Heinrich Bremser übergibt seinen Dirigentenstab

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Nach der Eröffnung übergab Hein Bremser seinen Dirigentenstab seiner Nachfolgerin und verfolgt das Konzert aus dem Zuschauerraum.

KIERSPE ▪ Mehr als 30 Jahre ist Hein Bremser Leiter des Kiersper Akkordeonorchester. Am Sonntag hielt er zum letzten Mal den Taktstock in der Hand, den er alsbald seiner Nachfolgerin Marion Fritsche übergab.

„Begonnen hatte alles Ende der 70er-Jahre. Heinz Willi Potthoff feierte seinen 50. Geburtstag und stellte die Kiersper Musiker seinen Gästen als ‚Stadtkapelle Kierspe‘ vor, die es an diesem Tag noch nicht gab, die sie später aber noch wurde“, begann Clemens Wieland, Vorsitzender der Musikgemeinschaft Kierspe, mit der Einleitung zum großen Abschlusskonzert des Akkordeonorchesters für Hein Bremser. Aus der Stadtkapelle ging die Jugendbigband hervor, die später „Swingsound“ wurde und auch das Akkordeonorchester bildete sich.

Akkordeonunterricht hatte Hein Bremser schon lange in Kierspe gegeben, doch seit dem Ende der 70er-Jahre rief er eines in Leben. Viele Jahre war der Name von Hein Bremser mit dem des Akkordeonorchester eng verbunden, seit Sonntag jedoch nicht mehr. Zusammen mit dem Akkordeonorchester der Lüdenscheider Musikschule bilden jetzt die Kiersper und Lüdenscheider eine Spielgemeinschaft, die unter der Leitung von Marion Fritsche steht. Höhepunkt des musikalischen Lebens von Hein Bremser war auch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2002, welches er für seine Jugendarbeit im Bereich Musik erhielt.

„Hava nagila hava“, dirigierte Hein Bremser zu Beginn des Konzertes im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule noch, bevor Marion Fritsche nach einem Potpourri das Akkordeonorchester weiter dirigierte. Gäste aus dem Schleipetal hatten sich auch eingefunden, die „Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum“ unter der Leitung von Ingo Reich bestritt den restlichen Teil der ersten Programmhälfte. „Guter Rat“ und „Wochenend und Sonnenschein“ beschwingten die Besucher, die anschließend zu einer üppigen Tafel mit selbst gebackenem Kuchen eingeladen waren.

Den zweiten Teil des Programms bestritten zum größten Teil Gäste aus Ilsfeld. Der Harmonika Club kam eigens aus dem Schwabenland gereist, um Hein Bremser zu verabschieden. Bereits im Oktober 1983 war der Club zum ersten Mal in Kierspe zu Besuch, ihm folgte eine Wiederholung 1989. „Der jetzige Besuch mit der Besichtigung der Brennerei in Rönsahl und einer ausgiebigen Schnapsprobe wird uns noch lange in Erinnerung bleiben“, berichtete die Vorsitzende des Harmonika Clubs Elke Pfleiderer den Anwesenden.

Abwechslungsreich und hörenswert war, was nun geboten wurde. Ob der Gesang chinesischer Frauen bei der Arbeit auf dem Feld, ein Medley aus bekannten Abba-Melodien oder die bekannte Titelmelodie aus „Spiel mir das Lied vom Tod“, das Spiel des Harmonika Clubs war beeindruckend. So brauchte es keiner großen Aufforderung des Dirigenten Siegmund Riedinger, zu Klängen von Wolfgang Petry mitzuklatschen und mitzumachen.

Erstaunlich gut besucht war das Konzert am Sonntagnachmittag trotz des herrlichen Herbsttages.

Einen bunten Strauß aus Stücken und Melodien vieler Epochen und Stilrichtungen wurde an diesem Nachmittag gebunden, ein Strauß, der Hein Bremser sicherlich gefallen hat. ▪ GeG

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