Auch Sturm lässt Preise nicht einbrechen

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Mit der Kluppe ermittelt Forst-Praktikant Kilian Klaewer die Masse des Baumes. Im vergangenen Jahr wurden für gutes Fichtenholz gute und stabile Preise bezahlt.

KIERSPE - Mit einem guten Ertrag für die Waldbesitzer in seinem Revier konnte Förster Uwe Treff das vergangene Jahr abschließen. Die Preise sind während des ganzen Jahres stabil geblieben und sogar leicht angestiegen – trotz eines Sturmes im Juni.

Von Johannes Becker

„Rund 2000 Festmeter Holz mussten nach dem Sturm am 20. Juni verwertet werden. Vor allem Laubbäume wurden umgeworfen, aber natürlich auch Fichten in Randlagen“, so Uwe Treff. Insgesamt hat der Förster im vergangenen Jahr 8930 Festmeter Holz schlagen lassen. Damit liegt er etwas über dem üblichen Jahresschnitt. Rund 8000 Festmeter Holz aus einem etwa 2200 Hektar großen Revier vermarktet er normalerweise in einem Jahr.

Sägewerke auf Verarbeitung von Fichten spezialisiert

 „Im ersten Quartal des Jahres haben wir 97 Euro für den Festmeter Fichte aus dem Leit-Sortiment bekommen, im vierten Quartal war der Preis auf 101 Euro gestiegen und im ersten Quartal des laufenden Jahres sind Preise von 104 Euro vereinbart“, freut sich der Holzfachmann über die guten Preise. Und diese sind tatsächlich mit die höchsten in Europa. Der Grund dafür sei auch in den Sägewerkskapazitäten zu suchen, die in der Region zur Verfügung stünden, so Treff. Die Sägewerke haben sich vor allem auf die Verarbeitung von Fichten spezialisiert. Sicher auch ein Grund, warum bei den Laubhölzern kein stetiger Anstieg zu verzeichnen ist. Treff: „Dort sind die Preise weitestgehend stabil geblieben.“

Rund 722 300 Euro Erlös für 8900 Festmeter

Insgesamt hat der Holzfachmann mit dem Verkauf des Holzes aus seinem Revier rund 722 300 Euro in 170 Einzelverkäufen erlöst. Wobei die 8900 Festmeter eine bescheidene Zahl sind, verglichen mit der Gesamtmenge, die vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland mit Sitz in Lüdenscheid im vergangenen Jahr vermarktet wurden. Dort waren es genau 145 722 Festmeter Holz. Wenn die Waldbesitzer möchten, könnten sie nach der Einschätzung des Försters noch mehr Geld einnehmen, aber „vielen ist das Holz im Wald lieber, als das Geld auf der Bank.“ Das habe mit dem niedrigen Zinsniveau zu tun, aber auch mit der Angst vor Wirtschaftsproblemen im Euroraum.

Förster Uwe Treff sieht Nachhaltigkeit gewahrt

Auch deshalb sieht Treff die Nachhaltigkeit gewahrt. „Der größte Teil der Waldbesitzer ist zertifiziert und hat sich damit verpflichtet, nicht mehr Holz aus dem Wald zu entnehmen als nachwächst, außerdem verzichten sie auf Freiflächenhiebe und lassen ihr Holz nur eingeschränkt für die Verarbeitung zu Pellets nutzen“, erklärt der Förster.

Wobei Freiflächenhiebe nicht mit Kahlschlägen verwechselt werden dürfen. Denn während beim Kahlschlag nachwachsende Bäume stehengelassen werden, ist die Fläche bei dem Freiflächenhieb komplett geräumt. Treff: „Das ist eine Katastrophe für den Boden, aber auch für alle Tiere, denen der Wald als Lebensraum dient.“ Für das laufende Jahr ist Treff optimistisch: „Wenn keine ausgesprochene Katastrophe wie ein Orkan kommt, dann gehe ich weiter von moderat steigenden Holzpreisen aus und ansonsten von einem ähnlichen Verlauf wie 2013.“

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