Helfer setzen 350 Meter Krötenzaun

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In den gelochten Auffangeimern finden die Kröten auch Schutz vor Fischreihern und anderen Raubvögeln.

Kierspe - 1642 Erdkröten haben im vergangenen Jahr Gudrun Barth vom BUND sowie fleißige Helfer von Hegering und NaBu sicher aufgefangen und über die Straße in die Kerspetalsperre in Mühlenschmidthausen gebracht. Vielleicht wären nicht alle von vorbeifahrenden Autos überfahren worden, bestimmt jedoch eine beachtliche Anzahl.

Von Gertrud Goldbach

Bald ist es wieder so weit: Die Temperaturen steigen, und sobald acht Grad überschritten sind, erwachen die Erdkröten aus ihrem Winterschlaf, verlassen wenig später ihr Quartier und suchen ihre Laichplätze auf, die auf der anderen Seite der Kreisstraße liegen.

Seit 2010 Jahren wird im Bereich Kerspetalsperre ein Amphibienschutzzaun gesetzt. In diesem Jahr wollten die ehrenamtlichen Helfer 350 Meter Zaun setzen, 100 Meter mehr als im vergangenen Jahr. Da laut Wetterbericht in den kommenden Tagen mit Temperaturen über 16 Grand zu rechnen ist, setzten die Helfer den Schutzzaum am Wochenende und gruben die Eimer in die Erde, mit denen die Kröten aufgefangen werden.

Wenn sie mit ihrer Wanderung beginnen, schauen Gudrun Barth und ihre Helfer einige Wochen lang täglich nach und tragen die so gefangenen Erdkröten und Grasfröschen sicher über die Straße. „Mitte April, wenn die meisten Tiere unterwegs sind, haben wir manchmal bis zu 120 Tiere in den Eimern gefunden und sie über die Straße gebracht“, berichtete Gudrun Barth. Bis Ende Mai dauert die Wanderung der Tiere, dann haben alle ihre Laichplätze erreicht.

In den Jahren 2010 und 2011 betreute die Anwohnerfamilie Cramer noch die Schutzzäune, seit 2012 kümmern sich die Ortsgruppe Kierspe-Meinerzhagen des BUND, der Hegering Kierspe-Rönsahl, die Landwirte und der NaBu zusammen mit engagierten Naturschützern darum.

2010 fanden sich in den Fangeimern noch 2038 Tiere, im Jahre 2011 waren es 2417. Im Winter 2011/2012 wurde der Bereich, in dem die Kröten den Winter verbringen, intensiv forstwirtschaftlich bearbeitet und das Erdreich von einer Maschine bis zu 15 Zentimeter tief gefräst. Viele der dort lebenden Kröten sind dabei umgekommen, die Population wurde deutlich dezimiert. Bei einer anschließenden Zählung waren nur noch 1986 Tiere in den Eimern, 2013 waren es sogar nur noch 1642 Kröten.

Zu Beginn der Krötenwanderung müssen die Auffangeimer zweimal täglich geleert werden, einmal früh morgens gegen sechs Uhr und spät abends, etwa 21 bis 23 Uhr. Für diese Aufgaben sucht Gudrun Barth noch Helfer. Wer Interesse hat, kann sich bei ihr unter der Telefonnummer (0 23 59) 45 38 melden.

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