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Alter Herrensitz wird wieder jung

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Von: Rainer Crummenerl

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Haus Neuenhof in Rönsahl
Über eine lange Reihe von Jahren bereits zählt das Haus Neuenhof an der Hauptstraße 9 in Rönsahl zu den repräsentativsten Gebäuden in Dorf und Stadt. Derzeit wird das Anwesen innen wie außen einer Renovierung „vom Scheitel bis zur Sohle“ unterzogen. © Rainer Crummenerl

Einer Verjüngungskur „vom Scheitel bis zur Sohle“ unterzogen wird – wenn man denn so will – derzeit das im allgemeinen Sprachgebrauch als „Haus Buchholz“ und unter der offiziellen Bezeichnung „Haus Neuenhof“ bekannte herrschaftliche Wohnhaus an der Hauptstraße 9 in Rönsahl.

Rönsahl - Nach kürzlich erfolgtem Verkauf und dem damit verbundenen Eigentümerwechsel, einhergegangen mit dem Auszug der letzten Mieter, soll, so sieht es der Sanierungsplan der neuen Besitzer vor, dieses von jeher repräsentative Anwesen als mittlerweile über 180 Jahre altes und überwiegend im Familienverband genutztes Wohnhaus sowohl innen wie auch hinsichtlich der Umlage bald wieder im alten Glanz erstrahlen.

Fünf Wohnungen geplant

Konkret heißt das, dass man sich bei den Renovierungsarbeiten weitestgehend an den alten und über viele Jahrzehnte bestandenen Zustand, also Beibehaltung und Wiederherstellung von herrschaftlichen Innenräumen und einem großzügig gestalteten weiträumigen Flurtrakt, halten sowie sich dabei nach den Vorgaben des Denkmalsschutzes richten wird. Dabei ist die Errichtung von insgesamt fünf voneinander unabhängigen Wohnungen vorgesehen. Nach derzeitiger Planung, so heißt es weiter, geht es jetzt zunächst einmal darum, das Ganze winterfest zu machen, wobei mit dem Abschluss der Arbeiten in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres gerechnet werden kann. Parallel zu den Innenarbeiten wurde inzwischen auch mit umfangreichen Sanierungsarbeiten im Außenbereich – sprich vornehmlich dem Einbau einer neuen Drainage zur Trockenlegung der sanierungsbedürftigen Kellerräume im alten Gemäuer – begonnen, einhergehend mit entsprechenden Erdarbeiten, wobei auch die mittlerweile „arg in die Jahre“ gekommene aus massiven Natursteinen bestehende Treppe im Eingangsbereich in Mitleidenschaft gezogen wurde.

1837 bis 1838 gebaut

Gleichwie, ein Blick auf die „Historie“ von Haus Neuenhof sagt aus, dass dessen Erbauung in den Jahren 1837 bis 1838 durch Charles Heuser, einen Sproß der zu damaliger Zeit in Rönsahl und Umgebung recht bedeutenden Kaufmanns- und Pastorenfamilie, zurückgeht, die ein gutes Stück der Dorf- und Kirchengeschichte mit geschrieben hat. Charles Heuser und Familie legten rund um ihr neues Anwesen auf der Fläche zwischen dem heutigen Grenzweg, dem Kerspeweg und der Hauptstraße einen großen und repräsentativen Park mit vielen unterschiedlichen Baumarten, gepflegten Blumenarrangements- und Gemüsegarten sowie einem gepflegten Wegenetz an. Integriert waren ferner ein Tennis- sowie ein Poloplatz, auch Remisen, Scheunen und Stallungen für die Pferde sowie in der Ortslage Felderhof ein Tabakshäuschen für die „noblen Herren“ (dort wohnt heute Familie Fritz Voswinkel).

1919 setzte sich Herrmann Buchholz dort zur Ruhe

Im Februar 1919, so sagen es die Annalen weiter, setzte sich dann Johann Herrmann Buchholz in seiner Eigenschaft als Fregattenkapitän und ebenfalls ein Mitglied der über viele Jahrzehnte weit über den hiesigen Raum bedeutenden Dynastie der Pulvermüller, dem man sogar Verbindungen zum deutschen Kaiserhaus nachsagte, im Haus Neuenhof zur Ruhe. Dessen Nachkommen bewohnten das Haus Neuenhof bis in unsere Tage, wobei sich durch die Ereignisse von Krieg und Nachkriegs- und die Folgezeit zwangsläufig manches änderte und nach und nach so manches Blatt von dem einstmals stolzen Baum abfiel.

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