Sonntagabend nur zwei Essen

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Juniorchefin Christina Gerke kann derzeit keine touristischen Reservierungen annehmen. In der vergangenen Tagen klingelte das Telefon vor allem, wenn Gäste Stornierungen durchgegeben haben.

Kierspe - Bis Sonntag in den frühen Nachmittagsstunden sei noch alles in Ordnung - oder zumindest so wie seit Kurzem üblich gewesen, erzählt Ernst Willi Funke, Inhaber des Hauses Berkenbaum. „Ab Nachmittag kamen dann aber deutlich weniger Gäste, abends hatten wir dann gerade einmal zwei Essen“, sagt Funke.

Üblich wären an einem Sonntagabend mehr als 50 Gäste, die nach einem Blick in die Speisenkarte bestellen. Funke gehört mit seinem Haus Berkenbaum zu den Betrieben, den die Krise gleich doppelt trifft. Denn neben dem Restaurant unterhält er auch einen Hotelbetrieb mit 12 Zimmern.

Und diese werden in den nächsten Wochen wohl auch von kaum einem Gast genutzt. Bis gestern waren noch sieben Gäste im Haus, die als Monteure bei einem Kiersper Unternehmen eingesetzt waren. Nach der Abreise dieser Gäste stehen die Zimmer auf unbestimmte Zeit leer. Betreut wurden die Gäste vom Chef und seiner Frau.

Funke: „Die Angestellten sind derzeit alle zuhause, da es keine Arbeit gibt. Wenn wir wissen, wie wir mit eventuellen Essensausgaben umgehen, werden wir auch wieder Dienstpläne aufstellen“. Eine Öffnung während Mittagsstunden lohnt sich schon seit Jahren für das Unternehmen nicht mehr. Deshalb wurde bislang um 17 Uhr die Tür für das Abendgeschäft geöffnet.

Doch durch die Beschränkungen ist in den Restaurants jetzt ja schon um 15 Uhr Schluss. Bleibt nur noch das Wochenende. „Wenn es keine Ausgangsbeschränkungen gibt“, sagt Juniorchefin Christina Gerke. Grundsätzlich arbeite man daran, einen Weg zu finden, Speisen außer Haus anzubieten.

„Wir sind nicht die ersten, die angerufen werden, wenn es um Essensbestellungen geht. Deshalb suchen wir nun nach Wegen, den Kunden einen echten Mehrwert anzubieten“, erklärt Gerke. Vorstellbar sei beispielsweise, dass ein komplettes Essen im Restaurant gekocht und anschließend vakuumiert werde. „Das könnten die Kunden dann zuhause ohne großen Aufwand selbst erwärmen – und wir müssten nicht auf jede Essensbestellung einzeln reagieren“, so die Juniorchefin.

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