Sanierung des Kiersper Hallenbades

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Einen Tag nachdem das Wasser aus dem Becken geflossen war, begannen die Mitarbeiter der Lüdenscheider Firma Schmale mit der Sanierung der Fliesen und Fugen.

Kierspe - Der Sprung ins erfrischende Nass fällt aus – denn dort, wo normalerweise 600 000 Liter Wasser den Sprung vom Brett bremsen und Schwimmer ihre Bahnen ziehen, befindet sich nichts außer Luft. Na ja, so ganz stimmt das auch nicht. Denn im Sprungbereich stehen Gerüste und an den Wänden arbeiten Fließenleger, um das Bad fit für die neue Saison zu machen.

Normalerweise sind die Sommerferien der ideale Zeitpunkt, um ein Hallenbad einer Sanierung zu unterziehen. Das Schulschwimmen findet nicht statt und die Schwimmer, die sonst gerne ins Becken springen, liegen dann lieber auf der Wiese eines Freibades. Normalerweise – in diesem Sommer mit seinen herbstlichen Temperaturen würde mancher wohl gerne ins Hallenbad, um wenigstens ein bisschen Wärme auf seiner Haut zu spüren.

Diese Wärme hat zwar bereits deutlich abgenommen, doch das Thermometer in der Halle zeigt immer noch 26 Grad Celsius an – gut, dass nicht auch die Luftfeuchtigkeit jedem, der dort jetzt arbeiten muss, vor Augen geführt wird. Das sind vor allem die Schwimmmeister, aber auch Mitarbeiter der Firma Schmale aus Lüdenscheid, die beschädigte Fliesen und Fugen austauschen. Eine Arbeit, die nicht nur aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht so einfach ist. Denn unter den Fliesen befindet sich eine Abklebung, die beim Entfernen der Kacheln nicht beschädigt werden darf, um die Dichtigkeit des Bades nicht zu gefährden.

Doch bevor die Handwerker ins Becken konnten, musste das Wasser erst mal raus. Rund dreieinhalb Tage hat es gedauert, bis das Becken leer war. „Doch sobald die oberste Fliesenreihe nicht mehr überspült war, sind wir ins Wasser gegangen, um die noch feuchten Fliesen gründlich abzuschrubben“, erklärt Betriebsleiter Matthias Pazmann, der derzeit mit seinem Kollegen, dem Schwimmmeister Stefan Borlinghaus, die Anlagen reinigt. Allein 2000 Quadratmeter Bodenfläche warten auf den Einsatz des Hochdruckreinigers. „Da habe ich von den Wandflächen noch gar nicht gesprochen“, so Pazmann. Auch die Duschbereiche und Toiletten werden während der Schließung gründlich gereinigt. Pazmann: „Das kann man nicht mit dem heimischen Badezimmer vergleichen. Bei uns werden diese Anlagen täglich von deutlich mehr als 300 Menschen genutzt.“

Wenn dann noch die Filteranlage repariert ist, dann kann das Wasser wieder eingelassen werden. Rund vier Tage dauert es, bis die Becken wieder gefüllt sind. Borlinghaus: „Dann muss das Wasser aber erst wieder auf Temperatur und Badequalität gebracht werden.“ Denn das Wasser, das mit einer Temperatur von etwa acht Grad Celsius ins Becken laufe, wäre für Schwimmer ungeeignet und in den ersten Tagen leicht grünlich.

Damit die Aufbereitung beginnen kann, muss zuerst die Temperatur stimmen, die liegt im großen Becken normalerweise bei 28 Grad Celsius. Erst danach wird mit der Aufbereitung begonnen. In diesem Jahr sogar mit einer neuen Chlor-Anlage, die alte musste nach mehr als 20 Jahren ersetzt werden. Diese Anlage ist eine Besonderheit, wie Pazmann erklärt, denn während in den meisten anderen Bädern die Chlorung mit Hilfe von Chlorgas geschehe, würden in Kierspe Salztabletten verwendet. „Dadurch geht keine Gefahr von dem Gas aus und der typische Schwimmbadgeruch ist bei uns nicht wahrzunehmen.“

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