„Kein Kiersper Wald für Meinerzhagen“

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Das Gelände im interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald wird für den Bau der Lackierhalle vorbereitet. Ursprünglich wollte die Firma Otto Fuchs noch Optionen für weitere Flächen, das wird aber bei einem Teil zunächst nicht gelingen, da diese sich in Privatbesitz befinden und der Eigentümer sein Grundstück nur gegen städtischen Wald in Kierspe tauschen wollte.

Kierspe - „Kein Kiersper Wald für Meinerzhagen“, mit diesen Worten soll ein Kiersper Politiker aus dem konservativen Umfeld einem Grundstückstausch widersprochen – und damit seinen Ratskollegen aus dem Herzen gesprochen haben.

Dadurch zerschlagen sich aber auch wohl die Pläne der Firma Otto Fuchs, sich weitere Flächen im Gewerbegebiet Grünewald zu sichern. Im Frühjahr wurde bekannt, dass die Firma Otto Fuchs ein rund 72 000 Quadratmeter großes Grundstück im interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald gekauft hat, auf dem zukünftig eine Lackierhalle errichtet werden soll. Mittlerweile haben auch die Geländevorbereitungen begonnen, um dieses Vorhaben umzusetzen.

Darüber hinaus hat sich das Meinerzhagener Unternehmen noch weitere gut 40 000 Quadratmeter als Option sichern können – vorbehaltlich einer Bebauungsplanänderung. Außerdem hätten die Verantwortlichen des Unternehmens noch gerne eine Option auf weitere 24 000 Quadratmeter gehabt, die sich aber in Privatbesitz befinden.

Nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung hat es lange Verhandlungen zwischen den Kommunen und dem Eigentümer gegeben, an dessen Ende die Idee stand, dem Eigentümer städtischen Kiersper Wald zum Tausch anzubieten. Da jedoch der Wert der land- und forstwirtschaftlichen Fläche durch das Interesse von Fuchs massiv gestiegen ist, ging es nicht nur um 24 000 Quadratmeter, sondern wohl um rund 420 000 Quadratmeter zusammenhängenden städtischen Waldes im Bereich Wienhagen, welches der Eigentümer zur Kompensation seines Verzichts beanspruchte – eine Fläche mit einem Wert von rund einer Million Euro.

Kiersper Politiker widersprechen dem Vorhaben

 Da einem solchen Tausch die Politik zustimmen musste, kam das Thema auf die Tagesordnung von Hauptausschuss und Rat. In beiden Sitzungen widersprachen die Kiersper Politiker dem Vernehmen nach einstimmig dem Vorhaben. Zum einen war die Bereitschaft bei den Kierspern sehr gering, sich von einem solch großen Stückes städtischen Waldes zu trennen, zum anderen hat es nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung auch kein Angebot aus Meinerzhagen gegeben, aus dem ersichtlich war, inwieweit sich die Nachbarstadt an den Kosten beteiligen würde.

Da es sich bei dem geplatzten Geschäft um eine Grundstücksangelegenheit handelt, wurde darüber im nichtöffentlichen Teil der beiden Sitzungen beraten – aber auch nach dem Votum der Politiker gibt es von Seiten der Stadt keine Bestätigung. Im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung sagte der Beigeordnete Olaf Stelse, der für die Stadt Kierspe die Interessen im Zusammenhang mit Grünewald vertritt, dass er dazu nichts sagen könne und wolle.

Kein zusammenhängendes Stück Wald in Meinerzhagen

Möglich ist aber noch, dass ein Flächentausch in Meinerzhagen zustande kommt, allerdings steht dort nach Angaben der Meinerzhagener Stadtverwaltung kein zusammenhängendes Stück Wald zur Verfügung. Ein Kriterium, auf das der Eigentümer der „Options-Fläche“ bislang großen Wert legte.

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