Gute Zahlen bei der Volksbank Kierspe

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Die Volksbank-Vorstände Stephan Baldschun (links) und Stephan Böhse sind mit dem Vorjahres-Ergebnis zufrieden.

KIERSPE - „Wir sind mit dem vergangenen Jahr sehr zufrieden. Wir sind deutlich stärker als der Markt gewachsen und darauf auch stolz“, erklärt Stephan Böhse, Vorstand der Volksbank Kierspe. Vergleicht man das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) mit dem der Volksbank, dann hat er recht.

Denn während das BIP-Wachstum 1,7 Prozent beträgt, ist das Kundenvolumen der Volksbank um 3,4 Prozent gewachsen – von 237,1 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 244,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Doch trotz dieser guten Zahlen verschweigen Böhse und sein Vorstandskollege Stephan Baldschun auch nicht, dass sich die historisch niedrigen Zinsen auch auf die Ertragslage der Bank auswirken. „Deutschland war immer der Sparweltmeister und musste sich auch bei der privaten Altersvorsorge nicht verstecken. Doch Geldanlagen werden für die Kunden immer unattraktiver. So ist es auch kein Wunder, dass die Spareinlagen mit sehr kurzen Fristen erfolgen“, so Böhse. Und Baldschun ergänzt: „Trotzdem sind die Kundenanlagen gewachsen, von 132,6 Millionen Euro vor zwei Jahren auf 136,7 Millionen Euro im Jahr 2015.“

Böhse nutzt das Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung auch dazu, an die eigenen Kunden zu appellieren: „Es gibt trotz des niedrigen Zinsniveaus keine Alternativen zu einer privaten Altersvorsorge, um Altersarmut zu verhindern.“

Wenn die niedrigen Zinsen auch das Anlagegeschäft schwieriger machen, leben Kreditnehmer in goldenen Zeiten. Auch das macht sich in der Bilanz der Volksbank bemerkbar. So ist die Gesamtkreditsumme um 3,4 Prozent und damit um 3,6 Millionen Euro auf 108 Millionen Euro gewachsen. Baldschun: „Zwei Drittel der Kredite sind an Privatkunden gegangen, ein Drittel an gewerbliche Kunden.“ Böhse nutzt diese Zahlen zu einem Lob gerade an die Geschäftskunden: „Diese sind heute sehr viel besser aufgestellt, als zu Beginn der Krise im Jahr 2008. Und damit auch sehr viel besser vorbereitet, sollte es noch einmal zu Turbulenzen auf dem Finanzmarkt kommen.“

Wie auch in den Vorjahren kommt der erwirtschaftete Gewinn nicht nur den Genossen zugute, sondern auch der Allgemeinheit. Allein im vergangenen Jahr wurden 25 000 Euro an Spenden ausgeschüttet, zusätzlich wurde der Verein KuK mit 5000 Euro unterstützt. Doch auch die Genossen gehen nicht leer aus. So wurde der Anteil, den die Genossen an der Bank halten auch erneut mit einer Rendite von 6,5 Prozent „verzinst“. „Das soll auch den Dank an unsere Genossen ausdrücken“, erklärt Baldschun den hohen Gewinn, der nichts mit den marktüblichen Margen gemein hat.

Doch die Allgemeinheit profitiert nicht nur von den Spenden und der Unterstützung der Kulturarbeit, sondern auch von den Steuern, die die Kiersper Bank zahlt. So habe man im vergangenen Jahr 454 000 Euro Steuern gezahlt, mehr als die Hälfte davon als Gewerbesteuer, erläutert Baldschun.

Investieren wollen die Volksbänker im kommenden Jahr vor allem ins Online-Geschäft. Mit einer modernen „Online-Filiale“ sollen die Kunden mehr Möglichkeiten bekommen und verstärkt Produkte im Netz bekommen, die dort bislang nicht zur Verfügung standen. Damit wolle man zum einen den Direktbanken ein hochwertiges Produkt entgegensetzen, zum anderen aber auch dem Nutzerverhalten Rechnung tragen. Mittlerweile würden 3500 der rund 9000 Volksbank-Kunden auch oder nahezu ausschließlich ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen. Die beiden Vorstände versprechen – auch aufgrund der guten Zahlen – an der Eigenständigkeit der Bank nicht zu rühren.

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