„Schulz-Effekt“ holt Kiersper SPD aus dem Winterschlaf

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Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten Martin Schulz, hier bei einem Besuch der Phänomenta im August 2012, sorgt bei der SPD bundesweit – so auch bei den Kiersper Genossen – für eine Hochstimmung.

Kierspe - Seitdem Ende Januar bekannt wurde, dass Martin Schulz für die SPD als Kanzlerkandidat ins Rennen gehen wird, befindet sich die Partei in einem Stimmungshoch. Auch die Kiersper Genossen fühlen sich durch die Entscheidung motiviert, wie die SPD-Vorsitzende Monika Baukloh verrät.

Durch die Nominierung Schulzes schnellten in den vergangenen Wochen die Umfragewerte für die Partei in die Höhe. Rund zehn Prozentpunkte binnen eines Monats stiegen die Sozialdemokraten in der Gunst der Wähler. Dank des durch die Medien ausgerufenen „Schulz-Effekts“ sieht sich die SPD bei 32 Prozent (Emnid-Umfrage). Weiterhin vorne liegt die Union mit 33 Prozent.

Auch in Kierspe wirkt sich die Ernennung positiv aus, wie Monika Baukloh berichten kann. „Innerhalb der Partei sind wir schon froh über die Entscheidung der Bundes-SPD. Das ist für uns ein Motivationsschub, der uns aus dem Winterschlaf holt.“ Bereits im Vorfeld habe man in den Reihen der Kiersper SPD über die Kanzler-Kandidatur diskutiert. Mehrere Stimmen seien für Schulz gewesen, sagt Baukloh. „Es hat schon etwas für sich, dass man sich für ihn entschieden hat.“

Fühlt ein Erwachen ihrer Genossen: Monika Baukloh, die Vorsitzende der Kiersper SPD.

Die Kiersper Sozialdemokraten sind nach Angaben ihrer Vorsitzenden doppelt froh, dass Schulz für ihre Partei als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf geht. „Schulz kann die Grundwerte der SPD glaubwürdig vermitteln und er spricht die Sprache des Volkes.“

Mit dem Sympathie-Träger Schulz, der von 1994 bis 2017 Mitglied des EU-Parlamentes und von 2012 bis 2017 EU-Präsident war, verzeichnen die Ortsvereine mehr Interesses der Bürger an ihrer Arbeit. Die heimischen Genossen – bislang 81 Aktive – konnten nach eigenen Angaben zwei neue Mitglieder begrüßen. „Aus der Bevölkerung hören wir viele positive Rückmeldungen zur Kandidatur von Schulz“, weiß Baukloh zu berichten. Die Bürger seien ihrer Partei gegenüber positiv gestimmt. Baukloh führt das darauf zurück, dass ihre Mitstreiter und sie in der Vergangenheit immer ihre Ziele und Werte in der Stadt hätten herüberbringen können.

Während die SPD in vielen Teilen des Landes bei Wahlen Verluste einstecken musste, schafften es die heimischen Genossen sich zu verbessern. Während sie bei der Kommunalwahl 2009 ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten noch 21,9 Prozent der Wählerstimmen und damit sieben Sitze im Stadtrat gewinnen konnten, erreichten sie fünf Jahre später ein besseres Ergebnis. Zwar wurde ihr Kandidat Jörg Hentschel nicht gewählt, doch am Ende verzeichneten die Sozialdemokraten ein Gewinn von rund sieben Punkten und drei Sitzen im Rat.

Schwierige Arbeit an der Kiersper Basis

Die Arbeit an der Basis sei für die heimischen SPD-Mitglieder nicht leicht, so die Vorsitzende. In Kierspe sei es ein Nachteil, dass es keinen Marktplatz wie in Meinerzhagen gibt. „Es ist schwierig, in der Öffentlichkeit mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, da es hier auch keine Fußgängerzone und damit keine ,Laufleute‘ gibt.“

Rückmeldungen zur ihrem Schaffen erhalte die SPD nur am Rande von Veranstaltungen, wie dem Neugeborenenempfang ihrer Partei. Das seien laut der Vorsitzenden allerdings nur Momentaufnahmen. Man bemühe sich deshalb darum, den Bürger auch neben den regelmäßigen Sprechstunden in diesem Jahr Gelegenheit zu bieten, mit der SPD in Kontakt zu treten – wie etwa beim traditionellen Reibekuchen-Essen am 14. März (ab 19 Uhr) in der Gaststätte „Bisitz“. Zudem sei eine offenen Vorstandssitzung zur Ideenfindung geplant.

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