Grundschüler lernen den heimischen Wald kennen

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Die Höhe eines Baumes lässt sich mittels eines einfachen Stockes ziemlich genau bestimmen. ▪

KIERSPE ▪ Gar nicht so leicht war es, nur mit Hilfe des roten Stockes die Höhe der Fichte im Wald zu bestimmen.

Erst nahmen die Kinder genau eine Armlänge von den Augen entfernt Maß, streckten dann, den Stock an der ermittelten Stelle fest umgriffen, den Arm aus und visierten über dessen Spitze blickend den Baumwipfel an, was erst bei einer entsprechenden Entfernung gelang. Dann ermittelten sie mit Schritten die Entfernung zum Baum in Metern. Bei einer Gruppe waren es 34 Schritte, da war natürlich klar, dass die richtige Antwort nicht sechs oder 15 Meter lautete, sondern über 22 Meter. Das war sicher eine der schwierigsten Aufgaben bei den Waldjugendspielen, die am Montag im Wald am Lauseberg vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland sowie der Waldschule MK für die vier örtlichen Grundschulen veranstaltet wurden. Sieben Klassen mit mehr als 170 Schülern machten mit.

Die vierten Jahrgänge der Pestalozzi-, Bismarck- und Schanhollenschule waren jeweils mit zwei Klassen vertreten und die Servatiusschule Rönsahl mit einer. Insgesamt beteiligen sich in diesem Jahr an den Waldjugendspielen kreisweit 143 Klassen von 70 Schulen, knapp 3500 Schüler. Unterstützt bei der Aktion in Kierspe wurden Axel Dohmen von der Waldschule und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Gaby Plate wieder von den beiden Revierförstern Uwe Treff und Klaus Pokrandt, die zusammen mit den Lehrern die gruppenweise auf dem Parcours losziehenden Schüler begleiteten.

Die rund vier Kilometer lange Strecke hatte Dohmen bereits vor ein paar Tagen abgesteckt und präpariert, gestern Morgen waren dann schnell noch die Schilder und andere Utensilien für die insgesamt 20 Aufgaben verteilt worden.

Start war wie schon in den vergangenen Jahren mit dem Zapfenzielwerfen, wobei jedes Kind zwei Würfe hatte. Einige Aufgaben waren neu hinzugekommen, darunter die Höhenbestimmung des Baumes. Auch Sturmschäden nahmen die Kleinen in Augenschein und mussten unterscheiden zwischen Windwurf, wenn eine Fichte entwurzelt wird, und Windbruch, wenn ihr Stamm oder ihre Krone abgebrochen ist.

Dass man bei einem gefällten Baum anhand der Baumringe das Alter bestimmen kann, wussten noch die meisten, dass das aber auch bei einer noch stehenden Fichte möglich ist, indem einfach nur die Astquirle gezählt werden, die wenigsten. Die Grundschüler hörten zudem, dass Müll nicht in den Wald gehört, lernten diesen als Sauerstoffspender, Wasserspeicher und Holzlieferanten kennen, lauschten dem Waldkonzert aus Autolärm, Vögelgezwitscher und anderen Geräuschen oder bestimmten anhand von Blättern und Zapfen Baumarten wie Ahorn, Erle, Fichte, Pappel, Lärche, Kiefer und Douglasie.

Um die im Wald lebenden Tiere wie Reh, Hase, Fuchs, Wildschwein, Dachs und Waschbär ging es sowie genauso um Baumkrankheiten: So gab es an einem Baum eine Wucherung, die die Mädchen und Jungen als Baumkrebs identifizieren mussten. Sie sahen ein Beispiel für eine Naturverjüngung, wenn aus den Samen der Mutterpflanzen neue Bäume keimen. Das  war ein Beispiel dafür, wie ein junger Wald anders als durch gezielte Anpflanzung in Reih und Glied entsteht.

Rolf Haase

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