Marc Voswinkel: „Hätte knapperes Ergebnis erwartet“

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Eine deutliche Mehrheit der SPD-Mitglieder votierte für eine Neuauflage der Großen Koalition.

Kierspe - Der SPD-Mitgliederentscheid fiel deutlich für eine Wiederaufnahme einer Großen Koalition aus. Ein Ergebnis, das den Fraktionsvorsitzenden der Kiersper SPD überraschte: „Ich hätte nicht gedacht, dass der Pro-Anteil so hoch sein würde“, kommentierte Marc Voswinkel die Abstimmung. „Ich hätte mit einem knapperen Ergebnis gerechnet.“

Voswinkel selbst hatte sich gegen eine Große Koalition ausgesprochen. „Leidenschaftslos“ sei seine Entscheidung ausgefallen, sagte er. Der Grund: Der Auftritt seiner Partei sei während der letzten Wochen desaströs und katastrophal gewesen. Es seien viele handwerkliche Fehler passiert. „Da muss man sich fragen, ob das richtige Personal an der richtigen Stelle sitzt.“

Marc Voswinkel zeigte sich überrascht vom Ergebnis.

Mit dem ausgehandelten Koalitionsvertrag sei er im Grunde hingegen einverstanden. Voswinkel machte aber auch deutlich, dass es nun darum gehen müsse, Versprechen einzulösen. „Jetzt muss angefangen werden zu arbeiten“, stellte er einen klaren Anspruch an seine Partei. Er sei gespannt, was am Ende heraus komme, sagte der Fraktionsvorsitzende.

„Ich wünsche mir, dass es jetzt endlich ruhiger wird“, sagte die Vorsitzende der SPD Monika Baukloh zu dem Ergebnis des Mitliederentscheids ihrer Partei. „Ich bin froh, in einer demokratischen Partei zu sein und die Möglichkeit zu haben, so etwas mitzuentscheiden“, sagte Baukloh. Dazu gehöre für sie auch, das Ergebnis zu akzeptieren.

Monika Baukloh hofft, dass nun „in Ruhe“ gearbeitet werde.

Die Kiersper SPD-Vorsitzende hatte sich gegen eine Neuauflage einer Großen Koalition ausgesprochen. „Nun geht es aber darum, gemeinsam in die Zukunft zu gehen und Stabilität in der Spitze zu bekommen“, sagte sie. Die letzten Wochen seien nervenaufreibend gewesen: „Ich hoffe, dass uns so etwas nicht zerreißt, sondern dass wir gemeinsam gestärkt daraus hervorgehen können.“

Ein positives Fazit zog Baukloh aus Diskussionen und Gesprächen, die sie während der letzten Wochen erlebt habe. Da sei es stets vor allem um inhaltliche, nicht um persönliche Dinge gegangen. „Daher glaube ich, dass diejenigen, die gegen eine Groko gestimmt haben, die Entscheidung nun auch akzeptieren können. Der Druck ist nun weg und ich hoffe, dass jetzt wieder mit Ruhe und Besonnenheit intensiv gearbeitet werden kann. Ich wünsche mir, dass alle an einem Strang ziehen.“

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