Ausschuss: Lampenfieber interessanter als Hammer?

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Peter Heinz, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins, informierte über das Bakelitpressen. - Fotos: Becker

Kierspe - Wie laut, staubig und trotzdem spaßbringend Ehrenamt sein kann, hätten sich die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses im Schleiper Hammer anschauen können. Doch das Interesse hielt sich in engen Grenzen. Da hatte David Babin mehr Glück – als er über die Kulturarbeit im Volmetal und die Aktion „Lampenfieber“ berichtete, war der Ausschuss vollzählig.

Von Johannes Becker

Jeden Besucher im Schleiper Hammer persönlich und mit Handschlag zu begrüßen, war für den stellvertretenden Heimatvereinsvorsitzenden Peter Heinz eine leichte Übung. Neben dem Vorsitzenden des Ausschusses für Schule und Kultur Clemens Wieland war nur noch Hermann Reyher erschienen – und für die Verwaltung Petra Koch, um sich von Mitgliedern des Heimatvereins dessen Arbeit und vor allem den Schleiper Hammer zeigen zu lassen.

Die Mitglieder des Vereins ignorierten das offensichtliche Desinteresse und zeigten den erschienenen Gästen die Anlage, sprachen über das Hammerwerk und pressten sogar ein paar Eierbecher. „Wir freuen uns, dass der Schleiper Hammer als außerschulischer Lernort so gut angenommen wird. So ist das Interesse der heimischen Schulen vor allem in Projektwochen besonders groß. Doch auch Interessenten von außerhalb kommen gerne in den Hammer“, so Heinz.

Rund 20 bis 25 Gruppen bekommen pro Jahr eine Führung, in deren Verlauf die Besucher auch selbst den Schmiedehammer in die Hand nehmen und die mächtigen Pressen bedienen dürfen. Dazu kommen noch Öffnungstermine zu Pfingsten, im Advent und zum Tag des offenen Denkmals. Außerdem ist das technische Denkmal zwischen April und Oktober jeden Mittwoch geöffnet.

Doch solche Öffnungszeiten brauchen auch Personal. „Wir stellen ein“, formuliert das Heinz. Techniker, Elektriker, Schmiede und Fachleute aus anderen handwerklichen und gewerblichen Berufen sind im Hammer gerne gesehen. Pädagogen und kaufmännische Angestellte in den anderen Bereichen des Vereins. „Wir können aber auch jeden anderen Interessierten anlernen“, ergänzt Karl-Heinz Krause, der den Politikern ebenfalls Rede und Antwort stand.

Karl-Heinz Krause demonstriert, dass auch noch die älteste Maschine im Hammerwerk funktioniert.

Später im Ratssaal und vor deutlich mehr Publikum stellte der Kulturmanager David Babin das Projekt „Lampenfieber“ vor, an dem sich Künstler aus den vier Volmekommunen Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle beteiligen.

In Kierspe soll es im Rahmen der Kulturtage im September eine Ausstellung in einem ehemaligen Supermarkt an der Kölner Straße geben. Darüber hinaus finden noch Workshops statt – sollte dann noch Geld übrig sein, wird es im Schleiper Hammer eine Lesung geben.

Allerdings sind die Fördermittel mit 37 500 Euro nur halb so hoch wie erhofft, deshalb ist in jeder der vier Kommunen nur eine große Veranstaltung geplant.

Lob gab es an dieser Stelle für die Kiersper Kulturinteressierten von Babin: „Wir haben vor zwei Jahren Arbeitskreise im Volmetal eingerichtet, um die Arbeit zwischen den verschiedenen Kommunen zu intensivieren und zu vernetzen. Lediglich aus Kierspe sind Kunstinteressierte in allen vier Ausschüssen vertreten.“

Außerdem konnte der Kulturmanager mitteilen, dass der Veranstaltungskalender fürs Volmetal nun online verfügbar sei und an einer gedruckten Ausgabe gearbeitet werde.

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