Hellerleuchteter Bussteig für vier große Gelenkbusse

Der städtische Beigeordnete Olaf Stelse und Tiefbauamtsleiter Karsten Seil stellten jetzt auf der Baustelle an der Bahnhofsstraße das 1,5-Millionen-Projekt des Busbahnhofs vor und erläuterten die Durchführung der weiteren Bauarbeiten.

KIERSPE ▪ Die ersten Erdarbeiten am neuen Busbahnhof sind bereits im Gang: Die Stadtwerke haben ihre Gasstation versetzt. Wenn die Zuwegung von der Kölner Straße aus direkt gegenüber der Einmündung der Wehestraße geschaffen wird, muss dafür rund vier Meter tief ausgekoffert werden. „Die an dieser Stelle verlegte Gashochdruckleitung würde dann in der Luft liegen“, beschreibt Tiefbauamtsleiter Karsten Seil, der jetzt zusammen mit dem städtischen Beigeordneten Olaf Stelse an Ort und Stelle über den Beginn der Bauarbeiten und den weiteren Ablauf informierte, die Sitiation.

Aus dem Grund wird eine neue Gashochdruckleitung verlegt, die dann am Beginn der Bahnhofsstraße angebunden wird, so dass die alte Leitung entfernt werden kann. Bis diese zur Verfügung steht, wird die Gasversorgung der Bürger über die bereits dort liegende Tiefdruckleitung gewährleistet. Was während der Sommermonate möglich ist, aber im Winter, wenn der Gasverbrauch aufgrund der dann in den Häusern auf Hochtouren betriebenen Heizungen extrem ansteigt, unmöglich wäre. Die Versetzung der Gasstation vom früheren Bahnhofsvorplatz an den Beginn der Bahnhofsstraße passierte im Rahmen der Vorarbeiten zur Hauptmaßnahme.

Richtig losgehen sollen die Tiefbauarbeiten aber noch vor den Sommerferien. „Wir haben die Unterlagen so weit fertig, dass die Ausschreibung jetzt erfolgen kann“, informierten Stelse und Seil. Die Unternehmen hätten dann einen Monat Zeit, um ein Angebot zu unterbreiten. Nach der Submission fällt die Entscheidung über die Auftragsvergabe im Bau- und Umweltausschuss, so dass für diesen vielleicht eine Sitzungsverlegung oder sogar eine Sondersitzung erforderlich wird.

Am Mittwoch fand nochmals eine Besprechung mit dem Straßenverkehrsamt, dem Landesbetrieb Straßenbau NRW und der Polizei über die Durchführung der Baumaßnahme und auch notwendige Verkehrsregelungen wie Sperrungen und Umleitungen statt.

Um eine Steigung unter acht Prozent hinzukriegen, ist es erforderlich, die Zuwegung zum neuen Busbahnhof tief einzugraben. Der höchste Punkt mit dem bisherigen Niveau wird erst am früheren Bahnhofsvorplatz erreicht und fällt nach hinten dann wieder ab. Mit Stützmauern wird die Böschung zum Hammerkamp abgefangen. Im vorderen und hinteren Bereich der Bahnhofsstraße geschieht das in Form von Gambionen, mit Felsgestein gefüllten Drahtbehältern. Nur im mittleren Bereich, wo der Platz begrenzt ist, aber für die Busse ein ausreichender Kurvenradius gewährleistet werden muss, ist die Érrichtung einer bis zu sieben Meter hohen Betonmauer erforderlich, die direkt am Hammerkamp ansetzen wird, so dass die Böschung in diesem Bereich komplett entfällt. „Die Mauer wird vor Ort aus Beton gegossen“, machen Seil und Stelse aufmerksam.

Zur Errichtung muss der Hammerkamp etwa zur Hälfe weggenommen werden, so dass die Anlieger während der Bauzeit mit ihren Fahrzeugen nicht zu ihren Grundstücken gelangen können. Es sei sinnvoll, Heizöl für den Winter vorher zu bunkern und andere sperrige Güter wie einen etwaigen Möbelkauf ebenfalls vor der Baumaßnahme anliefern zu lassen. „Für die Abfallentsorgung wird eine Regelung getroffen“, kündigen die beiden an und verweisen auf eine Information, die rechtzeitig an die Anwohner gehen werde. Geplant ist, die Betonmauer ziemlich zu Beginn zu bauen, so dass sie bis zum Winter steht, denn veranschlagt sind dafür rund vier Monate.

Die bisherige Treppenanlage zum Hammerkamp entfällt zwar, stattdessen wird jedoch eine beleuchtete Rampe errichtet, so dass die Bürger darüber auch von dort bequem zum Busbahnhof gelangen. Zwei Park-and-Ride-Parkplätze mit insgesamt 20 Stellplätzen werden auf dem Gelände entstehen und eine Fläche wird für ein Fahrradhaus freigehalten, um die Voraussetzungen für ein Verkehrsdrehkreuz für Busse, Bahn, Autos und Fahrräder zu schaffen.

Der städtische Beigeordnete räumt an dieser Stelle ein, dass der Busbahnhof natürlich erst seinen optimalen Effekt erhielte, wenn irgendwann auch der Bahnanschluss Kierspes durch die Schließung der Lücke der Volmetalbahn zwischen Brügge und Meinerzhagen und dann weiter über Marienheide in den Kölner Raum erfolge sowie ebenfalls die nördliche Entlastungsstraße mit dem Lauseberg-Aufstieg umgesetzt werde. Beide Planungen würden von Kierspe weiterhin zielstrebig verfolgt, wobei die Realisierung letztlich natürlich entscheidend von der künftigen Landespolitik abhänge. Beim Bahnanschluss ist laut Olaf Stelse alles noch genauso im Fluss wie beim Projekt Lauseberg-Aufstieg. Er betonte aber, dass sich mit dem Bau des Busbahnhofs endlich sofort die auf Dauer nicht mehr haltbare extrem problematische Umsteigesituation am Tannenbaum verbessere.

Das Projekt, das seit Jahren das größte ist, das von der Kommune vor Ort umgesetzt wird, hat ein Finanzvolumen von insgesamt 1,5 Millionen Euro, wird aber hoch vom Land bezuschusst.

Ab Erreichen des höchsten Punktes schließt sich der Bussteig an, der für vier Gelenkbusse ausgelegt ist und zwei große Wartehallen beinhaltet. Auf der großen Anzeigetafel der „Dynamischen Fahrgast-Information“ erhalten die Fahrgäste umfassende Infos zu Ankunft- und Abfahrtzeiten. Der gesamte Bereich wird hell erleuchtet, um ein hohes Maß an Sicherheit zu garantieren. Eine große Wendeschleife ermöglicht ein problemloses Wenden der Fahrzeuge. Um einen zügigen und reibungslosen Busverkehr zu gewährleisten, fordern die Busse sich über eine in die Fahrbahn eingebaute Anforderungsschleife im Kreuzungsbereich eine Grünphase an, so dass sie ohne Wartezeit auf die Kölner Straße einbiegen können, darum hatte die MVG gebeten. Im Sommer des nächsten Jahres soll der Busbahnhof fertig sein, so dass der Betrieb aufgenommen werden kann. ▪ rh

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