Gutachten nur ein Rahmen für die Entwicklung

KIERSPE ▪ Die Diskussion, die nach der Vorstellung des Einzelhandelskonzeptes im Fachausschuss und im Rat in der Bevölkerung entstanden ist, griffen Bürgermeister Frank Emde, Beigeordneter Olaf Stelse, Stadtplaner Peter Feltens und Planer Rainer Schürmann gestern auf und nahmen sie zum Anlass, um zu dem Gutachten und dem Verfahren nochmals einiges klarzustellen: „Grundsätzlich sind das Konzept und die Handlungsempfehlungen auseinanderzuhalten“, betonte Emde und erläuterte den Hauptzweck des Konzeptes, das einen „Handlungsrahmen für eine integrierte Stadtentwicklung“ darstelle.

So solle durch die Definition der zentralen Versorgungsbereiche und die Festlegung von Sortimenten gesteuert werden, wo noch großflächiger Einzelhandel möglich ist in Kierspe und wo nicht.

Die vier Stadtvertreter betonten jedoch, dass das Gutachten nur ein Rahmen sei, der also keine konkret umzusetzenden Maßnahmen beinhalte und zudem langfristig ausgerichtet sei. „So steht die Bremi-Wiese derzeit natürlich nicht zur Verfügung, aber vielleicht in 20 Jahren“, merkte der Bürgermeister an und ging damit darauf ein, warum sie in den zentralen Versorgungsbereich Kierspe-Mitte vom Springerweg bis zur Kölner Straße einbezogen worden ist. Ein wichtiger Gesichtspunkt bei allen Überlegungen sei, dass den Bürgern kurze Wege ermöglicht werden sollen.

Zwei Handlungsempfehlungen wurden in der Bevölkerung besonders kritisch diskutiert und das war die Verlegung des Rathauses und des Aldi-Marktes. „Beides sind Vorschläge, die darauf hinzielen, den Handel im Bereich Kierspe-Mitte zu stärken, so auch die Geschäfte am Springerweg“, erklärte Bürgermeister Frank Emde. Besonders die Rathausverlegung sei eine ganz langfristig zu verstehende Vision und komme natürlich überhaupt bloß infrage, wenn sich dies wirtschaftlich darstellen lasse. Etwas anderes sei das vielleicht beim Aldi-Markt, der von den Gutachtern als Frequenzbringer angesehen werde, was für den Bereich Kierspe-Mitte natürlich gut wäre. „Wir glauben, dass sich die Verlegung des Aldi auch positiv auf den zentralen Versorgungsbereich im Dorf auswirken würde, so dass sich dort eher ein Markt ansiedeln würde“, ging er auf die durch Dornseifer entstandene Lücke ein. Doch ist die Stadt da ohnehin am Ball, um dies schneller hinzukriegen.

Auch der Vorschlag für einen Umzug des Rewe XL-Marktes auf die andere Straßenseite kommt aus Sicht der vier Stadtvertreter nicht von ungefähr, da müsse nur einmal die unbefriedigende städtebauliche Situation im Bereich des Marktes und der Parkplatz betrachtet werden. All das werde jedoch derzeit im Rahmen des neuen Einzelhandelskonzeptes allein diskutiert. Visionen müssten erlaubt sein, wenn das Ziel eine sinnvolle und langfristige Innenentwicklung sein solle.

Emde, Stelse, Feltens und Schürmann machten deutlich, dass die Diskussion über das Einzelhandelskonzept noch ganz am Anfang stehe und dieses zunächst bloß eine Diskussionsgrundlage darstelle. Jetzt folgten nach den Osterferien erst eine Einwohnerversammlung zu dem Thema und die Einholung von Stellungnahmen des Einzelhandelsverbandes, der Industrie- und Handelskammer, der Bezirksregierung sowie der Nachbarkommunen. Dann steht im Fachausschuss und in der Juli-Ratssitzung der Offenlegungsbeschluss an, es folgen die Bürgerbeteiligung, der Abwägungsprozess und danach dann wieder in Ausschuss und Rat der Feststellungsbeschluss. „Die Handlungsempfehlungen in dem Gutachten sind aber nicht Beschlusslage“, so die vier nochmals ausdrücklich.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare