Haushalt erst einmal unausgeglichen

Corona drückt auf Haushalt

In der Ratssitzung am Dienstag stellte die Verwaltung den von ihr fürs kommende Jahr geplanten Haushalt vor.
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In der Ratssitzung am Dienstag stellte die Verwaltung den von ihr fürs kommende Jahr geplanten Haushalt vor.

Die Corona-Pandemie hinterlässt auch im Haushalt der Stadt Kierspe deutliche Spuren und beeinflusst die Ertragssituation der kommenden Jahre. Das wurde bei der Einbringung des Haushalts für das kommende Jahr durch Bürgermeister Olaf Stelse und Kämmerin Kerstin Steinhaus-Derksen im Rahmen der Ratssitzung am Dienstag deutlich.

Kierspe - Würde es bei den Haushaltsplanungen bleiben, müsste Kierspe im kommenden Jahr mit einem Minus von rund 560 000 Euro rechnen. Nun ist es an Rat und Verwaltung einen Weg zu finden, dieses Minus zu verhindern. Eine Möglichkeit wurde den Politikern dabei bereits aufgezeigt.

Der Zugriff auf Gewinne aus diesem Jahr kommt dabei allerdings nicht in Frage, denn am Jahresende rechnet die Kämmerei mit einem Plus von nicht einmal 4000 Euro. Im Jahr 2020 waren es immerhin noch 41 000 Euro. Der Ausgleich ist in diesem Jahr nur möglich, weil man Ausgaben und Mindereinnahmen, die sich aus der Pandemie ergeben haben, ausgegliedert hat. Corona-Isolation nennt sich dieser Griff in die Trickkiste der Haushaltsersteller. Genehmigt wurde dieser für dieses und das kommende Jahr vom Land.

Und eben diese Genehmigung würde es der Stadt Kierspe erlauben, 1,9 Millionen Euro im kommenden Jahr zu isolieren. Die Summe ergibt sich aus dem Vergleich der Haushalte mit dem Jahr 2020. Vor allem bei der Gewerbesteuer war und ist durch Corona ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Doch die Entscheidung, ob die Corona-Isolation fortgeschrieben wird, muss der Rat treffen. Denn dadurch verschwinden die Summen nicht, sie werden aber erst später wieder in den Büchern auftauchen. Insgesamt ist geplant, dass die Kommunen 50 Jahre Zeit haben (ab 2025), abzubezahlen.

Im kommenden Jahr rechnet Kämmerin Steinhaus-Derksen mit Einnahmen in Höhe von 39,31 Millionen Euro und Ausgaben von 39,87 Millionen Euro, aus denen sich das Minus von 560 000 Euro ergibt.

Bei den Erträgen stehen rund 18,1 Millionen Euro an Steuereinnahmen in der Planung, weitere 12,73 Millionen sollen durch Zuwendungen und Umlagen dazukommen. Als weitere größere Einnahme stehen in der Planung öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte in Höhe von rund 7 Millionen Euro. Alle weiteren Einnahmen bewegen sich in Summen von weit unter einer Million Euro.

Bei den Ausgaben stehen die Transferleistungen (Geld, das vor allem an den Kreis, den Wupperverband und den Ruhrverband gezahlt wird) mit rund 20 Millionen Euro an erster Stelle. Gefolgt von Personalaufwendungen in Höhe von 6,5 Millionen Euro.

Belastet wird der Haushalt aber auch durch Investitionen. Unter anderem wird mit Hochbaumaßnahmen in Höhe von 1,09 Millionen Euro gerechnet. Der größte Teil dieser Summe ist für das neu zu errichtende Feuerwehrgerätehaus Vollme vorgesehen.

In den Kanalbau sollen 760 000 Euro gehen und in den Straßenbau 245 000 Euro. Außerdem sind für den Erwerb von Vermögen 850 000 Euro eingeplant – unter anderem für Fahrzeuge der Feuerwehr und des Bauhofs.

Schuldenstand

Auch, wenn in den vergangenen beiden Jahren ein ausgeglichener Haushalt vorlag, bedeutet das nicht, dass die Stadt Kierspe schuldenfrei war – oder in naher Zukunft sein wird. Es bedeutet lediglich, dass es gelungen ist, durch die Tilgung ein leichtes Abschmelzen der Kredite zu erreichen. Für das kommende Jahr rechnen Bürgermeister und Kämmerin mit einem Schuldenstand von 48,9 Millionen Euro. Im Jahr 2023 sollen es 48,4 Millionen sein und 2024 sogar „nur“ noch 46,5 Millionen Euro.

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