Gut vernetzt und oft erster Ansprechpartner

Christian Schwanke im Gespräch mit einem Jugendlichen.

Kierspe - Manchmal ist es nur eine fehlende Druckerpatrone, die der Bewerbung oder dem Referat im Wege steht. Da ist es für die Mitarbeiter des Jugendzentrums eine Kleinigkeit, dem Besucher zu helfen. Doch auch, wenn es Probleme in der Schule, im Elternhaus oder mit Behörden gibt, stehen Susanne Sattler und Christian Schwanke bereit – oft gemeinsam mit Mitarbeitern anderer Einrichtungen.

„Viele, vor allem junge Besucher, suchen unsere Hilfe bei Hausaufgaben und Referaten. Manchmal fehlt zu Hause nur eine Druckerpatrone, bei anderen gibt es gar keinen Zugang zum Internet. Da können die Jugendlichen dann unsere Rechner benutzen, hier ausdrucken oder uns auch um Hilfe bitten, wenn es um die Nutzung von Office-Programmen geht“, erzählt die Leiterin des Kiersper Jugendzentrums Susanne Sattler. Man setze sich aber auch mit Schülern hin, um mit diesen das Lesen zu üben oder zu vertiefen.

Während die Schüler bei Problemen mit Hausaufgaben, Referaten und der Internet-Recherche sicher noch auf das Verständnis des Lehrers hoffen dürfen, gibt es bei Bewerbungen und Berufsschulanmeldungen keine Alternative zu Rechner und Internet. Sattler: „Mittlerweile akzeptieren die Berufsschulen Anmeldungen beispielsweise für das Berufsgrundschuljahr nur noch über das Internet. Und Arbeitgeber verlangen natürlich eine Bewerbung, die am Rechner erstellt wurde, manchmal müsse diese sogar online erfolgen. „Wir haben mittlerweile zu vielen Firmen gute Kontakte, arbeiten mit diesen bei der Besetzung von Ausbildungsstellen zusammen und wissen dadurch auch, worauf es den Entscheidern bei der Bewerbung ankommt“, erklärt Jugendzentrums-Mitarbeiter Christian Schwanke. So achte der eine Personaler vor allem auf Fehlstunden, bei dem anderen ständen die Noten im Fokus. Oft helfe aber auch die Fürsprache der Mitarbeiter. Schwanke: „Dadurch lässt sich auch schon mal eine schlechte Note ausgleichen, denn schließlich kennen wir die Jugendlichen meist schon seit Jahren.“ Die Vermittlung eines freiwilligen Praktikums in den Ferien sei da oft der Türöffner.

Doch auch jenseits der Schul- und Berufswelt ist die Hilfe der Mitarbeiter oft unerlässlich. Sei es bei der Formulierung der Kündigung von Mobilfunkverträgen, dem Beantragen von Leistungen aus dem Teilhabe- und Bildungsgesetz – meist für Aktionen des Jugendzentrums – oder auch bei Kindergeldanträgen und Einbürgerungswünschen. Sattler: „Wobei es dann nur um Verständnisfragen geht, denn eine Rechtsberatung dürfen und können wir nicht leisten.“

Das Jugendzentrum ist aber nicht nur Ratgeber – sondern auch Arbeitgeber. Zumindest dann, wenn ein Jugendlicher Sozialstunden ableisten muss. „Dabei beschränken wir den Einsatz aber auf 50 Stunden und schauen auch sehr genau, welches Delikt zu den Sozialstunden geführt hat. Denn wir möchten keinem Drogenhändler einen zusätzlichen Markt öffnen“, so Sattler.

Am besten lässt sich den Kindern und Jugendlichen natürlich dann helfen, wenn alle Einrichtungen, mit denen diese zu tun haben, gut vernetzt sind – unter anderem im „Pädagogischen Arbeitskreis“, der einmal im Monat zusammenkommt. Dort haben die Mitarbeiter von Jugendzentren, Schulen, Kirchen, Jugendamt, Jugendgerichtshilfe, Job-Center und Wohngruppen die Möglichkeit zum Austausch. „Dort entstehen dann Handlungsstrategien“, so Schwanke.

Doch die Zusammenarbeit endet an dieser Stelle für Sattler und Schwanke noch lange nicht. So werde bei den „Night-Move-Veranstaltungen“ mit den Vereinen zusammengearbeitet, beim Stöbertag mit den Firmen und Schulen. Aber es finde auch ein regelmäßiger Austausch mit dem Arbeitskreis Flüchtlinge statt – und natürlich mit der Drogenberatungsstelle. Sattler: „Ganz wichtig ist uns auch die gute Zusammenarbeit mit der Freien evangelischen Gemeinde in Kierspe, die vor allem im Jugendtreff Bahnhof 3und90 deutlich wird.“

In einer kleinen Serie stellt die Meinerzhagener Zeitung die vielfältigen Aufgaben und Arbeitsfelder des Kiersper Jugendzentrums vor. Denn die tägliche Arbeit geht weit über die Betreuung der jungen Gäste während der Öffnungszeiten hinaus. In dieser Folge stellt die MZ die Beratungs- und Hilfsangebote vor und informiert über die Netzwerkarbeit des Zentrums und seiner Mitarbeiter.

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