Heiratswäldchen am Kerspebach wächst und wächst

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Geschafft! Nach der Pflanzaktion (von links): Hermann Reyher, Ana Lucia Backhaus mit Tochter Carina, Hans-Hermann Backhaus.

Allmählich wird der Platz knapp am Kerspebach. Seit 1987 pflanzen hier Brautpaare, aber auch Jubiläumspaare nach der Silber- oder Goldhochzeit, einen Baum. Im Laufe der Jahrzehnte ist so ein Heiratswäldchen entstanden, das diesen Namen auch verdient.

Kierspe – Fast 200 Laubbäume stehen auf rund fünf Hektar Fläche, Eichen, Ulmen, Wildäpfel und zahlreiche andere Sorten. Eine inzwischen hochgewachsene Kastanie steht gerade in Blüte und am Samstag ist eine weitere Buche dazugekommen. Die haben sich Ana Lucia und Hans-Hermann Backhaus ausgesucht. Für beide war es nicht die erste Heirat, wohl aber der erste Baum, den sie aus diesem Anlass gepflanzt haben. 

Die Hochzeit war im November, aber mit der Pflanzaktion mussten sie noch warten. „Im Winter kann nicht gepflanzt werden,“ begründete Hermann Reyher die Verzögerung. Er ist Pflanzwart des Heimatvereins und kümmert sich in dieser Funktion um die Anpflanzung und Pflege des Wäldchens längs des Kerspebaches, zwischen Sportstadion und Osemundstraße.

 Das Gelände liegt in der Wasserschutzzone und gehört der Stadt Kierspe. „In diesem und auch im nächsten Jahr können wir dort noch pflanzen,“ erklärte Reyher. „Danach geht es auf der anderen Seite des Weges weiter.“ Auch die angrenzende Wiese gehöre der Stadt, aber die „Aufforstung“ durch Brautpaare sei schon abgesprochen. Nach und nach soll dort zunächst ein Streifen längs des schmalen Weges bepflanzt werden, natürlich von den Brautleuten selber. Und so griff Hans-Hermann Backhaus zum Spaten und grub unter Anleitung von Hermann Reyher ein Pflanzloch, lockerte die Wurzeln, schlämmte ein und setzte zum Schluss gemeinsam mit seiner Frau das Bäumchen, während die 16-jährige Tochter der Braut das Ganze fotografierte.

 Etwas Verantwortung ist schon mit der Pflanzaktion verbunden, denn zumindest im ersten Jahr muss das Bäumchen gewässert werden. Sicherheitshalber schaut der Pflanzwart regelmäßig nach dem Rechten und gießt bei Bedarf. Das Wasser holt er dazu aus dem Kerspebach, der in geringer Nähe des Quellgebiets mehr Rinnsal als Bach ist. Normalerweise gehört zur Zeremonie auch eine Urkunde, die Silvia Baukloh als Vorsitzende des Heimatvereins überreicht. Das hat diesmal zeitlich nicht geklappt, die Urkunde für das Brautpaar wird daher diesmal nachgereicht.

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