Gruppendruck ein Problem: Ältere animieren Jüngere

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Das Kiersper Jugendparlament beschäftigte sich bei seinem Treffen jetzt mit dem Alkoholkonsum und -missbrauch. Gefordert wurde unter anderem eine schärfere Ahndung von Verstößen. An der vor Ort geplanten Kampagne will das Gremium sich beteiligen. ▪

KIERSPE ▪ Das Jugendparlament möchte sich auch bei dem Projekt „Lokale Alkoholpolitik – von den Besten lernen“ einbringen, das vor kurzem im Sport- und Jugendausschuss von Vertretern des Landschaftsverbandes vorgestellt wurde. Die Stadt Kierspe ist eine von wenigen Kommunen im Raum Westfalen-Lippe, die sich daran beteiligen und das Thema Alkoholkonsum in der Bevölkerung und besonders unter Jugendlichen in der Öffentlichkeit fokussieren und durch geeignete Maßnahmen aktiv angehen wollen.

Die Jugendlichen sahen die Situation vor Ort durchaus kritisch und konnten nicht nachvollziehen, dass im Ausschuss sogar angezweifelt worden war, dass es hier nach wie vor ein Problem gibt. Der Nachwuchs sprach bei seinem Treffen stattdessen von einer Zunahme von Vandalismus und Graffiti und forderte eine stärkere Kontrolle.

Allerdings wurde auch deutlich gemacht, dass es gar nicht so einfach sei, um Alkohol herumzukommen, wenn man nicht zum Außenseite werden wolle. Jüngere würden häufig von Älteren dazu animiert, zur Flasche zu greifen. Unter anderem gingen die Anwesenden auch auf den Himmelfahrtstag, den so genannten Vatertag, ein, wo leider eben nicht nur Väter feierten, sondern auch viele Jugendliche und teilweise kräftig dem Alkohol zusprächen.

Aus dem Jugendparlament kamen schon erste konkrete Vorschläge wie die Organisation von Testkäufen, der Appell zur Selbstverpflichtung von Vereinen und Gruppen oder auch eine schärfere Ahndung von Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz.

Bei der Zusammenkunft des Jugendparlaments, die mit rund zehn Teilnehmern jetzt im Rathaus stattfand, drehte es sich außerdem um den Sicherheitsdienst, der im Auftrag der Stadt für Ordnung im Innenstadtbereich sorgt: Dazu informierte die Verwaltung, dass die Firma auf den städtischen Flächen ein Hausrecht ausübe. Angetroffene Jugendliche würden im Verdachtsfall wie dem Trinken von Alkohol im öffentlichen Raum auch nach ihrem Ausweis gefragt. Wenn diese sich weigerten, ihren Ausweis zu zeigen, würde durch den Sicherheitsdienst die Polizei alarmiert, die dann die Personalien feststelle.

Wie es weiter hieß, würden besonders im Bereich des großen Supermarktes, auf dem Montigny-Platz, dem Raukplatz und auch ansonsten im Umfeld des Rathauses regelmäßig Alkohol konsumierende Jugendliche angetroffen. Seitens der Stadt wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Personalienfeststellung vor allem auch dazu diene, etwaige Schäden den dafür verantwortlichen Personen zuzuordnen.

Ein weiteres Themen bei der Zusammenkunft waren das Bildungs- und Teilhabepaket, das bedürftigen Kindern und Jugendlichen finanzielle Unterstützung beim Mittagessen in der Schule, beim Schulmaterial, bei Klassenfahrten, bei Nachhilfeunterricht oder auch beim Besuch von Vereinsveranstaltungen ermöglicht. Hierüber informierte vom Sozialamt Petra Werth.

Außerdem wurde noch über die Teilnahme an einer Sitzung des Stadtmarketingvereins berichtet, der im nächsten Jahr eine Vereinsmesse plant. ▪ Rolf Haase

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