Sportabzeichen – bei Hitze und bei Regen

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Helmut Schubert (2. von rechts) wird beim Sportabzeichen-Training und -abnahme im Stadion Felderhof nicht nur von Manfred Becker, Carsten Möller (von links) und Bruno Schumacher unterstützt, sondern ebenfalls Karl-Heinz Klitscher, Chris Eichert und Bärbel Weber,. In Rönsahl warten Ilka Höhfeld und Brigitte Tomczak auf die Sportabzeichenbewerber.

Kierspe - Sie stehen jeden Mittwoch im Stadion Felderhof bereit, egal, ob die Sonne für eine brütende Hitze sorgt oder es heftig regnet: Denn für Helmut Schubert steht die sportliche Betätigung im Freien an oberster Stelle. Die Motivation dafür ist das Sportabzeichen.

„Selbst, wenn man die Bedingungen des Sportabzeichens nicht schafft“, sagt der Leiter des Sportabzeichentrainings vom Kiersper Stadtsportverband (SSV), sei die regelmäßige sportliche Betätigung viel wichtiger als zuhause vor dem Computer zu sitzen. Aus diesem Grund steht Schubert von Anfang Mai bis Ende Oktober, wenn die Zeit umgestellt wird, jeden Mittwoch ab 17.30 Uhr im Stadion und wartet mit seinen Helfern auf die Kiersper, die versuchen, das Sportabzeichen zu erlangen. Dabei hat er es schon erlebt, dass die Kugelstoßanlage ebenso unter Wasser stand wie die Laufbahn und fast nicht nutzbar war.

Prüfungen in vier Bereichen

Neben Schubert gehören Manfred Becker, Karl-Heinz Klitscher, Chris Eichert, Carsten Möller und Bärbel Weber zum SSV-Team, die Prüfungen für die Disziplinen aus den vier Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination abnehmen. Helmut Schubert wird aber auch von seinem Bruder Bruno tatkräftig unterstützt.

Trotz großer Hitze waren am vergangenen Mittwoch einige ins Stadion gekommen, um für das Sportabzeichen zu trainieren. Der Hochsprung zählt dabei zu den anspruchsvolleren Disziplinen.

In Rönsahl zeichnen Ilka Höhfeld und Brigitte Tomczak dafür verantwortlich, dass auf dem dortigen Sportplatz – auch wenn dort eine Rundlaufbahn fehlt – das Sportabzeichen gemacht werden kann. „Und das alles kostenlos“, betont Schubert, am Ende müsse lediglich die Urkunde bezahlt werden, die im Rahmen einer kleinen Feierstunde im März überreicht wird. Dabei würde sich der Sportabzeichenleiter wünschen, dass mehr daran teilnähmen. Schließlich mache man dies ja für sie.

Gute Beteiligung von den Grundschulen

Dagegen freuen sich Schubert und seine Helfer sehr, dass die Beteiligung der Grundschulen gerade in diesem Jahr sehr gut ist. Die Schanhollenschule ist mit 45 Teilnehmern stets gut vertreten. In diesem Jahr sei die Pestalozzischule dabei, von der knapp 90 Kinder der Jahrgänge 1, 2 und 4 an dem sportlichen Fitnesstest teilnehmen – nur die Drittklässler fehlen noch.

Den 100-Meter-Lauf baue man auf, sagt Helmut Schubert. Das bedeutet, immer wieder laufen und laufen und sich dabei steigern.

Die Löschzwerge der Freiwilligen Feuerwehr seien ebenfalls stets gut vertreten. Auf der anderen Seite bedauert man aufseiten des SSV, dass bislang kaum ein Gesamtschüler am Sportabzeichen-Wettbewerb teilnimmt. Doch auch hier habe man im Rahmen des Sparkassenlaufs Kontakt zu einer Lehrerin aufgenommen und hofft nun, dass vielleicht schon nach den Sommerferien auch Gesamtschüler mittwochs ins Stadion kommen.

Selbst, wenn der Mittwoch – insbesondere auch bei den Erwachsenen – zeitlich nicht passt: „Ich bin offen für alles“, macht Helmut Schubert deutlich, dass er, nach Absprache, auch an anderen Tagen (an Wochenenden) gerne auf dem Sportplatz zur Verfügung steht. Zu erreichen ist er unter Tel. 0 23 51/75 79 sowie 01 73/9 25 80 56.

