So öffnet die Feuerwehr Türen und Fenster ohne schweres Gerät

Kierspe - „Mensch in Not hinter verschlossener Tür“ – für die Freiwillige Feuerwehr in Kierspe zählt dies mittlerweile zu den häufigsten Einsätzen. „Dafür fahren wir jede Woche einmal raus“, verdeutlicht Feuerwehrchef Georg Würth, dass es 46 oder 47 Türöffnungen im Jahr gibt. Grund genug, die Frauen und Männer der Löschzüge zu schulen, wie man im Notfall in ein Haus oder eine Wohnung kommt, ohne großartigen Schaden anzurichten.

Aus diesem Grund gab es gestern für 20 Feuerwehrmänner und -frauen – darunter auch einige von den Feuerwehren aus Engelskirchen, Hückeswagen und Marienheide – das Seminar „Türöffnung“. Dafür waren Josef Schumacher und Theo Schürmann von der Firma Wendt in Bergheim – das Unternehmen hat sich auf das Thema „Türöffnung“ spezialisiert und liefert Spezialwerkzeuge für Feuerwehren und Polizei – ins Gerätehaus an der Wehestraße gekommen.

Solche Schulungen finden 10 bis 15 Mal im Jahr bei Feuerwehren im gesamten Bundesgebiet statt. Aber auch im Hause des Unternehmens, so erklären Schürmann und Schumacher, sechs bis zehn solcher Seminare im Jahr durchgeführt.

Dabei gehen die beiden erst einmal auf die komplexe rechtliche Lage einer Öffnung einer (fremden) verschlossenen Tür ein. Wobei stets die Polizei mit an Bord ist, denn nur die Beamten könnten entscheiden, ob die Feuerwehr eine Tür öffnet und dabei den Schließmechanismus manipuliert, wie es heißt. Bei einem Menschen in Not, der nicht mehr die Haustür öffnen kann, und Polizei und Notarzt schon bereit stehen, ist es keine große Frage.

Die Feuerwehrfrauen und -männer konnten und sollten sich selbst einen Draht aus Federstahl so biegen, dass sie damit die Falle eines Türschlosses öffnen können.

Doch wie sieht es aus, wenn beispielsweise ein Rauchmelder Alarm schlägt, der Wohnungsinhaber nicht da ist und keine Anzeichen für Rauch oder Feuer zu erkennen sind – das müsse dann im Einzelfall mit der Polizei entschieden werden. Wenn, in welchem Fall auch immer, eine Tür geöffnet wird, soll dies in angemessener Zeit (drei bis fünf Minuten) geschehen und möglichst ohne großen Schaden anzurichten.

Und dies natürlich unter dem Aspekt, dass moderne Schließsysteme immer besser werden, um dadurch einen höheren Schutz vor Einbrechern zu gewähren. Dafür gibt es, so erläuterten Josef Schumacher und Theo Schürmann den Feuerwehrleuten, sogenannte Ziehgeräte oder auch hochtourige Fräs- oder Schleifmaschinen, mit denen lediglich der Schließzylinder zerstört wird.

Dies probierten die Wehrleute ebenso aus, wie das Öffnen einer ins Schloss gefallenen, aber nicht abgeschlossenen Tür. Bei dieser kann dann die Türfalle mit einem selbst gebogenen Federstahldraht oder einem Blech geöffnet werden.

Ohne Schaden anzurichten kann mit einfachen Hilfsmittel ein auf Kippe stehendes Fenster ganz geöffnet werden – auch dies übte jeder der Feuerwehrleute.

 Auch das Öffnen eines auf Kippe stehenden Fensters mit einem vergleichsweise einfachen übten die Feuerwehrmänner und -frauen. Die Spezialgeräte und -maschinen gehören längst zum Inventar der Wehrfahrzeuge.

Das gilt auch für einen Satz unterschiedlicher Schließzylinder, die abschließend wieder eingebaut werden, um die Wohnung verschließen zu können – der Schlüssel kommt zur Polizei.

Rubriklistenbild: © Ruthmann

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