Hilfe bei Alkoholsucht vom Blauen Kreuz

+

Kierspe - Laut des Statistischen Bundesamts konsumieren in Deutschland rund 9,5 Millionen Menschen regelmäßig Alkohol. Die Schwelle zur Sucht ist oftmals niedrig. Betroffene aus Kierspe bekommen Hilfe. Die Begegnungsgruppe des Blauen Kreuzes trifft sich montags im Lutherhaus.

„Diskretion und gegenseitiges Vertrauen sind die wichtigsten Eckpfeiler unseres Hilfeangebotes. Schön ist der Nebeneffekt, dass aus unseren Montagstreffen schon sehr viele und enge Freundschaften hervorgegangen sind“, sagt die 60-jährige Kiersperin Ute Afflerbach. Seit 2011 leitet sie die Ortsbegegnungsgruppe Kierspe. Damals übernahm sie die Gruppe von Petra Fuchs-Faßbender.

Den Weg zu der Begegnungsgruppe fand sie durch eigene Erfahrungen mit dem Thema – eine Herausforderung, die sie erfolgreich meistern wollte. So kam sie über Umwege auch an das Engagement in der Gruppe.

Im Durchschnitt betreut Afflerbach bei den Treffen etwa 15 Personen. „Die Zahl ist stark schwankend. In Hoch-Zeiten kamen bis zu 25 Menschen“, erinnert sich Afflerbach. Positiv empfindet sie, dass zuletzt auch wieder mehr junge Leute mit Problemen die Gruppe besuchen. „Das geht in erster Linie über Mundpropaganda. Ein bisschen haftet an uns das Image des alten Miefes, der viele abschreckt. Dazu zählt auch die christliche Grundidee der Gruppe“, sagt Afflerbach.

Grundsätzlich müsse die Motivation, das eigene Leben zu ändern, von den betroffenen Mensch selbst ausgehen. Das sei der wichtigste Ansatzpunkt für das erfolgreiche Abschwören vom Alkohol. Oft sind dafür einschneidene Erlebnisse im Leben der Betroffenen nötig, um den Anfang zu machen. Betrunken im Straßenverkehr erwischt zu werden zum Beispiel. Und die darauf folgende Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU).

„Manche halten die MPU für Schikane, aber für viele Menschen war das auch der Punkt, an dem sie gesagt haben: Ich möchte etwas ändern“, berichtet die Gruppenleiterin im Gespräch mit unserer Zeitung. Viele Menschen sind so bei der Gruppe geblieben und bis heute trocken, kann die Kiersperin aus Erfahrung sagen. „Es ist besser, die Menschen suchen sich freiwillig Hilfe, die ohne Zwang erfolgt.“

Eines der wesentlichen Probleme, die die Süchtigen haben, sei die Omnipräsenz von Alkohol im gesellschaftlichen Alltag. „Bei fast allen Veranstaltungen gehört Alkohol dazu. Umso wichtiger ist es, den Leuten aufzuzeigen, dass das Leben auch im alkoholfreien Umfeld problemlos möglich ist“, sagt Afflerbach. Aus diesem Grund unternehmen die Mitglieder der Gruppe auch viele Ausflüge in ihrer Freizeit. Dazu zählen unter anderem ausführliche Wandertouren oder das Sommergrillen. „Ein besonderer Höhepunkt ist auch, wenn wir nach Radevormwald zum Bogenschießen fahren“, sagt Alfterbach.

Motivationsprobleme für die ehrenamtliche Arbeit hat Ute Afflerbach auch im fünften Jahr ihrer Tätigkeit nicht: „Es ist zwar deutlich mehr Arbeit als gedacht – gerade als Leiterin der Gruppe – aber es macht immer noch Freude, den Menschen zu helfen.“ Eine christliche Grundhaltung hat Afflerbach dabei stets im Blick: die Nächstenliebe.

Die Ortsbegegnungsgruppe Kierspe trifft sich montags von 19.30 bis 21.30 Uhr im Lutherhaus an der Margarethenkirchen. Darüber hinaus können sich Menschen, die für sich selbst, Freunde oder Verwandte Hilfe benötigen, an Ute Afflerbach, 0 23 54/29 77 70, wenden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare