153 neue Stellen in Kierspe

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An der Ecke Bachstraße/Thingslindestraße nahmen die Kinder die vorbeifahrenden Autos ins Visier. Strafzettel gab es an diesem Tag keine, dafür aber sicher bei dem einen oder anderen Schnellfahrer einen tüchtigen Schrecken.

Kierspe - Solch einen Schub hat der Arbeitsmarkt in Kierspe in diesem Jahr noch nicht bekommen. Für zwei Stunden gab es am Dienstag 153 Arbeitnehmer mehr in Kierspe – wobei diese erst noch angelernt werden mussten. Denn an diesem Tag fand bereits zum 16. Mal der Stöbertag statt. Bei dieser Veranstaltung des Jugendzentrums schwärmten die Schüler des vierten Jahrgangs der vier Grundschulen aus, um die Berufswelt der Erwachsenen etwas besser kennenzulernen.

In den Vorjahren gelang es dem Jugendzentrum, das bei der Aktion von der Stadtverwaltung und dem Märkischen Kreis unterstützt wird, den Kindern zwei Stöberstellen an einem Tag zu ermöglichen. Doch in diesem Jahr fanden sich nicht genügend Firmen und Einrichtungen, um die Kinder aufzunehmen. So war nur ein Besuch am Vormittag möglich.

Los ging es im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule, wo die Kinder vom Ersten Beigeordneten Olaf Stelse begrüßt wurden, anschließend teilten die Jugendzentrumsmitarbeiter Susanne Sattler, Lara Kahler und Christian Schwanke die Kinder in kleine Gruppen ein, die dann – meist von städtischen Mitarbeitern – und begleitet von Schülern des Pädagogik-Grundkurses der Gesamtschule zu den Stöberstellen gefahren wurden.

Einige der Grundschüler machten sich auch zu Fuß auf den Weg, vorausgesetzt die Stöberstelle war nicht zu weit entfernt. Die Kinder, die sich am Dienstag bei der Feuerwehr umschauten, hatten es besonders gut, da sie von Christopher Eichert in einem Feuerwehr-Fahrzeug abgeholt und zum Gerätehaus gebracht wurden.

Andere Kinder lernten in heimischen Unternehmen, wie Kunststoffteile hergestellt werden und halfen beim Verpacken, andere verkauften Brot, beruhigten nervöse Hunde beim Tierarzt oder ermittelten in einem Kiersper Wohngebiet die Geschwindigkeit der Fahrzeuge mithilfe einer Laserpistole und unterstützt von den beiden Bezirksbeamten Uwe Ackermann und Axel Oehm.

Insgesamt gab es am Dienstag 47 Stöberstellen, an denen sich die Kinder umschauen und in denen sie tätig werden konnten.

Darunter auch Orte, die den Kindern meist verschlossen bleiben. Denn während ein Café oder ein Einzelhandelsgeschäft den Schülern vertraut ist, bleiben die Tore der Firmen verschlossene und geheimnisvolle Orte.

Doch es gab auch Stöberstellen, die auch vielen Erwachsenen unbekannt bleiben. So stöberten einige Kinder im Wasserwerk der Kerspe-Talsperre oder bekamen einen Einblick in einen Steinbruch.

Am Ende der Sonderschicht wussten viele Kinder auf jeden Fall deutlich mehr als noch Stunden zuvor. Denn nun wissen sie, wie Brillengläser geschliffen, Steine zerkleinert, Medikamente gemischt und Autos lackiert werden.

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