Hightech-Materialien auf den Spielplätzen

Ob alle Schrauben festsitzen und der Verschleiß an den beweglichen Teilen nicht zu groß ist, wird überprüft.

KIERSPE ▪ Auf den Kinderspielplätzen finden sich heute Hightech-Materialien. Statt Eisen und Holz wie früher dominieren Stahl, Aluminium und Kunststoff. Jetzt war der städtische Bauhof wieder unterwegs, um wie alle zwei Wochen sämtliche Anlagen auf ihre Sicherheit und die Funktion der Geräte hin zu kontrollieren.

Waren die Spielgeräte vor Jahrzehnten noch aus Eisen und mussten in der Winterzeit von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes immer aufwändig überarbeitet werden, unter anderem entrostet und neu lackiert werden, ist die Pflege heute durch die Verwendung moderner Materialien einfach geworden. Nach den Geräte aus Eisen folgte eine Generation aus Holz und heute dominieren auf den insgesamt 26 Kiersper Spielplätzen, einschließlich der beiden Bolzplätze am Jubachweg in Vollme und an der Meienbornstraße in Rönsahl sowie der Federtiere vor dem Denkmal an der Kölner Straße, überwiegend Stahl, Aluminium und Kunststoff, inzwischen sogar aus Recyclingmaterial.

„Obwohl sich Holz besonders im Bereich der Brüstungen und Geländer immer noch findet“, berichtet Birgit Eschrich, die als Einsatzleiterin des Bauhofes jetzt wieder alle Kinderspielplätze inspiziert hat. Das geschehe im Zwei-Wochen-Rhythmus und dauere dann immer zwei Tage. „Wir sehen nach, ob die Schrauben richtig sitzen, Holz nicht verzogent und der Verschleiß an den beweglichen Teilen nicht zu groß ist“, macht sie aufmerksam. Diesmal war sie mit Mirko Schulte unterwegs, der diese Aufgabe künftig übernehmen soll und damit die Nachfolge von Wilhelm Volkenroth antritt, der in den Ruhestand gegangen ist. Schulte ist als gelernter Tischler prädestiniert für diese Aufgabe, da immer wieder auch kleinere Schreinerarbeiten anfallen.

Die ältesten Kinderspielplätze im Stadtgebiet sind der am Klösterchen und der am Tulpenplatz, später folgte dann der Spielplatz am Felderhof im Bereich des Glatzer Weges, der trotzdem mit zu den ältesten gehört. Die neueste Anlage ist die am Offenbachweg oberhalb des Friedhofs. Zumindest so lange, bis der Spielplatz im neuen Baugebiet Östlich Rathaus gebaut wird, der Bestandteil des Bebauungsplanes ist.

30 000 Euro für

Neuanschaffungen

Wenn dieser errichtet wird, reichen die rund 30 000 Euro, die jährlich in den Haushaltsplan für Neuanschaffungen eingestellt werden, jedoch nicht aus, wie Eschrich weiß, denn eine einzige Spielkombination kostet schnell mehr als 10 000 Euro. Vielfach wurde bereits die Möglichkeit genutzt, die Geräte aus dem Programm der Firmen nach und nach zu erweitern und so den Kindern im Altersspektrum von zwei bis elf Jahren etwas Neues zu bieten.

In diesem Jahr, so Eschrich gab es aber keine größeren Neuanschaffungen, was dem angespannten Kiersper Haushalt gut tut. Im Laufe der Zeit sind auch Spielplätze weggefallen wie in der Schörrenbach oder im Arney. Ein Grund ist meist die Häufung von Vandalismus, was auf allen Anlagen ein Problem ist: „Da werden Stücke mit der Säge herausgeschnitten, Platten durchtreten oder Schrauben und sogar ganze Teile wie am Mühlenberg ein Flaschenzug als Sandbaustelle geklaut“, zuckt die Einsatzleiterin ratlos angesichts der Zerstörungswut mit den Achseln. Das sind die Probleme, mit denen der Bauhof sich ständig konfrontiert sieht.

1994 wurde damit begonnen, alle Anlagen zu modernisieren und auf den neuesten Stand zu bringen. Vor vier Jahren wurden die ersten Geräte aus Recyclingkunststoff, die inzwischen auf den Markt gekommen waren, angeschafft und die Erfahrungen mit diesem sehr widerstandsfähigen Material sind sehr gut, wie Birgit Eschrich bestätigt. „Es ist sehr stabil, wenn auch die Farbe nicht ganz so wetterbeständig ist“, ergänzt sie. Die Geräte finden sich im Bereich der Spielplätze am Felderhof, am Servatiusweg in Rönsahl, an der Bachstraße und Auf dem Kiss.

Eine neue Maßnahme im vergangenen Jahr war ein Kletterturm mit Rutsche auf dem Spielplatz am Klösterchen. Bis heute wird für die Rutschen gerne Edelstahl eingesetzt, weil diese dann am längsten halten. „Um eine Lärmdämmung zu erreichen, werden sie mittlerweile zusätzlich durch Holz ergänzt“, informiert die Stadtmitarbeiterin. Bei der Auswahl der Spielgeräte achten die Mitarbeiter darauf, dass etwas ausgesucht wird, was den Kindern gefällt: „Alles, was sich dreht und bewegt, ist interessant und auch Kletterwände sind nach wie vor gefragt, wenn vielleicht auch nicht mehr so wie früher“, betont Eschrich. Sie probiert die Geräte selbst aus, um zu testen, wie gut sie sind. Eingekauft wird in der Regel laut Katalog, gelegentlich wurden aber auch schon Messen besucht.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare