Paare pflanzen Baum als ein Symbol für die Zukunft

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Vom Arbeitskreis Natur- und Landschaftspflege des Heimatvereins, hier Silvia Baukloh, Martin Lynker und Hermann Reyher, wird am 6. April wieder einer Pflanzaktion für Hochzeitspaare im Heiratwäldchen organsiert. ▪

KIERSPE ▪ Die Tradition, dass Hochzeitspaare einen oder mehrere Bäume pflanzen, geht laut Martin Lynker schon auf das Mittelalter zurück. Dieser Brauch hatte in früheren Zeiten einen hohen Nutzwert, denn Holz war ein kostbarer, lebenserhaltender Rohstoff. Damit sollte erreicht werden, dass nicht nur Bäume gefällt werden, um Holz zur Verfügung zu haben, sondern auch neue hinzukommen.

Das Pflanzen eines Baumes als Symbol für Zukunft, Beständigkeit und Wachstum ist somit eine jahrhundertealte gute Tradition. Aber heutzutage ist es oft viel schwieriger geworden, einen groß werdenden Baum in den Boden zu setzen, denn die Grundstücke, vor allem in der Stadt, sind dazu meist zu klein. Der Heimatverein Kierspe bietet in Zusammenarbeit mit der Stadt Kierspe nun schon seit 1987 frisch Vermählten und Hochzeitsjubilaren eine schöne Möglichkeit, der mit ihrer Trauung verbundenen Freude und Zuversicht Ausdruck zu verleihen und das alte Brauchtum zeitgemäß weiterzuführen. Entlang der jungen Kerspe steht eine zwei bis drei Hektar große Fläche zur Verfügung, auf der seitdem die Paare jedes Jahr im Rahmen einer Pflanzaktion einen Baum ihrer Wahl in den Boden setzen können. Das Gebiet ist noch erweiterungsfähig, dafür hat der Heimatverein die Zusage.

Auf diese Möglichkeit wird seitens der Kommune schon bei der standesamtlichen Trauung im Rathaus im Familienbuch hingewiesen. Alle Paare sind aufgefordert, diesem Brauchtum zu folgen, was viele auch gerne machen. „Manche schon einen Tag nach ihrer Hochzeit“, wie sich Silvia Baukloh schmunzelnd an einen Fall erinnert. Sie gehört dem Arbeitskreis Natur- und Landschaftspflege des Vereins genauso an wie Martin Lynker als Nabu-Vertreter, Hermann Reyher und Georg Würth. Die beiden letzteren haben es übernommen, als Pflanzbeauftragte die jährliche Aktion zu organisieren.

Lynker war zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Willi Hoffmann fast 40 Jahre lang als Landschaftswächter im heimischen Raum tätig. Hoffmann gehörte ebenfalls bereits seit 1982 dem Heimatvereins-Arbeitskreis an und organisierte bis 2011 sämtliche Pflanzaktionen im Heiratswäldchen. Bloß im vergangenen Jahr fiel diese aus, weil sich nur zwei Paare angemeldet hatten. Hinzu kam, dass Hoffmanns angeschlagene Gesundheit ihn zwang, sich immer weiter zurückzuziehen. Schon 2011 hatte er die Aufgabe als Landschaftswächter an Reyher als seinen Nachfolger übergeben.

Nachdem die 25. Pflanzaktion aus diesem Grund ausfiel, haben sich für den 6. April 2013 um 11 Uhr bereits fünf Paare angemeldet, um einen Baum zu pflanzen. Die Kosten dafür betragen für jeden Baum mit Pflanzpfahl etwa 25 Euro. Wobei sich Hermann Reyher um die Beschaffung der Bäume kümmert. Auch zwei Wildäpfel werden diesmal dabei sein. Was seinen Grund hat, denn bei den Aktionen wird immer auch der Baum des Jahres gepflanzt und das ist 2013 der Wildapfel.

Reyher hat sich jetzt einmal im Heiratswälchen umgesehen uns festgestellt, das inzwischen insgesamt schon 180 Bäume gepflanzt wurden, so dass ein richtiger Wald entstanden ist. Einige der Stämme haben bereits einen Durchmesser von rund 30 Zentimetern. Die Brautpaare haben bislang 63 Eichen gepflanzt, es gibt 32 Wildkirschen, 27 Eschen, 20 Buchen, 15 Ulmen und 12 Obstbäume wie Apfel, Pflaume und Birne, einige Kastanien finden sich ebenfalls und ein Walnussbaum sowie als Exoten zudem ein Mammutbaum und ein Gingko.

Etwas Sorge hatten die Heimatvereinsmitglieder, dass durch die geplante Erweiterung des Industrieetriebes Louvrette das Heiratswäldchen tangiert sein könnte, doch dies hat sich mittlerweile als unbegründet herausgestellt. Die Baumaßnahme reicht nur bis zur Grenze.

Wenn noch Kiersper Bürger, entweder Hochzeitspaare oder Ehejubilare mit silberner, goldener und diamantener Hochzeit, sich kurzfristig entschließen sollten, einen Baum zu setzen, können sie sich einfach mit Hermann Reyher unter der Rufnummer (02359) 6561 in Verbindung setzen und dann teilnehmen.

Rolf Haase

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