Vor 50 Jahren wurden Kierspe die Stadtrechte verliehen

+
Hans-Ludwig Knau hielt einen Vortrag zum Thema Stadtrechte.

Kierspe – Vor 50 Jahren wurde Kierspe der Status einer Stadt verliehen und genauso lange lebt Hans-Ludwig Knau in der Volmestadt. Seitdem beschäftigt er sich mit der Vergangenheit seiner neuen Heimat und ist heute noch begeistert, denn „Kierspe ist historisch ungemein interessant.“

Die jahrzehntelange Arbeit hat sich ausgezahlt. Beim Vortrag über „Stadtrechte“ im Café von Hand in Hand reichte ihm jedenfalls ein kleiner Zettel mit einigen Notizen um einen zweistündigen Vortrag zu bestreiten. Das Thema sei ein wenig „sperrig“, gab er zu, wohl mit ein Grund für die ungewöhnlich kleine Zuhörerschaft. 

Es erwies sich auch als Querschnitt zahlreicher anderer Vorträge, vor allem zur Margarethenkirche. Die Bedeutung, die die Kirche, sowohl als Institution wie als Gebäude, in früheren Zeiten hatte, kann man heute wohl kaum noch abschätzen. „Die Kirche war der Kristallisationspunkt von Kierspe, darüber definierten sich die Menschen.“ Lange war Kierspe ein „Kirchspiel“. Der Begriff bezeichne den Bezirk, der zu einer Kirche gehöre und in der der Pfarrer Amtsgewalt habe. Weltliches und kirchliches Recht waren lange Zeit weitgehend identisch. 

Einschneidend waren die Veränderungen, die die französische Besatzung während der napoleonischen Kriege mit sich brachten. Denn die Franzosen stülpten auch dem Sauerland französische Verwaltungsstrukturen über. Kierspe mit seinen fünf Bauernschaften, die von Hohenholten bis Höhlen reichten, wurde der „Mairie“ Meinerzhagen zugeschlagen. Meinerzhagen war damals „Akzisenstadt“, zu Deutsch: Zollgrenzbezirk. Denn zwischen Meinerzhagen und Drolshagen verlief damals noch die Grenze zwischen Preußen und dem kölnischen Sauerland, das dem Fürstbischof in Köln unterstand. Der Schmuggel blühte in diesen Zeiten. Die napoleonische Zeit war schon nach einigen Jahren wieder vorbei, aber erst 1846 wurde Kierspe selbstständig, bedingt durch gestiegene Bevölkerungszahlen. 

Im Wesentlichen erhielt das Amt Kierspe wieder seine alten Grenzen, die „Dorf“, Bauernschaften und Rönsahl umfassten. Die bei Knaus Vorträgen sonst übliche Illustrierung durch Bilder aus dem Archiv des Heimatvereins entfiel diesmal, stattdessen hatte Uli Finke den Kiersper Heimatkalender, „frisch aus der Druckerei“ mitgebracht. Bedingt durch sein verändertes Konzept können die an Heimatgeschichte Interessierten jetzt die Vergangenheit mit der Gegenwart abgleichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare