Arbeit durchs Leader-Programm gefördert

Die Margarethenkirche wird digital

Margarethenkirche Kierspe - Digitalisierung und Visualisierung
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Freuen sich, das Projekt „Digitalisierung und Visualisierung der Margarethenkirche in Kierspe“ realisieren zu können: Thomas Clever, Silvia Baukloh, Marlen Vedder, Hans-Ludwig Knau und Carsten Möller (von rechts).

Der Heimatverein war der erste, der fehlende Unterlagen eingereicht und den Vertrag unterzeichnet hat – für das Kleinprojekt „Digitalisierung und Visualisierung der Margarethenkirche in Kierspe“. So kann die Arbeit, die eigentlich schon seit rund zwei Jahren läuft, nun mithilfe einer 80-prozentigen Förderung durch das Leader-Programm intensiviert werden.

Kierspe - In diesem Fall bedeutet dies, dass der Heimatverein die Berliner Firma Plan 3D engagiert hat, um die Margarethenkirche – ein Wahrzeichen der Stadt Kierspe – zu vermessen, um so auch die Bereiche, die im Schatten liegen, zu zeigen. Designer Thomas Clever, der sich am Dienstag zusammen mit Silvia Baukloh, Marlen Vedder, Hans-Ludwig Knau und Kirchenführer Carsten Möller die Vermessungsarbeiten ansahen, nennt ein Beispiel für einen Schattenbereich:

Die Schinkel-Orgel könne man nie ganz sehen, weil eine Brüstung einen Teil verdeckt. Durch die Vermessung erhalte man Daten, um ein digitales Bild von der Orgel ohne die Brüstung erstellen zu können. Während Indalecio Marrero und Vinko Susanj vom Unternehmen Plan 3D die regenfreie Phase nutzen, um die klassizistische Kirche mit dem Bogenbohlendach von außen zu vermessen, erzählen der ehemalige Ortsheimatpfleger Knau und Designer Clever, dass es bei diesem Projekt um drei Zeitebenen geht: Mittelalter, Gegenwart und Zukunft.

„Einige Puzzleteile haben wir schon beieinander“, verdeutlicht Knau, dass man bereits rund 600 Seiten an Informationen gesammelt habe. Doch während es von den Häusern im Dorf rund um die Kirche, von den es 65 im 19. Jahrhundert gab – heute seien es vom Ortseingang bis zum Haus Klingelhöfer 105 – Bauzeichnungen geben würde, seien die des Gotteshauses verloren gegangen.

Indalecio Marrero und Vinko Susanj von der Berliner Firma Plan 3D haben in den vergangenen beiden Tagen die Margarethenkirche vermessen.

Daher sei es nicht einfach, Antworten auf die Frage zu finden, wie die Margarethenkirche früher ausgesehen hat, die im 19. Jahrhundert ihr Aussehen deutlich veränderte. Für die Finanzierung hatten die Mönche in Köln-Deutz, denen Haus Rhade und damit auch die Kirche gehörte, viele Grundstücke verkaufen müssen. Erst später ging die Margarethenkirche an die Kiersper Gemeinde.

„Dies ist jetzt sozusagen der Start“, erklärte Heimatvereinsvorsitzende Silvia Baukloh, dass die Arbeit auch auf andere Bereiche wie den alten Friedhof und den Kirchplatz ausgedehnt werden soll. Dafür benötigt man aber Unterstützung in doppelter Hinsicht: Einmal hoffe man auf weitere Fördergelder und Unterstützung, so Baukloh. Auf der anderen Seite sei man auf der Suche nach alten Bildern, fügt Marlen Vedder hinzu. „Wir scannen die Bilder ein, sodass sie anschließend wieder zurückgegeben werden.“

Bilder und Zeichnungen gesucht

Dabei seien nicht nur Bilder beispielsweise von Konfirmationen oder anderen kirchlichen Ereignissen gefragt, auch wenn man nur Teile der Kirche sehen würde, sondern ebenso noch ältere Zeichnungen oder Gemälde, die möglicherweise auf einem Dachboden herumliegen könnten. Auch wenn man die Margarethenkirche nicht erkennt, weil sie früher nicht den charakteristischen Zwiebelturm hatte. Vielleicht, so die Hoffnung aufseiten des Heimatvereins, könne man dann erfahren, wie die bunten Fenster der Kirche einmal ausgesehen haben – heute sind sie milchig-weiß. Wer solche Bilder oder Fotos haben sollte, kann sich bei Marlen Vedder, Tel. 0 23 59/36 14, melden.

Derweil freuen sich insbesondere Hans-Ludwig Knau und Thomas Clever, weitere Informationen rund um die Kirche und das Dorf in Erfahrung zu bringen. Denn einerseits soll dies im Internet unter anderem durch digitale Flächenmodelle verfügbar gemacht werden, was durch die moderne Technik dann auch in den Schulen verwendet werden kann – sozusagen eine Rückkehr zur modernen Heimatkunde. Andererseits möchte der Heimatverein einmal ein Buch über Kierspe-Dorf und seine Margarethenkirche veröffentlichen.

Leader

Leader ist die Abkürzung von Liaison entre actions de développement de l’économie rurale und heißt übersetzt „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Es ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden – mit dem Ziel, die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen.

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