Ein Herz für Tiere – Mehr als nur ein Slogan

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Bärbel Höll und Ute Pillmayer (rechts) vom Tierschutzverein Arche haben ein Herz für Tiere und kümmern sich liebevoll und engagiert um Fund- und Abgabetiere. J

KIERSPE ▪ „Das ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk“, sagte der neunjährige Francesco, als Bärbel Höll der Familie kurz vor den Feiertagen eins der zwei kleinen Kätzchen wieder zurück brachte. Auch für Bärbel Höll, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Arche war es ein emotionaler Moment, der zu den positiven Erlebnissen bei ihrer unermüdlichen Arbeit gehörte.

Der Aufwand für die heimischen aktiven Tierschützer, die mit vielen Pflegestellen arbeiten, ist sehr groß, Er bestimmt bei Bärbel Höll und ihrer Mitstreiterin Ute Pillmayer das Tagesgeschehen. Und nicht jede Aktion geht so positiv aus, wie die des kleinen Francesco. Denn seine Mutter hatte sich zuvor schweren Herzens von den beiden Katzenkindern trennen müssen, weil sie als Alleinerziehende aus finanziellen Gründen nicht mehr in der Lage war, die Tiere Art gerecht zu versorgen. „Es ist ja nicht nur das Futter, auch die tierärztliche Versorgung belastet den Geldbeutel“, weiß Bärbel Höll und berichtet gerührt von der ganzen Geschichte, die für alle so wunderbar ausgegangen ist. Vom Ordnungsamt wurde sie damals über „ausgesetzte“ Katzen informiert. Doch Bärbel Höll und Ute Pillmayer vom Tierschutzverein Arche haben schnell die Besitzerin ausfindig machen können und erfahren, dass die Mutter die Tiere abgegeben hat, damit ihnen nichts Schlimmeres passiert. Die beiden Tierschützerinnen haben dann dafür gesorgt, dass die kleinen Stubentiger tierärztlich versorgt wurden und sich auch weiterhin um die fünf und neun Monate alten Katzenkinder gekümmert. Nachdem sie nun geimpft, gechippt und kastriert waren, leben die beiden Katzenkinder, Basti und Blondi, jetzt wieder in der Familie. „Jederzeit kann sich die Mutter an uns wenden, wenn sie Hilfe braucht. Auch die Hausbesitzer wollen sich fürsorglich um die beiden kleinen Kätzchen kümmern und wir unterstützen sie jederzeit auch mit Futter“, sagte Bärbel Höll. Dass die Mitglieder des Tierschützvereins ihre Arbeit so erfolgreich machen können, sei vor allem den zahlreichen finanziellen Zuwendungen und Futterspenden zu verdanken. Besonders die Bäckerei Diewald unterstützt den Verein immer mit nicht verkauftem Brot und Brötchen. So kann sich dank der vielfältigen Hilfe die Bilanz der Tierschützer sehen lassen: Im vergangenen Jahr konnten rund 30 Katzen versorgt werden. Allein neun Katzenbabys wurden in einer Hecke am Friedhof gefunden und mit der Hand aufgezogen. Acht von ihnen wurden inzwischen erfolgreich vermittelt. Ein kleines Kätzchen hat es nicht geschafft. „Das ist dann immer sehr traurig für uns“, sagte Bärbel Höll.

Auch an der Kölner Straße wurde verwilderte Katzen kastriert und versorgt, aber in Freiheit belassen. „Auf dem Friedhof lebt eine verwilderte Katze, die uns jedes Jahr zweimal Baby geschert“, führte die Tierschützerin weiter aus. Die beiden Tierschützerinnen versuchen jetzt verstärkt, das Muttertier einzufangen, um es kastrieren zu lassen. „Sie soll dann aber weiter in Freiheit leben“. Mit all diesen Tieren, darunter auch viele weitere verwilderte Katzen, die von den Tierschützern eingefangen und kastriert wurden, aber in Freiheit blieben, verbindet die beiden engagierten Tierschützerinnen eine innige Beziehung. Jedes Katzenschicksal geht Bärbel Höll und Ute Pillmayer zu Herzen und sie können dazu schöne aber auch traurige Geschichten erzählen. Eine besonders intensives Erlebnis hatten die beiden Tierschützerinnen einige Tage vor Weihnachten. Da wurden sie vom Tierarzt Christian Klaus informiert, dass dort eine Katze mit schwersten Verletzungen abgegeben wurde. Nachdem das Tier erfolgreich operiert und kastriert wurde, nahm es Ute Pillmayer in ihre Obhut. Die kleine Amy, wie die Tierschützerinnen sie nennen, erholt sich nun von den Folgen des Eingriffs, in dem ihr ein Auge entfernt werden musste, und wird liebevoll aufgepäppelt. Wenn sie ihre Halskrause nicht mehr tragen muss, wird sie mit den anderen Katzen und der Hündin im Hause von Ute Pillmayer zusammen leben, bis sie endgültig ein neues Zuhause gefunden hat.

Die Tiere, um die sich die Arche kümmert, werden alle bis zu ihrer Vermittlung in Pflegestellen untergebracht. Aber nicht nur bei der Versorgung und Vermittelung von Katzen können die Tierschützerinnen eine positive Bilanz verzeichnen, auch bei der Vermittlung von Hunden waren sie erfolgreich. In diesem Jahr waren es fünf Hunde, die sie in ein neues Zuhause vermitteln konnten.

Leider hatte der Terriermix-Rüde Bruno bisher kein Glück, erzählt Bärbel Höll. Der vor einem halben Jahr ausgesetzte zwei- bis dreijährige Rüde ist zurück gekommen und befindet sich wieder in der Obhut der Tierschützer. „Unser Wunsch ist es, das der liebe aber noch etwas temperamentvolle Bruno bald ein endgültiges Zuhause findet“. Er ist auf de Homepage des Vereins http://www.tierschutz-kierspe.de vorgestellt.

Dank des Internets konnten Bärbel Höll und Ute Pillmayer einige ihrer Pfleglinge nicht nur in der örtlichen Umgebung, sondern auch nach Lüdenscheid, Olpe und Altena vermitteln. Doch auch um Hasen, Igel und sogar um einen Leguan haben sich die engagierten Damen in diesem Jahr kümmern müssen. Dank weitreichender guter Kontakte zu Tierschützern und Organisationen ist es ihnen gelungen, die gefundenen Tiere schnellst möglich in die richtige Hände weiter zu geben. Für das kommende Jahr wünschen sich die Tierschützerinnen vor allem, dass es weniger ausgesetzte Tiere geben möge und dass die Menschen sich der Verantwortung bewusst sind und diese auch übernehmen, bevor sie sich ein Tier anschafften. Ein weiter Wunsch von Bärbel Höll und Ute Pillmyer für 2012 ist es aber auch, dass sie weiterhin von den Kierspern bei ihrer Arbeit mit Spenden und sonstigen Zuwendungen tatkräftig unterstützt werden. ▪ Bärbel Schlicht

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