Harter Winter setzt kleinem Zirkus enorm zu

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Die beiden Ponys Paitan und Tulipan gehören zum unverzichtbaren Tierbestand im „Circus Ideal“ und sind die Lieblinge aller Kinder.

Rönsahl - Unangenehm kalt ist es auch noch in den Morgenstunden. Wie schon mehrmals zuvor, so war die Quecksilbersäule auf dem Barometer auch in dieser Nacht bis in den Minusbereich gesunken. Sorgenvoll blickt Toni Wagner, Familienoberhaupt und Chef im kleinen Familienunternehmen „Circus Ideal“ in den grau verhangenen Himmel.

Ihre Mütze tief ins Gesicht gezogen haben der Zirkusdirektor und sein Sohn Merano, die zum allmorgendlichen Füttern ihrer Tiere auf den kleinen Bauernhof in Rönsahl gekommen sind. „Ein ganz großes Dankeschön gilt in diesem Zusammenhang der Familie Weber, die selbst einen Pferdehof betreibt, dabei ein großes Herz für uns und unsere Tiere gezeigt und uns bereitwillig das Winterquartier für unsere Tiere zur Verfügung gestellt hat“, betont der Zirkuschef. Toni Wagner macht kein Hehl daraus, dass die vier Friesenpferde Marca, Pegasus, Zeus und Taifun sowie der „Apache“ Schetu, der Araber-Hengst Omar und die beiden Ponys Paitan und Tulipan, zum wichtigsten Kapital des kleinen Zirkusunternehmens zählen.

Von klein auf dazu gehören auch die beiden jetzt zweijährigen Lamas Felix und Felicitas, und seit etwa einem Vierteljahr ergänzen die jetzt 14 Monate alten Kamele Orkan und Kalibu den Tierbestand beim „Circus Ideal“. Die beiden Tiere hat Wagner in besonderem Maße unter seine Fittiche genommen und kümmert sich derzeit um die Ausbildung der Höckertiere für deren vorgesehene Auftritte in der Manege – wenn es denn im herbeigesehnten Frühjahr wieder so weit sein sollte und der kleine Zirkus seine derzeitige Notlage bis dahin unbeschadet überstehen kann.

Gleichwie, an ein Weiterziehen des Zirkus, der nun schon seit einigen Wochen situationsbedingt am Schützenplatz in Meinerzhagen überwintern muss und daran, dass in einer anderen Stadt das geräumige Zirkuszelt aufgebaut werden kann und dadurch dann wieder etwas Geld in die leere Zirkuskasse kommt, ist fürs erste jedenfalls nicht zu denken. Die finanzielle Not beim kleinen Zirkus nimmt von Tag zu Tag zu.

Zwar seien aufgrund eines Aufrufs in der MZ einige Spenden erfolgt, aber das sei angesichts des enorm hohen Kostendrucks, der wegen der weggebrochenen Einnahmequellen auf dem kleinen Unternehmen laste, lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wir wissen einfach nicht, wie es weitergehen soll und sind weiterhin für jede auch noch so kleine Geld- oder Futterspende dankbar, damit wir diese harte Winterzeit überbrücken können. Zumal unser Angebot, für ganz kleines Geld in Schulen oder Kindergärten zu spielen, bisher ohne Resonanz geblieben ist“, sagt Toni Wagner.

Spenden jeder Art, so auch Heu und Strohballen, sind willkommen und werden direkt vor Ort gern angenommen. Wer sich näher informieren möchte, kann das unter der Rufnummer 01 73 /8 24 19 55 bei Toni Wagner tun.

Lesen Sie dazu auch: Circus Ideal „strandet“ am Schützenkreisel

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