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GSK: 21 Infizierte, 61 Schüler in Quarantäne - Ton auf beiden Seiten verschärft sich

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Von: Johannes Becker

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Regelmäßige Tests der Schüler sollen an den Schulen Sicherheit bringen. Lehrer, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, müssen sich nun auch täglich unter Aufsicht testen.
Regelmäßige Tests der Schüler sollen an den Schulen Sicherheit bringen. Lehrer, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, müssen sich nun auch täglich unter Aufsicht testen. © Sebastian Gollnow

„Zum Glück bildet die Schule die Inzidenzen in der Stadt nicht ab“, sagt Johannes Heintges, Leiter der Gesamtschule Kierspe.

Kierspe - Derzeit seien 21 Schüler der Schule mit dem Corona-Virus infiziert, 61 weitere Schüler würden sich in Quarantäne befinden, darunter auch eine ganze Klasse.

Klasse in Quarantäne

Eine Klasse des sechsten Jahrgangs musste in Quarantäne geschickt werden, weil dort fünf Kinder infiziert wurden. „Um kein weiteres Risiko einzugehen, hat das Gesundheitsamt diese Entscheidung getroffen“, so Heintges, der auch berichtet, dass genesene und geimpfte Schüler von solchen Maßnahmen nie betroffen wären. Wobei die Impfung bei Schüler des fünften und sechsten Jahrgangs aufgrund des Alters nahezu ausgeschlossen werden könnten. Die Entscheidung sei am Montag gefallen, heute könnten sich die Schüler aber bereits wieder mit einem Bürgertest freitesten. Gerade diese Regelung behagt dem Schulleiter überhaupt nicht: „Wir hatten vor Kurzem den Fall, dass eine Schülerin einen negativen Bürgertest hatte, in die Schule kam und dort positiv getestet wurde. In der Folge wurde nicht nur die Schülerin nach Hause geschickt, sondern auch ihre Sitznachbarin in Quarantäne.“ Da würden sich manchmal regelrechte Dramen abspielen. „Das geht uns schon sehr nahe“, erzählt der Schulleiter.

Sicherer Ort

Trotz der mittlerweile schon seit Wochen nicht mehr existierenden Maskenpflicht scheint die Schule aber kein unsicherer Ort zu sein. „Bei 19 der 21 Infizierten konnten wir zweifelsfrei feststellen, dass diese sich nicht in der Schule angesteckt haben“, sagt Heintges.

Schützen würden aber auch die Impfungen. So gebe es in der Oberstufe keinen einzigen positiven Fall. Dort sei die Impfquote mit mehr als 70 Prozent auch sehr hoch. Je niedriger die Jahrgangsstufe, desto geringer auch die Quote.

Es bleibt aber Ziel der Schule, diese zu erhöhen. So habe man für den Impfbus geworben und Schüler auch für einen Besuch des Fahrzeugs freigestellt. Heintges: „Einige Schüler berichteten, dass sie fünf Stunden warten mussten, bis sie endlich dran waren. Andere, die später dort waren, wurden nach drei Stunden des Wartens wieder nach Hause geschickt.“

Bei den Lehrern hat man inzwischen eine Impfquote von nahezu 100 Prozent. „Lehrer, die nicht geimpft sind, dürfen aus medizinischen Gründen die Impfung nicht bekommen“, sagt Heintges. Durch die Neuregelung der Corona-Schutzverordnung müssten sich diese Lehrer nun täglich unter Aufsicht testen, er müsse das Ergebnis dann auch weitermelden, berichtet der Schulleiter.

Tägliche Tests

Es gebe aber auch Lehrer, die nach wie vor nicht unterrichten dürften. Dazu würden auch Schwangere gehören. „Gibt es einen positiven Fall an der Schule, dürfen Schwangere zwei Wochen lang nicht ins Gebäude. Da wir in den vergangenen Monaten immer wieder positive Fälle hatten, bedeutet das, dass die Schwangeren seit gut einem Jahr das Gebäude nicht betreten dürfen“, schildert Heintges die Situation an seiner Schule. Die betroffenen Lehrerinnen würden dann per Video in die Klassen geschaltet, dort müsse dann aber ein Vertretungslehrer die Aufsicht führen.

Maskenpflicht im Sport

Nach wie vor sind die Schüler nur an ihren festen Sitzplätzen von der Maskenpflicht befreit. Das bedeutet, dass sie beim Sport in der Halle eine Maske tragen müssen. „Es sei denn, der Platz und die Art der Betätigung erlauben es, dass die Maske abgenommen werden kann. Das liegt dann im Ermessen des Lehrers und bleibt eine Ausnahme, die aber in unserer großen Halle immer mal wieder möglich ist“, berichtet der Schulleiter.

Viel Freiwilligkeit

Aber auch in den Klassenräumen seien die Schüler und Lehrer meist mit Maske anzutreffen. Allerdings sei das eine Entscheidung der Lehrer und Schüler und keine Anweisung, die ja auch gar nicht erteilt werden dürfe.

Viele Eltern würden darauf aber mit vollkommenem Unverständnis reagieren und sich eine Maskenpflicht wünschen.

Der Ton wird schärfer

Generell registriert der Schulleiter, dass der Ton in den vergangenen Monaten deutlich an Schärfe zugenommen habe, „auf beiden Seiten“. Es gebe viele Eltern, die alles hinterfragen würden und anzweifelten, dass die Regeln an der Schule so umgesetzt würden, wie es der Gesetzgeber vorschreibe. „Das machen diese dann auch in den Gesprächen mit meinen Kollegen und der Schulleitung sehr deutlich“, so Heintges.

Aber auch die Eltern, die strengere Regeln wünschen würden, sei es bei den Masken oder auch bei den Impfungen, würden dieses oft sehr deutlich artikulieren.

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