Maria 2.0 lädt an den Brunnen ein

Donnerstags wird Schritt für Schritt gebetet

Brunnengebet der Gruppe Maria 2.0
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Die heimische Gruppe Maria 2.0 traf sich in dieser Woche zum Brunnengebet.

„Schritt für Schritt – Gebet am Donnerstag“. So nannten die Nonnen im Kloster Fahr in der Schweiz eine Gebetsform, die sich seit gut zwei Jahren sowohl digital als auch präsent vor Ort im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet hat.

Kierspe - Das Gebet entstand im Kontext der Verwerfungen, in die der Skandal des vielfachen sexuellen Missbrauchs die katholische Kirche gestürzt hat. Auch in Kierspe wird seit einiger Zeit donnerstags „Schritt für Schritt“ gebetet, immer am ersten Donnerstag im Monat und immer am Brunnen im Vorhof der Kirche St. Josef. Initiiert und gestaltet werden die Gebete von der Gruppe Maria 2.0.

Diesmal bot sich der kirchliche Erntedank als Thema an für die kleine Andacht. Den Brunnen hatten – natürlich – die Frauen geschmückt, so wie Frauen überall traditionell für Blumenschmuck und Erntekronen am Altar zuständig sind. Aber: „Frauen, ist euch das genug?“ Maria 2.0 schaffte innerhalb einer Viertelstunde die Verbindung zwischen dem Dank an Gott für Ernte und tägliches Brot und den Forderungen der Gruppe nach Veränderungen in der Kirche.

Steiniger Weg hin zu Veränderungen

Auch die waren in Dankgebete eingekleidet: „Wir sagen Dank, dass eine wachsende Anzahl an Frauen und Männern ihre berechtigte Kritik an Fehlern im System Kirche äußert.“ Der Weg von der Kritik hin zu tatsächlichen Veränderungen ist lang und steinig, das wissen auch die Kiersperinnen. Und so hieß es denn: „Wir danken auch für die einzelnen Priester und Bischöfe, die ihren Willen zu Veränderungen in der Kirche kundtun.“

Veränderungen einfordern ohne den Kontakt zur Kirche zu verlieren; getragen durch das gemeinsame Gebet die Zukunft der Kirche gestalten, auch gegen Widerstände in den eigenen Reihen – dieses Anliegen machten die Frauen überzeugend deutlich. Und so beteten sie denn konsequenterweise zu Gott als „Vater und Mutter“ und banden auch die Farben des Regenbogens mit ein. Der spielt bekanntlich als Symbol für Geschlechtergerechtigkeit eine wichtige Rolle.

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