Zwei Termine im Hallenbad

Natürlich koordiniert der Sportabzeichenleiter auch die anderen Disziplinen, die nicht im Stadion durchgeführt werden können. Wie das Schwimmen, für das dem SSV das Hallenbad Räukepütt an zwei Donnerstagabenden von 19 bis 20 Uhr zur Verfügung steht. Davor brauche man auch keine Angst zu haben, meint Helmut Schubert mit Blick auf die Sportabzeichen-Zeiten, „eigentlich muss man nur zeigen, dass man im Wasser nicht untergeht“.

Zweite „Außer-Stadion-Disziplin“ ist das Radfahren, für das ein Sonntag im September angeboten wird. Treffpunkt ist dann der Volme-Freizeitpark. Von dort wird die 20-Kilometer-Strecke nach Brügge (Aral-Tankstelle) und zurück bis etwa zur Firma Grote und Brocksieper in Angriff genommen. Natürlich sind Helmut Schubert und die anderen Prüfer des SSV auch in der Lage, die Disziplinen für das Behinderten-Sportabzeichen abzunehmen.

Durch Warmmachen vor Verletzung schützen

Bevor das Training und ebenso die Prüfungsabnahmen im Stadion Felderhof beginnt, steht erst einmal ein kleines Aufwärmprogramm bei Helmut Schubert auf dem Plan. Schließlich soll sich niemand verletzen. Laufgymnastik, Dehnen und Steigerungsläufe sind die Übungen für das Warmmachen.

Danach können dann die meisten Disziplinen in Angriff genommen werden. Im Bereich Ausdauer kann zwischen einem 3000-Meter-, 10 000-Meter-Lauf, Walking oder Nordic Walking (7,5 Kilometer), Schwimmen und Radfahren (20 Kilometer) gewählt werden. Bei den Kraft-Disziplinen wählen die Teilnehmer zwischen Medizinballwerfen, Kugel- oder Steinstoßen und Standweitsprung aus. Lediglich das Geräteturnen, das jeweils noch einmal in den Bereichen Schnelligkeit und Koordination vorkommt, wird in Kierspe nicht angeboten.

Der Schleuderball gehört beim Sportabzeichen zu den Disziplinen im Bereich Koordination. Alternativ kann auch Hoch- oder Weitsprung oder Seilspringen gewählt werden.

Laufen (Sprint), Schwimmen (Kurzstrecke) und Radfahren (200 Meter) gehören zu den Schnelligkeitsdisziplinen des Sportabzeichens. Bei der vierten Disziplin kann zwischen Hoch- sowie Weitsprung, Schleuderball und Seilspringen gewählt werden. Die vom Fitness-Wettbewerb geforderten Zeiten und Weiten, die natürlich jeweils dem Alter angepasst sind, werden auf der Einzelprüfkarte festgehalten. Schließlich können alle Kiersper von sechs bis 99 Jahren und älter daran teilnehmen.

Tipps zu Disziplinen von den Helfern

Und dass es eine Reihe von Älteren – mehr als 70 Jahre alt – gibt, die mittlerweile zum 30. Mal das Sportabzeichen machen und sich damit fit halten, weiß Helmut Schubert natürlich. Nicht nur für die, sondern selbstverständlich für alle, die das Sportabzeichen machen möchten, gibt es Tipps. Egal, ob beim Hochsprung, Schleuderball oder beim Sprint.

Schließlich wissen Helmut Schubert und seine Helfer, wie man über die Latte kommt, der Bewegungsablauf beim Schleuderball aussehen sollte oder dass der 100-Meter-Lauf aufgebaut werden muss. Das Team des Stadtsportverbandes Kierspe weiß ebenfalls, dass in bestimmten Bereichen das Sportabzeichen sogar für eine Zulassung benötigt wird.

Das gelte für angehende Polizisten ebenso wie für Strafvollzugsbeamte, Feuerwehrmänner und -frauen und Sportstudenten. Sie können sich bei Helmut Schubert melden, aber auch einfach mittwochs im Stadion Felderhof oder in Rönsahl auf dem Sportplatz vorbeikommen.

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