Arbeitskreis Flüchtlinge: „Ein aktives Unternehmen“

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Aus allen vier Gruppen des Runden Tisches zur Flüchtlingshilfe, deren Arbeit von einem Dringlichkeitsausschuss koordiniert wird, wurde der Bedarf an weiteren Helfern gemeldet.

Kierspe - „Wir sind ein total aktives Unternehmen“, freute sich Karin Schmid-Essing zum Auftakt des dritten Runden Tisches zur Hilfe für Flüchtlinge. Das wurde auch in allen Berichten der Aktionsgruppen deutlich, die am Mittwoch im Sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand vorgetragen wurden.

Von Luitgard Müller

Ebenso wie der dringende Bedarf an weiteren Helfern, die sich, sei es auch nur stundenweise, bei den vielfältigen Aufgaben einbringen möchten. Wer mitarbeiten möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0 23 54 / 91 11 61 oder per Mai an ronny-singer@web.de melden.

Koordiniert wird die Arbeit der vier Gruppen von einem Dringlichkeitsausschuss, der darüber hinaus zur Verfügung stehen soll, wenn sich besondere Situationen mit spontanem Handlungsbedarf ergeben. Alle Gruppen wünschen sich eine bessere Vernetzung untereinander. Die technischen Voraussetzungen für eine Webseite werden bereits geschaffen. Sie soll gewährleisten, dass alle immer auf dem neuesten Stand sind. Außerdem soll sie die Arbeit auch für die Bürger transparent machen, aufzeigen, wo noch Hilfe benötigt wird, und als Kontaktadresse dienen.

Aus der Gruppe der „Kümmerlinge“, die sich diesen Namen selbst gegeben und die Begrüßung und Betreuung der Flüchtlinge in ihren Unterkünften übernommen hat, wurde vermeldet, dass mittlerweile Wohnungen für 21 Personen eingerichtet wurden. Im April werden weitere 15 erwartet. „Wir haben viele Menschen kennengelernt, versucht ihre Stärken zu erkennen und diese zu fördern,“ sagte ihr Sprecher. Wünschenswert sei, dass für jedes Haus ein Betreuer als Ansprechpartner für Bewohner, Vermieter oder Bauverein zur Verfügung stehe.

Während die Betreuung in den Wohnungen ganz gut funktioniere, sei sie in den Häusern am Herlinghauser Weg auf Grund der großen Fluktuation äußerst schwierig. Dort werde dringend ein Raum benötigt, in dem sich Betreuer und Bewohner begegnen könnten, um die Situation zu entspannen.

Feste Sprechstunden für die Flüchtlinge sind nicht nur dort, sondern auch bei der Lebensmittelausgabe im Hand in Hand und im Sozialamt geplant. Ein Fortbildungskurs zu den komplexen gesetzlichen Fragen, die sich ergeben können, ist für die Mitarbeiter vorgesehen.

Am Autofreien Sonntag, 21. Juni, will sich die Gruppe mit einer Pannenhilfe für Radfahrer beteiligen. Dabei sollen Interessierte auch die Möglichkeit haben, die Häuser selbst einmal in Augenschein zu nehmen.

Am 28. März lädt der Verein Flinke Finger in Rönsahl zum Maschinennähen, Kochen, Essen und Klönen ein. Für 26. April ist ab 17 Uhr ein Fest der kulturellen Begegnung vom Verein Menschen helfen Menschen im Kreativzentrum an der Kölner Straße geplant, bei dem gesungen, gerapt und getanzt wird.

Auch die Mitarbeiter der Gruppe „Freizeitangebote“ waren rege. Sie haben eine Liste von Vereinen vorgelegt, wo die Flüchtlinge willkommen sind. Deutschkurse sind angelaufen, wenn auch mit etwas weniger Resonanz als erwartet.

„Das muss sich erst rumsprechen“, zeigte sich eine Mitarbeiterin optimistisch. Die Kinder, die in der Gesamtschule untergebracht werden konnten, machen gute Fortschritte und haben bereits andere Kontakte geknüpft.

Die für den Transport, Ab- und Aufbau und die Reparatur von Möbeln sowie die Lagerverwaltung zuständigen Mitarbeiter waren überrascht worden von der Unterstützung durch die Bevölkerung, bei der sie sich auf diesem Wege bedanken möchten.

Das Lager am Kamper Bach 67, das donnerstags von 17 bis 18 Uhr geöffnet ist, ist zurzeit gut gefüllt, was sich aber mit der Einrichtung weiterer Wohnungen vermutlich bald wieder ändern wird. Es werden noch Regale benötigt, um alles unterzubringen.

In Kürze sollen an gleicher Stelle auch Fahrräder für die Flüchtlinge instand gesetzt werden. Einzig die „Teestube“ konnte keinen Erfolg melden, da es immer noch an einer geeigneten Räumlichkeit mangelt.

Der nächste Runde Tisch findet am Mittwoch, 15. April, wieder ab 19 Uhr im Sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand statt.

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