thiessenhusen in den beiden vergangenen Jahren genau gleich viele, nämlich jeweils 11. Wobei mit dieser Anzahl von Hitzetagen im Jahr 2018 ein Rekord aufgestellt wurde, der dann ein Jahr später eingestellt aber nicht übertroffen wurde.

Fragt man Thiessenhusen nach den Aussichten für die kommenden Tage, legt er sich überraschend schnell fest: „Es deutet nichts auf Schnee hin, zumindest nicht in den kommenden zehn Tagen.“

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