Festival: Heiterer Auftakt für düstere Klänge

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Die Kinderband Watt aufs Ohr eröffnete das Festival „Gothic meets Rock“, bei dem mehr als 30 Band an drei Tagen auftreten.

Kierspe - Für Fans von Gothic, Rock- und Metal-Musik ist das Gut Haarbecke derzeit eine gute Adresse. An Christi Himmelfahrt startete das dreitägige Festival „Gothic Meets Rock“, auf dem bis Samstag insgesamt 33 Bands auftreten. Den Auftakt machte dabei eine ganz besondere Formation.

Die beiden Brüder Julian (7 Jahre, Gesang, Gitarre) und Jannick (9 Jahre, Schlagzeug) sowie ihr Freund Manuel (9 Jahre, Bass, Backround-Vocals) kommen aus Pullheim bei Köln und bilden zusammen die Band „Watt aufs Ohr“. Vor einem halben Jahr hatten die beiden Brüder bei Julians Verabschiedung aus dem Kindergarten die Idee, gemeinsam mit ihrem Freund die Band zu gründen (die MZ berichtete). Der Musiker Vincenzo Piperis, Vater von Julian und Jannick, war begeistert von der Idee und half den drei Jungs auf die Sprünge.

Gothic Meets Rock - Erster Veranstaltungstag

Inzwischen sind rund sechs Monate vergangen und die Band verfügt bereits über ein Repertoire von insgesamt drei Songs, die die Nachwuchs-Musiker schon perfekt auf der Bühne hinbekommen. Das bewiesen sie eindrucksvoll am ersten Tag des „Gothic Meets Rock“-Festivals, wo sie als die erste Band des Line-ups mit Unterstützung von Vincenzo Piperis zunächst den Song „Ein Hoch auf uns“ und dann „TNT“ von AC/DC zum Besten gaben. Vom Publikum erhielten sie dabei stürmischen Applaus und legten im Anschluss den Song „Die Fliege“ von Götz Widmann nach. An neuem Material arbeiten die drei nach eigenen Angaben auch schon. So werden sie schon bald den aktuellen Hit „Human“ von Rag’n’Bone Man einstudieren und arbeiten sogar schon an eigenen Songs, für die vor allem Julian schon zahlreiche Ideen hat. Man darf also gespannt sein, was die kleine Band noch so produziert.

Gothic Meets Rock - Zweiter Veranstaltungstag

Im Anschluss an die Begrüßung durch Festival-Veranstalterin Heike Vogt-Laudien trat zunächst die Nachwuchs-Formation Right To Remain Dead aus Köln und Bonn auf, die im Bereich Melodic-Death-Metal anzusiedeln sind. Die Musiker, die erstmals auf einem Festival dieser Art auftraten, erfüllten sich damit nach eigenen Angaben einen Traum und kamen gut beim Publikum an. Ein weiterer Höhepunkt des ersten Veranstaltungstages war unter anderem die Formation Saddiscore, die eine technisch ausgefeilte und sehr präzise gespielte Form des modernen Heavy Metal boten und mit ihren teils düsteren Outfits, zum Beispiel einer Totenkopfmaske bei Drummer Peter, auch optisch überzeugen konnten. Schade war bei diesem erstklassigen Gig lediglich der Umstand, dass die bei derartigen Konzerten völlig normalen Moshpits behördlich verboten waren und auch zaghafte Ansätze sofort unterbunden werden mussten.

Ganz klassischen Old-School-Metal im besten Sinne boten Ghost Empire. Sober Truth, eine ebenfalls hörenswerte Band aus Siegburg, bezeichnen ihren Stil dagegen als „Prog Groove Metal“, der düster und brachial daherkam. Am Abend spielten schließlich die beiden Acts Lyra’s Legacy und Freedom Call auf, wobei letztere Band ebenfalls dem Metal zuzurechnen ist. Als Schmankerl für die Umbaupausen hatten die Veranstalter die Autorin Katrin Holle eingeladen, die aus ihrem Dark-Fantasy-Roman „Krieger der Schatten“ vorlas. Leider waren die Festival-Besucher darauf wohl nicht recht eingestellt, sodass das Interesse an der Vampir-Story eher verhalten blieb.

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