Gesperrte Straße: UWG-Ratsherr übt massive Kritik an Planern

Geladen „bis in die Haarspitzen“

Bahnübergang Haus Rhade - Straßensperrung - Dieter Grafe UWG
+
„Ich bin geladen bis in die Haarspitzen“, zeigt UWG-Ratsherr Dieter Grafe kein Verständnis, warum die Straße von der B 54 nach Haus Rhade am Bahnübergang immer noch komplett gesperrt ist.

„Ich bin geladen bis in die Haarspitzen“, macht UWG-Ratsherr Dieter Grafe keinen Hehl aus seinem Ärger, dass die Gemeindestraße von der B 54 über Haus Rhade weiter ins Kierspetal immer noch gesperrt ist. „Die haben es in zweieinhalb Jahren nicht geschafft, die Straße zu verbreitern“, schimpft der Unabhängige.

Kierspe - Der befürchtet, dass die Sperrung noch ein halbes Jahr dauern wird. Und er sollte Recht behalten, dies zumindest ist ein Ergebnis eines Gesprächs, dass er noch kurzfristig am Freitag mit der Stadtverwaltung in Kierspe führte. Doch das beruhigte ihn nicht, im Gegenteil, es machte ihn geradezu wütend. Der Planer für die Maßnahme bei Haus Rhade habe nicht gewusst, dass nach den neuen Vorschriften die Straße über eine Breite von 6,84 Meter verfügen müsse. Es fehlten an jeder Seite, so hatte der UWG-Ratsherr erfahren, 15 Zentimeter.

Grafe („Die Planer gehören eingesperrt!“) ist nicht der Einzige, der sich über diese Entwicklung aufregt. Denn an der Straße von der L 528 bis zur B 54 liegen 13 Gehöfte – und die bekommen Lieferungen von Stroh und Holz. Die Lastwagenfahrer müssten nun nicht nur einen Umweg von fast 40 Kilometern fahren – über Brügge, Ostendorf und Halver, da die Heerstraße in Oberbrügge gesperrt ist –, sondern sind teils auf den schmalen Straßen von Berken über Hemecke ins Tal unterwegs. Dort kämen schon nur zwei normale Pkw nicht aneinander vorbei. Und einige Kurven, wie zum Beispiel am Mühlenteich, seien so scharf, dass diese von Lastwagen fast nicht zu bewältigen sind. Zudem bedeuten Umwege für die Landwirte höhere Transportkosten.

Weite Umwege bei Anlieferungen

Als Beispiel kann Dieter Grafe auch Holzlieferungen – vom Neuenhof in Lüdenscheid – benennen, die eigentlich in Rhadermühle herauskommen und eigentlich nur quer über die B 54 fahren müssten. Und er verweist auf den Landwirt auf der anderen Seite der Bundesstraße, der Flächen im Kierspetal hat und nun seit fast drei Jahren weite Umwege zur Bearbeitung seiner Felder in Kauf nehmen muss.

Wann die Straße wieder geöffnet sein wird, weiß kein Mensch.

Dieter Grafe, UWG-Ratsherr

Das Ganze, so befürchtet der Unabhängige, werde wohl nun bis August oder September weitergehen, bis der Streit zwischen Bahn und Planern beigelegt und die Straße um 30 Zentimeter verbreitert wurde. „Wann die Straße wieder geöffnet sein wird, weiß kein Mensch“, schüttelt Dieter Grafe nur noch verständnislos den Kopf. Dabei hatte er schon in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung mit Nachdruck die Freigabe der Straße gefordert hat. Denn Schranke und Lichtzeichenanlage am Bahnübergang funktionieren, die Straßen ist ja verbreitert und damit eigentlich ausreichend Aufstellfläche vorhanden.

Mängel am neuen Brückenbauwerk, dessen Errichtung schon für eine sehr lange Zeit die Vollsperrung verlängert hatte, gibt es offensichtlich nicht. Dies war vermutet worden, als von der Pressestelle der Bahn als ein Grund für die Sperrung Mängelbeseitigung im Rahmen der Gewährleistung angeführt worden waren. Und zwar ursprünglich bis Ende April. Mittlerweile sind weitere zwei Wochen vergangen und die Straße ist immer noch nicht befahrbar, mit vielen Sperrbaken dicht gemacht.

„Ich glaube, hier wird oder wurde Geld verbrannt“

„Ich habe in den vergangenen vier Wochen hier niemanden gesehen“, schimpft Grafe weiter, „weder mit Schlips noch in Arbeitskleidung“. Seite Freitag weiß er, warum. Darüber hinaus: „Ich glaube, hier wird oder wurde Geld verbrannt.“ Er sieht keinen triftigen Grund, warum ein teures Brückenbauwerk über Leitungen gebaut werden muss, während nur wenige Meter weiter über eben diese Leitungen landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren. Der UWG-Ratsherrn fragt sich, ob sich der Aufwand lohnt – für beinahe leere Personenzüge und eine Verlängerung des Taktes der Busfahrten durchs Volmetal, die dafür sorgen würde, das die Anwohner wieder vermehrt ins Auto steigen würden. „Aber nicht, um zum Bahnhof zu fahren, um dort in den Zug zu steigen!“

Ein echter Hammer

Als echten „Hammer“ bezeichnet Grafe aber noch etwas anderes: Die größere Aufstellfläche sorgt nun zwar dafür, dass die Schilder mit dem Zusatz „Gesperrt für Lkw länger als 10 Meter“ entfernt werden konnten – doch freie Fahrt für Lkw gibt es weiterhin nicht. Nun heißt es: „Gesperrt für Lkw länger als 12 Meter“. Warum? Das Gleis beschreibe am Bahnübergang Haus Rhade eine leichte Kurve und sei deshalb mit Gefälle angelegt, erfuhr Grafe. Durch dieses Gefälle bestehe aber die Gefahr, dass zwölf Meter und längere Lastwagen umstürzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare