Viele Aktivitäten in der Jugendfeuerwehr

+
Die Jugendfeuerwehr, die auf ihr 45-jähriges Jubiläum zurückblickt, besteht heute aus 29 Jugendlichen. ▪

KIERSPE ▪ Die Jugendfeuerwehr spielt heute eine ganz bedeutende Rolle bei der Nachwuchssicherung der Feuerwehr und über mangelnden Zulauf kann sich Frank Schmidt nicht beklagen.

Der amtierende Jugendfeuerwehrwart und sein Stellvertreter Christopfer Eichert führen derzeit die muntere Truppe von 29 Jugendlichen, in der 19 Mädchen sind. Am Dienstagabend fanden sich alle im Gerätehaus Rönsahl ein, um Geburtstag zu feiern, denn die Jugendfeuerwehr besteht in diesem Monat seit 45 Jahren. Das sollte natürlich gebührend gefeiert werden. Es gab ein leckeres Buffet und Stadtbrandmeister ließ die viereinhalb Jahrzehnte sowie die verschiedenen Aktivitäten in dieser Zeit noch einmal Revue passieren.

Er war jedoch auch gekommen, um die drei neuen Betreuer der Jugendfeuerwehr zu ernennen: Christian Schwanke junior vom Löschzug Stadtmitte, Dominik Ebeling vom Löschzug Rönsahl und Daniela Clever vom Löschzug Vollme-Neuenhaus aus Neuenhaus. Nach dem offiziellen Teil wurde noch einige Zeit in gemütlicher Runde zusammengesessen. Zum Geburtstag waren ebenfalls sämtliche Löschzugführer der Feuerwehr gekommen: Andreas Pfaffenbach vom Löschzug 1, Bernd Kriesten vom Löschzug 2, Karsten Werner vom Löschzug 3, Rainer Schirmer vom Löschzug 4 sowie auch Christian Schwanke vom Spielmannszug und Claudia Grau von der Kinderfeuerwehr. Alle wollten natürlich der Jugendfeuerwehr zu diesem Anlass gratulieren.

Der Gründung der Jugendfeuerwehr Anfang des Jahres 1968 ging bereits 1967 voraus, dass Udo Budde vom Löschzug von der Wehestraße zusammen mit Karl Wever von der Feuerwehr Lüdenscheid in die Eifel fuhr, um sich über die Jugendfeuerwehren, die es dort schon gab, zu informieren. Denn diesem Beispiel sollte gefolgt werden. Motivation war damals wie heute, junge Menschen für die Tätigkeit in der Feuerwehr zu interessieren und so dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken. Die erste Jugendfeuerwehr im Märkischen Kreis entstand dann in Kierspe, doch Lüdencheid folgte nur eine Woche später am 11. Februar 1968,

Im Gründungsprotokoll der Jugendfeuerwehr Kierspe ist zu lesen: „Am 3. Februar 1968 wurde die Jugendfeuerwehr im Löschzug Kierspe 1 gegründet. Die Gründungsversammlung fand im Gerätehaus Wehestraße statt. Anwesend waren Walter Seyfried, Rainer Engelbert, Klaus Wermekes, Bernd Maiworm, H.P. Weiland, Hans Ulrich Mark, Peter Dirks, Halupzok Reimund, Klaus Matern, F. Wilhelm Diebel, H.W. Goldfuß, Gerhard Pircher, Oberfeuerwehrmann Egon Budde, Oberfeuerwehrmann Alfred Bonner und Oberfeuerwehrmann Udo Budde.“

Gegründet wurde die Jugendfeuerwehr zunächst nur für den Ortsteil Kierspe-Bahnhof. Es war eine Initiative der dortigen Einheit. Erster Jugendfeuerwehrwart wurde denn auch der Initiator Udo Budde, der erst 1975, als er Löschzugführer wurde, diese Aufgabe an seinen Nachfolger Reiner Kölsche abgab. Auf diesem Posten folgten dann in den nächsten Jahren Bernd Kemper, Martin Kleinfeld, Hendrik Baukloh, Stefan Kugel, Nicole Pircher und seit 2004 bekleidet nun Frank Schmidt diese Funktion.

Eine der Aktionen, mit der die Jugendfeuerwehr Jahr für Jahr positiv von sich reden macht, ist seit 1972 die Weihnachtsbaumsammlung, die immer für einen guten Zweck veranstaltet wird. Früher wurden 60 Prozent des Erlöses gespendet und 40 Prozent dienten der Arbeit in der Jugendfeuerwehr. Heute profitieren zudem die Kinderfeuerwehr, der Nachwuchs im Spielmannszug und das Jugendrotkreuz von der Aktion. Meist wird der Erlös seitdem zu dem Zweck halbiert.

Die Spenden der Bürger haben sich über viele Jahre immer weiter gesteigert und sich erst jetzt im Zuge des Bevölkerungsrückgangs auf einem hohen Niveau stabilisiert. So wurden in diesem Jahr nur 150 Euro weniger als 2012 verbucht. Anfangs wurde der Erlös immer der Aktion Sorgenkind zur Verfügung gestellt. Das führte dazu, dass sogar das Fernsehen die beispielhafte Aktion filmte. Später floss das Geld dann den von dem damaligen Bürgermeistermeister Heinz-Willi Potthoff mit initiierten und organisierten Ausflügen für behinderte Kinder aus Kierspe an den Rhein, die Mosel oder auch ins Münsterland zu. Die Waldheimat, für die eine Rettungsrutsche angeschafft wurde, die Elterninitiative Apert-Syndrom, die Frühförderstelle der Lebenshilfe oder auch die Fördervereine der Grundschulen und der Kindergärten wurden ebenfalls im Laufe der Zeit bedacht.

Als erstes wurden die ausgedienten Christbäume auf der Freifläche am Anfang des Haunerbusches verbrannt, wo heute das Awo-Seniorenzentrum steht, wie Würth berichtete, später dann am Blankenberg, bei den Osterfeuern des Löschzuges Stadtmitte Auf dem Busch und dann auf dem Hedberg, heute passiert dies an der Kreisstraße 25 zwischen Handweiser und Berkenbaum.

Für die Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr gibt es über das Jahr verteilt zahlreiche Aktivitäten: So finden auch mehrtägige Freizeiten mit Spiel, Spaß und verschiedenen Unternehmungen wie Besichtigungen statt. Die Gruppe war in Priwall bei Lübeck, am Aasee in Münster, auf Borkum, Rügen oder auch in Frankfurt und Heddesheim. Die regelmäßigen Treffen pro Woche teilen sich in Sport, Ausbildung und allgemeine Jugendarbeit auf. „So gibt es Präventionsarbeit zu Themen wie Alkohol, Rauschgift, Jugend im Straßenverkehr oder Sexualität. Die Mädchen und Jungen gehen ins Kino und Eislaufen. Es gab jedoch ebenfalls schon diverse andere Aktionen wie 24-Stunden-Schwimmen, Spiel ohne Grenzen oder Handballturniere“, erinnerte Stadtbrandmeister Georg Würth in seinem Rückblick.

Im Rahmen der feuerwehrtechnischen Ausbildung, die im Wechsel stattfindet, werden dann Grundkenntnisse zum Brandschutz, Gefahrgut und Erste Hilfe vermittelt. Regelmäßig nimmt die Gruppe am Wettbewerb um die Leistungsspange teil und misst sich dabei in den Bereichen Sport, Feuerwehrarbeit und Allgemeinwissen mit anderen Jugendfeuerwehren. ▪ Rolf Haase

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare