Kinderbuchautor zu Gast in der Bismarckschule

Kinderbuchautor Simak Büchel inszenierte die Geschichten seiner Kinderbücher so überzeugend, dass er sich der vollen Aufmerksamkeit der Kinder sicher sein konnte.

KIERSPE - „Ich saß an meinem Schreibtisch und hatte überhaupt keine Idee, was ich schreiben könnte, als plötzlich ganz langsam die Türe aufging“. Autor Simak Büchel demonstrierte mit seinen Händen, wie sich ganz ganz langsam eine imaginäre Türe öffnete und schürte die Spannung, indem er eine ängstlich-erwartungsvolle Mine aufsetzte. „Was glaubt ihr, wer zu mir ins Zimmer kam?“

Von Petra Schüller

„Ein Geist“, rief ein kleiner Junge in der dritten Reihe aufgeregt. Kopfschütteln. „Ein Zombi?“, mutmaßte ein anderer. „Nein, es waren meine Kinder“, löste der Autor die Spannung zunächst auf, um das junge Publikum nur wenig später erneut in gespannte Erwartung zu versetzen. Diese hätten ihn beauftragt eine Piratengeschichte zu schreiben, und zwar eine „mit Geistern, fliegenden Schweinen und einer Prinzessin“, berichtete er. Und erneut konnte er sich der vollen Aufmerksamkeit der Kinder gewiss sein.

Der vielbeachtete Kinderbuchautor Simak Büchel war am Donnerstag nicht zum ersten mal zu Gast in der Bismarckschule. Dank der finanziellen Unterstützung der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen und des Engagements des Fördervereins konnte er auch in diesem Jahr eine seiner ganz besonderen „Lesungen“ halten, denen der Ruf vorauseilt, viel mehr als das zu sein.

Der 36-Jährige, der vor seiner Schriftstellerlaufbahn Biologie, Philosophie und Germanistik studierte und einige Jahre lang internationale Jugendbegegnungen in Ostafrika leitete, liest seine Bücher nicht vor, sondern inszeniert sie auf eine Weise, die die Kinder von der ersten Minute an fesselt und ihre eigene Fantasie mit einbezieht.

„Wie kann ich einen Piraten spielen, wenn ich doch gar nicht aussehe wie einer?“, fragte er die Kinder. „Du musst dich verkleiden“, rieten diese. Doch der Autor machte deutlich, dass er einzig durch den Einsatz seiner Stimme die passenden Bilder im Kopf erzeugen kann. Mit polterndem tiefem Bariton fiel ihm die Rolle des verruchten Piratenkapitäns sofort zu. „Ich habe ganz viele Fischstäbchen gegessen, um mich richtig auf das Piratendasein vorzubereiten“, feixte er.

Im Laufe des Vormittags erlebten die ersten bis dritten Klassen jeweils zwei Schulstunden lang die abenteuerlichen Geschichten des Autors. Neben der Piratengeschichte „Die Geister von Melele Pamu“, die die Erstklässler begeisterte, stellte Simak Büchel den zweiten Klassen das Buch „Baum 532“ vor und entführte die Drittklässler in die mysteriöse Geschichte „Ein rätselhaftes Päckchen“.

Der Schriftsteller, der mit seiner Frau und seinen Kindern in Ruppichteroth im Bergischen Land lebt, hat in den vergangenen Jahren viele Kinderbücher veröffentlicht. Seine Arbeit wurde bereits mit mehreren Stipendien ausgezeichnet. Die Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen und ökologischen Lebenssituation in Ostafrika brachte ihn auf die Idee, das Schulprojekt „Oropois Land“ ins Leben zu rufen, das auf sein Kinderbuch „Oropoi oder Wie die Paviane zu ihren roten Hintern kamen“ zurückgeht. Oropois Land wurde in die Empfehlungslisten des Interkulturellen Rats, der Stiftung Lesen und der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW aufgenommen.

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