Hand in Hand Kierspe tut alles, um Lebensmittel weiter ausgeben zu können

Die Ausgabe soll geöffnet bleiben

Rita Kattwinkel und Wolfgang Koll vom Verein Hand in Hand vor der Lebensmittelausgabe und mit einer der Tüten aus der Aktion des Rewe. Die beiden möchten die stationäre Ausgabe so lange wie möglich gewährleisten.
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Rita Kattwinkel und Wolfgang Koll vom Verein Hand in Hand vor der Lebensmittelausgabe und mit einer der Tüten aus der Aktion des Rewe. Die beiden möchten die stationäre Ausgabe so lange wie möglich gewährleisten.

Kierspe – Gerade erst wieder geöffnet – und jetzt schon wieder geschlossen. So hätte es dem Sozialen Bürgerzentrum ergehen können – und in Teilen ist es das auch. Doch zumindest die Lebensmittelausgabe soll auch in den kommenden Monaten stattfinden, für November gibt es auch schon konkrete Termine.

„Eine Lieferung der Lebensmittel, wie wir das in den vergangenen Monaten gemacht haben, würde in Zukunft auch nicht mehr funktionieren“, ist sich Wolfgang Koll, Vorsitzender des Vereins Hand in Hand, sicher. Die Kirchengemeinde und anfangs auch die Kiersper Awo hatten das Ausliefern der Lebensmittelpakete in Kierspe übernommen. Doch mit der Zeit verloren beide Organisationen die Helfer. „Dazu kam, dass auch immer mehr Menschen beliefert werden wollten“, sagt Rita Kattwinkel, die für die Lebensmittelausgabe in dem Verein zuständig ist.

120 Haushalte habe man bei den letzten Touren angefahren, dazu kommen noch weitere 20 in Rönsahl. Kattwinkel: „Dort werden wir auch weiterhin ausfahren. Vor der Pandemie haben wir die Rönsahler immer mit dem sogenannten Sozial-Caddy abgeholt, doch dort sitzen die Menschen viel zu dicht beieinander. Die Verteilung wird in Rönsahl von hilfsbereiten Menschen übernommen, die das auch weiterhin machen werden.“

Mit der ersten stationären Ausgabe an zwei Tagen im Oktober zeigen sich Koll und Kattwinkel auch sehr zufrieden. „Wir haben sehr darauf geachtet, dass sich weder die Helfer noch die Besucher zu nah gekommen sind, auch haben wir dafür gesorgt, dass die Aufenthaltszeit im Gebäude so kurz wie möglich ist“, erklärt Koll. So hätten zwei Mitarbeiter an dem Montag vor der Ausgabe die Lebensmittelspenden an den Geschäften eingesammelt, wobei vor allem beim ersten Termin enorme Mengen gespendet worden seien. Am Dienstag hätten dann vier Helfer das Gemüse geputzt und sortiert. Am Mittwochmorgen seien dann weitere vier Helfer da gewesen, um die Ausgabe vorzubereiten. Nachmittags hätten vier weitere Mitarbeiter gepackt, zwei hätten an den Ausgabetischen gestanden und zwei weitere am Eingang und dem Flur auf die Einhaltung der Abstände geachtet. Man habe auch die Zahl der Abholer auf einen Menschen je Haushalt begrenzt. Und letztlich habe man mit einer Ausgangstür im großen Saal dafür gesorgt, dass es keinen Begegnungsverkehr im Gebäude gegeben habe.

Allerdings war vieles auch deswegen vollkommen unkritisch, weil relativ wenige Abholer erschienen seien. „Haben wir sonst 140 Ausgaben gehabt, waren es jetzt nur etwa 70“, sagt Kattwinkel, die sich aber nicht erklären kann, woran das gelegen hat, weil man im Vorfeld den Termin sehr beworben habe – auch durch einen entsprechenden Hinweis bei der letzten Ausfahrt der Lebensmittel im September. Koll vermutet, dass der Wegfall des Begegnungscafés und der weiteren Angebote wie Kleiderschrank und Fundgrube dazu beigetragen haben könnte. „Aber vielleicht muss sich erst rumsprechen, dass wir wieder regelmäßig geöffnet haben, deswegen sind die nächsten Termine auch so wichtig“, sagt Koll.

Bevor die Abholer kommen, müssen die Spenden sortiert werden.

Allerdings bezieht er das nur auf die Lebensmittelausgabe, denn Kleiderschrank, Fundgrube und Repaircafé sind geschlossen bzw. werden wieder schließen, um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten. Bei den Öffnungsterminen dieser Bereiche habe man aber ebenfalls eine deutliche Zurückhaltung gespürt. Das gelte auch für die Spenden. Habe man vor der ersten Öffnung der Kleiderkammer noch mit einem massiven Spendenaufkommen gerechnet, weil man vermutete, dass viele Kiersper die Zeit der Kontaktbeschränkungen fürs Aufräumen genutzt hätten, wurde man eines Besseren belehrt. Dazu komme, dass durch die unterschiedlichen Öffnungszeiten, vor allem aber durch die Schließung während der Lebensmittelausgabe einfach eine geringere Nachfrage geherrscht habe.

Auch beim Repaircafé habe man nur zögerlichen Zuspruch erlebt, freue sich dort aber über einen neuen Mitarbeiter, der nun aber auch erst einmal in „Urlaub“ gehen kann.

Als nicht besonders gut beschrieben die beiden Hand-in-Hand-Mitglieder die derzeitige Einnahmesituation. Durch die fehlende Ausgabe habe es auch nicht den symbolischen Euro gegeben, den jeder Haushalt für seine Lebensmittel entrichte. Spenden seien nicht besonders üppig geflossen, wobei beide ausdrücklich die Zuwendung der Aktion Mensch erwähnen. Mit den mehr als 10 000 Euro habe man den Kauf der ausgelieferten Nahrungsmittel finanzieren können, da in dieser Zeit keine Lebensmittelspenden entgegengenommen worden seien. Da sei der Heimatpreis gerade recht gekommen, würden die 2500 Euro Preisgeld die Situation doch entspannen, so Koll. „Unsere Kosten für Strom und Miete laufen weiter. Hinzu kommt, dass wir den großen Saal nicht vermieten konnten und auch weiterhin nicht können. Wir befinden uns in allen Bereichen in einer Art Wartezustand und wissen nicht, wie lange dieser noch anhält. Wie es hier weitergeht, hängt vor allem von dem weiteren Pandemiegeschehen ab“, so der Vereinsvorsitzende, der in diesem Zusammenhang auf die Tüten-Aktion der Rewe-Märkte hinweist. Dort können Kunden fünf Euro spenden. Von dem eingenommenen Geld packt der Markt Lebensmittelpakete, die der Meinerzhagener Tafel und dem Verein Hand in Hand zugute kommen.

Lebensmittelausgabe

Nach jetziger Planung findet die Lebensmittelausgabe in diesem Monat am 18. und 25. November statt.

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