Dr. Matthias Heider bei CDU-Ortsunion zu Gast

Circa 25 Zuhörer folgten mit großem Interesse den Ausführungen des Bundestagsabgeordneten. - Fotos: Crummenerl

Rönsahl - „Wir schaffen das!“ Kaum jemals zuvor haben Worte aus dem Mund von Bundeskanzlerin Angelika Merkel für so viel öffentlichen Diskussionsstoff und Irritationen bis tief in die Reihen der eigenen Partei hinein gesorgt. Damals war allerdings noch nicht abzusehen, in welch dramatischem Maße der Zustrom der Flüchtlinge zunehmen würde.

Keine Frage also, dass der gesamte Themenkomplex um die Flüchtlingsproblematik im Mittelpunkt des am Mittwochabend in der Historischen Brennerei in Rönsahl angesagten Info-Abends stand. Zu diesem konnte die CDU-Ortsunion Kierspe den heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider als Referenten begrüßen. Daneben gerieten die weiteren Themen Situation in Griechenland und VW-Skandal eher in den Hintergrund.

Heider, Mitglied im Wirtschaftsausschuss seiner Partei, machte kein Hehl daraus, dass er persönlich nach wie vor der praktizierten Griechenlandpolitik der Bundesregierung und der EU skeptisch gegenüberstehe, zumal die anhaltenden Negativmeldungen aus dem südosteuropäischen Staat längerfristig gesehen Anlass zu schlimmsten Befürchtungen böten.

Nicht zuletzt im Hinblick auf die vielen Zulieferanten der Automobilindustrie aus Südwestfalen, so Heider, sei zu hoffen, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Wiedergutmachung des vom VW-Fehlverhalten verursachten immensen Imageschadens für die gesamte Branche und die deutsche Wirtschaft insgesamt möglichst rasch greifen. Deshalb sei schnelles und wirksames Handeln.

Als abendfüllendes Thema erwies sich erwartungsgemäß die Situation um den ständig zunehmenden Strom der Flüchtlinge. „Jeder Schutzsuchende muss in unserem Rechtsstaat die Behandlung erfahren, die er verdient“, betonte Heider. „Das bedeutet allerdings auch, dass der Wesensgehalt des Asylrechts geschützt und jedwedem Missbrauch entschieden begegnet werden muss – mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen, wie beispielweise der Abschiebung von Wirtschaftsflüchtlingen in ihr Herkunftsland“. Der Referent begrüßte in diesem Zusammenhang die in diesen Tagen beschlossene Gesetzeslage und setzte auch auf mehr Praxis beim Vollzug von Bundesrecht.

Ein dickes Lob, verbunden mit großem Dank an alle Ehrenamtler, gab es für die im Märkischen Kreis bewiesene Willkommenskultur. Dort kümmert man sich um bisher 2300 Flüchtlinge. Eine absolute Vorbildfunktion nehme die Stadt Kierspe und deren freiwillige Helferschar ein, die 139 Schutzsuchende betreue.

Mit Blick auf die „große Politik“ und die vorhersehbare und dann möglicherweise nicht mehr in den Griff zu bekommende Entwicklung der Flüchtlingsströme, wenn sich an der Bekämpfung der Ursachen nicht in absehbarer Zeit Grundlegendes ändere, vermisste Heider „klare Kante“ aus Brüssel. Dort drücke man sich ebenso vor der Verantwortung wie die meisten europäischen Länder und lasse den Inhalt des Schengen-Abkommens praktisch zur Makulatur verkommen, kritisierte der Referent.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare