Geld soll den am ärgsten Betroffenen zugute kommen

Hilfe für Hochwasseropfer: Landfrauen spenden 47 000 Euro

Ein landwirtschaftlicher Betrieb in Hagen wurde komplett überflutet. Nicht nur das Gebäude wurde stark geschädigt, auch die Ernte ist durch das Hochwasser vernichtet worden.
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Ein landwirtschaftlicher Betrieb in Hagen wurde komplett überflutet. Nicht nur das Gebäude wurde stark geschädigt, auch die Ernte ist durch das Hochwasser vernichtet worden.

Das Hochwasser Mitte Juli hat eindrucksvoll bewiesen, wie unerbittlich die Natur sein kann – es hat aber auch den Beweis erbracht, wie mitfühlend viele Menschen sind. In allen betroffenen Gebieten waren Helfer, Unternehmer und Landwirte tätig, um das Leid zu mindern und den Wiederaufbau zu starten. Bemühungen, die auch von den Kreislandfrauen massiv unterstützt werden. Mehr als 47 000 Euro hat der Kreisverband mittlerweile für die Flutopfer gesammelt – und zum Teil schon ausgezahlt.

Kierspe/Märkischer Kreis - „Das Telefon kommt einfach nicht zur Ruhe. Aber es macht mir auch viel Spaß, denn das Ergebnis ist einfach toll“, sagt die Kiersperin Bärbel Balke, Vorsitzende des Landfrauen-Kreisverbandes Ennepe-Ruhr, Hagen und Märkischer Kreis. Auf die Frage, wie es die Landfrauen so schnell geschafft haben, diese Summe zu sammeln, ist die Antwort klar. „Die Landfrauen sind unglaublich gut vernetzt. Außerdem sind alle Kreisverbände und Ortsverbände in Westfalen-Lippe angeschrieben und über die Spendenaktion informiert worden“, erzählt Balke im Gespräch mit der MZ.

„Uns Landfrauen ist es wichtig zu helfen – und zwar direkt den Menschen, die von der Flutwelle besonders hart getroffen wurden“, sagt die Kreisvorsitzende. So habe man erst einmal gründlich recherchiert und festgestellt, dass der Ennepe-Ruhr-Kreis nicht so schlimm vom Hochwasser betroffen sei wie Hagen und Teile des Märkischen Kreises. Um effektiv zu helfen, habe man für jeden der drei Verbandsteile zwei Landfrauen ausgesucht, die in ihrem Umfeld nach förderungswürdigen Projekten Ausschau gehalten hätten.

Genau hingeschaut

„Wir haben uns die Leute, an die wir spenden, genau angeschaut, denn das Geld soll vor allem denen zugute kommen, die am meisten verloren und die geringsten Chancen auf Hilfen haben. So zeigte sich schnell, dass einige Menschen nicht infrage kamen, weil eine Elementarschadenversicherung die Schäden abdeckt. Bei einem Kindergarten stellte sich heraus, dass sich dieser in städtischer Trägerschaft befindet und dort sicher anders als durch private Spenden geholfen werden kann. Letztlich seien aber Nicole Schreiber und Sabine Mayweg (Ennepe-Ruhr-Kreis), Vanessa Weber und Elisabeth Bergfeld (Hagen) sowie Mechthild Schulze-Roberg und Adelheid Lösse (Märkischer Kreis) fündig geworden.

Ennepe-Ruhr-Kreis

Von dem Engagement profitiert im Ennepe-Ruhr Kreis unter anderem eine junge Familie aus Hattingen, die erst drei Tage vor dem Unwetter in ihr neues Haus eingezogen war – und innerhalb von Stunden alles verlor. Aber auch ein Projekt für Langzeitarbeitslose in Witten, das seine Infrastruktur verloren hat und ein Reiterhof in Wetter, bei dem die Therapiepferde keinen Stall mehr haben.

Eine private Initiative, die Elektrogeräte für Hochwassergeschädigte kauft, wurde von den Landfrauen bereits mit 6000 Euro unterstützt.

Hagen

In Hagen wird ein landwirtschaftlicher Betrieb unterstützt. Die Familie, die als Direktvermarkter dort tätig sind, hat die komplette Ernte verloren. Außerdem wurde das alte Fachwerkhaus, in dem die Landwirte leben, komplett überflutet und muss komplett entkernt werden. Geld bekommen auch der Kinderschutzbund in Hagen und der TuS Volmetal. Letzgenannter kümmert sich um alle Betroffenen entlang der Volme. „Alle Familien, die dort wohnen, werden von einem Sachverständigen auf ihre Bedürftigkeit überprüft, sodass auch dort das Geld zu den richtigen Empfängern kommt“, erklärt Balke.

In Altena wurden viele Gebäude stark beschädigt oder zerstört. Die Hilfe der Landfrauen geht dort an drei Familien.

Märkischer Kreis

Im Märkischen Kreis sollen drei Familien in Altena profitieren, die an der gleichen überfluteten Straße wohnen und deren Wohnhäuser komplett zerstört wurden. Außerdem erhalten die Familien der beiden Feuerwehrmänner in Altena und Werdohl, die während des Einsatzes verstorben sind, Zuwendungen.

6000 Euro wurden bereits an eine private Spendenorganisation übergeben, die Geld für Waschmaschinen, Kühlschränke Gefriertruhen und andere Elektrogeräte sammelt.

Aktion geht weiter

„Die Aktion ist aber noch nicht beendet. Wir hoffen, dass wir noch mehr Geld bekommen, mit dem wir den Betroffenen direkt und schnell helfen können“, so Balke.

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