1278 Menschen in Kierspe halten Hunde

Mehr Kühe als Hunde - und unzählbar viele Pferde: Das sind Kierspes tierische Einwohner

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Der Besitz von Hunden und die damit einhergehende Steuerpflicht bringen der Stadt mehr als 95.000 Euro in diesem Jahr ein.

Kierspe - In Kierspe wird viel gewiehert, gemaunzt, gebellt und gesummt. Zumindest bei den Hunden freut sich der Kämmerer über die Zuneigung der Kiersper zu den Hunden – bringt die entsprechende Steuer doch erhebliche Einnahmen in die Stadtkasse.

Eingeplant hatte Kämmerer Olaf Stelse Einnahmen aus der Hundesteuer in Höhe von 95.000 Euro. Bis jetzt wurden aber schon 95.500 Euro verbucht. Damit diese Summe zusammenkommt, müssen auch etliche Hundebesitzer in der Stadt leben. Von dieser „Gattung“ gibt es derzeit 1278. Allerdings zahlen nicht alle Hundebesitzer gleich viel Steuer. So zahlen 924 Hundebesitzer für ein Tier, das sich in ihrem Besitz befindet. 354 weitere Hundebesitzer haben zwei oder mehr Hunde.

Ein einziger Hund in Kierspe wird für seinen Besitz teurer als die anderen. Das ist dann der Fall, wenn sich der Hund aufgrund seiner Rasse zu einer der als gefährlich geltenden Hunde auf einer entsprechenenden Liste wiederfindet. Allerdings können sich die Besitzer sogenannter Listenhunde von der höheren Steuer in Kierspe befreien lassen, wenn der Hundebesitzer eine entsprechende Prüfung seines Vierbeiners nachweisen kann. In etlichen Fällen ist das auch so – in einem aber nicht.

Keine Steuer für Jagdhunde 

Keine Hundesteuer wird derzeit für elf Jagdhunde in Kierspe entrichtet. Dass es so wenige sind, kann sich der Leiter des Hegerings Kierspe-Rönsahl Matthias Heveling auch nicht so richtig erklären. „Ich habe damals alle Mitglieder anschrieben und darüber informiert, dass sie sich von der Steuerpflicht befreien lassen können“, so Heveling. 

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Auf Nachfrage unserer Redaktion hat Heveling nachgezählt, demnach besitzen die Mitglieder des Hegerings 32 Hunde, die die Jagdbrauchbarkeitsprüfung bestanden haben. Damit muss für sie – nach Antragstellung – auch keine Steuer mehr entrichtet werden. Heveling selbst hat die Möglichkeit genutzt und spart sich das Geld für seinen Hund.

Noch mehr Kühe als Hunde

Trotz der beeindruckend hohen Zahl stellen die Hunde bei weitem nicht die größte Gruppe der Tiere in Kierspe dar. So geht der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Reiner Grafe von „knapp“ 2000 Kühen in der Volmestadt aus.

Die Zahl der Katzen dürfte die der Hunde und Kühe noch deutlich übertreffen, allerdings gibt es keine offiziellen Angaben zu deren Zahl, da für diese auch keine Steuer gezahlt wird.

Für die Bundesrepublik Deutschland schätzt Statistika, der nach eigenen Angaben führende Anbieter für Markt- und Konsumentendaten, die Zahl der Hauskatzen auf etwas weniger als 15 Millionen, die Zahl der Hunde wird dort mit 9,4 Millionen angegeben.

Ein anderes "Haustier" bricht alle Rekorde

Letztlich ist es aber ein ganz anderes „Haustier“, das alle Rekorde bricht – nicht nur in Kierspe, sondern in ganz Deutschland. Klaus Loskand, der Vorsitzende des Imkervereins Kierspe-Meinerzhagen, geht von rund 20 Millionen Honigbienen aus, die von Kiersper Imkern gehalten werden. 

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Ursächlich dafür ist die hohe Zahl an Imkern. Allein in der Zeit zwischen 2008 und 2018 ist diese von 58 auf 89 angestiegen. Da die allermeisten Imker deutlich mehr als ein Bienenvolk halten, ist auch deren Zahl von 290 auf rund 500 gestiegen. Geht man von rund 40.000 Bienen pro Volk aus, macht das einen Zuwachs von 8,4 Millionen Bienen in zehn Jahren.

Zahl der Pferde kaum zu erfassen

Eine andere Tierart ist statistisch nur schwer zu erfassen. Da das Pferd einst bei der Feldarbeit unverzichtbar und auch beim Warentransport eine zentrale Rolle spielte, sind deren Besitzer bis heute von der Steuerpflicht befreit, auch wenn es heute meist die Pferde sind, die transportiert werden – zu Turnieren und vor allem zur Freude ihrer Besitzer. 

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Allerdings gibt der Märkische Kreis Plaketten aus, die beim Ausreiten deutlich sichtbar am Geschirr des Pferdes angebracht werden müssen. Aber eben nur an Reitpferden. Die vielen Ponys, die nur auf Weiden stehen und auch die vielen anderen Pferde, die nicht zum Reiten genutzt werden, tauchen in keiner offiziellen Statistik auf.

Nach Angaben des Kreises wurden an die Besitzer von Reitpferden in Kierspe 81 Reitkennzeichen ausgegeben. Insgesamt sind 1712 Pferdehalter im Märkischen Kreis im Besitz eines solchen Kennzeichens, wobei 1703 Plaketten an Privatpersonen und neun weitere an Reiterhöfe ausgegeben wurden.

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